Extrawurst für den Rekordmeister?

Bayern-Stars bringen ihre Familien mit ins Quarantäne-Trainingslager - und sorgen damit für Ärger

Auch die Freundinnen von Joshua Kimmich (l.) und Niklas Süle haben ihre Männer ins Quarantäne-Trainingslager begleitet. (Archivbild)
Auch die Freundinnen von Joshua Kimmich (l.) und Niklas Süle haben ihre Männer ins Quarantäne-Trainingslager begleitet. (Archivbild)
© Imago Sportfotodienst , Sven Simon

13. Mai 2021 - 18:22 Uhr

Quarantäne mit Anhang

Seit Mittwoch befinden sich alle Bundesligisten in einer Quarantäne, um die letzten beiden Spieltage der Saison möglichst risikoarm über die Bühne zu bringen. Während 17 Teams dabei unter sich sind, haben bei Bayern München deutlich mehr Personen in das Vier-Sterne-Hotel in Grassau am Chiemsee eingecheckt. Die FCB-Stars durften Teile ihrer Familien mitnehmen – was eigentlich gegen die bisherigen DFL-Statuten verstößt. Oder doch nicht?

Frauen und Kinder checken ins Bayern-Hotel ein

Es waren etwas überraschende Bilder am Mittwoch in Grassau. Nachdem der FC Bayern mit zwei Mannschaftsbussen am Quarantäne-Hotel angekommen war, folgten weitere Privat-PKW. In ihnen: die Partnerinnen von David Alaba, Joshua Kimmich, Niklas Süle und weiteren Spielern. Doch sie kamen nicht, um ihren Liebsten noch ein letztes Küsschen zu geben, ehe sie mit ihrem Team eingeschlossen werden, um bis zum Saisonende coronafrei zu bleiben. Nein, die Damen der Bayern-Stars kamen, um zu bleiben. Trainer Hansi Flick erlaubte seinen Spielern, sich Liebes-Unterstützung mit ins Hotel zu nehmen.

Aber Moment mal: Das ist doch gar nicht erlaubt. In ihrer Mitteilung zur Quarantäne schrieb die Deutsche Fußball-Liga (DFL): "Die Clubs haben dabei sicherzustellen, dass Spieler, Trainerteam sowie Betreuerstab im genannten Zeitraum nur untereinander Kontakt haben." Sofern der FCB kurzerhand die Liebsten seiner Spieler als Trainerinnen oder Betreuerinnen angestellt hat, dürfen sie demnach eigentlich nicht mit ins Bayern-Hotel.

Clubs dürfen offenbar selbst entscheiden

Doch so genau nimmt es die DFL offenbar gar nicht. "Zielsetzung ist grundsätzlich, den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison abzusichern. Voraussetzung dafür ist, den Kader bestmöglich vor Infektionen zu schützen. Die tatsächliche Ausgestaltung der Quarantäne-Trainingslager (unter anderem in Bezug auf Räumlichkeiten, Ablauf und Personenkreis) liegt jedoch in der Verantwortung der Klubs. Voraussetzung für den gesamten teilnehmenden Personenkreis ist dabei, dass alle Vorgaben des medizinisch-hygienischen Konzepts umgesetzt und eingehalten wurden und werden. Insbesondere auch die vorherige 'Quasi-Quarantäne' und die tägliche Testung", sagte ein DFL-Sprecher dem "Kicker".

Hätten das auch mal die anderen Clubs gewusst. Es gäbe sicherlich viele Spieler der anderen Bundesligisten, die sich auch über den Mit-Aufenthalt ihrer Frauen und Kinder gefreut hätten.

SHO

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