Betrug in den USA augeflogen

Familie verkauft Bleiche als angebliches Corona-Wundermittel

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10. Juli 2020 - 18:05 Uhr

Auch als Mittel gegen Krebs und Aids wurde es angeboten

Sie sollen eine giftige Bleich-Chemikalie als Wundermittel gegen das Coronavirus verkauft haben  - die US-Justiz hat jetzt Anklage gegen einen 62-Jährigen und seine drei Söhne erhoben. Sie hätten landesweit Zehntausende Flaschen davon über eine fiktive Kirche im Bundesstaat Florida vertrieben und es auch als Mittel gegen Krebs, Aids und andere Krankheiten angepriesen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Klage. Der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) lägen Berichte von Todesfällen nach dem Konsum des Produkts vor.

Trumps Aussagen sollen motivierend gewirkt haben

Die als "Miracle Mineral Solution" (MMS) angebotene Substanz verwandele sich bei der Einnahme in Chlordioxid, ein starkes Bleichmittel, das etwa zum Bleichen von Textilien und Papier verwendet werde, heißt es in der Klage. Chlordioxid wird auch zur Desinfektion eingesetzt. Die chemische Verbindung wirkt - je nach Konzentration - auf Haut und Schleimhäute reizend bis ätzend. Mögliche Folgen einer Einnahme sind Hautverätzungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen und Atemstörungen.

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Den Männern werden unter anderem Betrug und Verstoß gegen das Arzneimittelrecht vorgeworfen. Ihnen drohten bis zu 17 Jahre Haft, schrieben US-Medien. Allein 2019 sollen sie eine halbe Million Dollar (rund 443.000 Euro) mit dem Mittel verdient haben, hieß es unter Berufung auf das Justizministerium. In der Corona-Pandemie seien die Einnahmen dann stark gestiegen.

Der 62-Jährige habe auch mit Äußerungen von Präsident Donald Trump Werbung für das Produkt gemacht. Dieser habe im April Forscher ermuntert, Möglichkeiten zu prüfen, Menschen im Kampf gegen das Virus Desinfektionsmittel zu spritzen. Nach heftiger Kritik hatte Trump später gesagt, es habe sich nur um "Sarkasmus" gehandelt.