Nach Attacken auf S04-Profis

Jetzt ermittelt die Spurensicherung gegen die Schalke-Chaoten

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22. April 2021 - 15:23 Uhr

Lückenlose Aufklärung ist das Ziel

Die Gelsenkirchener Polizei will mit einer Ermittlungskommission die Ereignisse in der Skandal-Nacht auf dem Vereinsgelände des FC Schalke 04 nach dem Abstieg untersuchen. "Es geht darum, die Vorfälle lückenlos aufzuklären", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Strafanzeigen von möglichen Opfern seien jedoch bislang nicht eingegangen.

Wenig später hat die Polizei auch die Untersuchungen vor Ort aufgenommen. Nach RTL-Informationen rückte am frühen Nachmittag ein Team der Spurensicherung an und sah sich die Lage an der Schalker Arena an, schaute unter anderem nach Fußabdrücken im Rasen vor dem Stadion, um die Bewegungen der Chaoten nachzuvollziehen. Zwei Fotografen hielten die Situation etwas mehr als 36 Stunden nach der Tat mit ihren Kameras fest. Sie untersuchten auch das Auto von Mark Uth, das bis zur Fahruntauglichkeit demoliert wurde, unter anderem die Frontscheibe wurde stark beschädigt.

Nach der 0:1-Niederlage in Bielefeld hatten nach Polizeiangaben 500 bis 600 Schalke-Anhänger in der Nacht auf Mittwoch auf die Rückkehr der Mannschaft vor dem eigenen Stadion gewartet. Beim Aufeinandertreffen wurden die Absteiger zur Rede gestellt und beschimpft, die Situation eskalierte jedoch weiter. Spieler wurden getreten, geschlagen und mit Eiern beworfen. Der traurige Höhepunkt: Einige Profis mussten vor einigen Chaoten fliehen – die Jagdszenen kursierten bereits am Mittwochmorgen in den sozialen Medien.

Video: Es gab Fehler im Sicherheitssystem

Polizei verhinderte noch Schlimmeres

Die Polizei war bei dem Zusammentreffen von Fans und Mannschaft zunächst nicht dabei. Die Beamten hätten das angeboten, aber der Verein habe sich dagegen entschieden, so der Sprecher. Es sollte zu einer Aussprache mit den frustrierten Fans kommen. Die Polizisten griffen einige Minuten später ein und verhinderten laut eigenen Angaben so eine weitere Eskalation. Danach habe sich die Situation rasch aufgelöst.

RTL-Reporter Ulrich Klose hat vor Ort recherchiert und bestätigt: "Es ist absolut falsch anzunehmen, dass die Polizei zu spät kam. Schalke hatte ausdrücklich abgelehnt, dass die Polizei dabei ist, weil man der Meinung war, das ohne Polizei besser lösen zu können." Was sich nun als klare Fehleinschätzung entpuppt.

Weitere Details nannte die Polizei am Donnerstag nicht. "Wir sind dabei, alles zusammenzutragen", sagte der Sprecher. Schalkes Sportvorstand Peter Knäbel hatte am Mittwoch zwar grundsätzlich Verständnis für Kritik an der Mannschaft gezeigt, die nach teils desolaten Leistungen abgeschlagener Tabellenletzter ist. Er betonte aber, dass es auch desaströs sei, "wenn man sich um Leib und Leben seiner Mitarbeiter sorgen muss".

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