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Falsche Ergebnisse: Unter DIESEN Umständen versagen Corona-Schnelltests

Neue Studie aus Drosten-Labor

Zu warm oder zu kalt: Schnelltests versagen bei falscher Anwendung

Neue Studie zu Schnelltests aus dem Drosten-Labor Prof. Jan Felix Drexler im  Interview
04:25 min
Prof. Jan Felix Drexler im Interview
Neue Studie zu Schnelltests aus dem Drosten-Labor

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Studienleiter: Falsche Ergebnisse bei Hitze und Kälte

Den Schnelltest zu lange in der Hosentasche getragen oder in die Sonne gelegt: Schon bei 37 Grad – also Körpertemperatur – zeigen viele Antigentests ein falsches Ergebnis. Auch bei Kälte funktionieren sie nicht richtig. Das zeigt eine neue Studie aus dem Charité-Labor von Christian Drosten . Das Team um den Studienleiter Prof. Jan Felix Drexler hat elf gängige Schnelltests unter die Lupe genommen, nachdem sich im Winter mehrere Testzentren über falsch-positive Ergebnisse gewundert hatte.

RTL-Reporterin Nina Lammers spricht mit dem Studienleiter Prof. Drexler über die neue Studie. Er erklärt, wie man die falschen Ergebnisse vermeiden kann. Das Interview im Video.

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Schnelltest: Schon zehn Minuten in der Sonne können zu falschen Ergebnissen führen

In der Studie haben die Wissenschaftler untersucht, wie gängige Antigen-Schnelltests bei zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen wirken. Die Ergebnisse im Überblick:

  • Bei 37 Grad zeigen die Tests zu viele falsch negative Ergebnisse. Werden Tests bei zu viel Wärme durchgeführt, bekommen Menschen oft negative Ergebnisse, obwohl sie positiv sind – also mit dem Coronavirus infiziert. Sie wiegen sich in falscher Sicherheit, können weitere Menschen anstecken.
  • Bei 2-4 Grad zeigen die Tests zu viele falsch positive Ergebnisse. Bedeutet: Leute, die sich testen lassen, bekommen ein positives Testergebnis, sind aber gar nicht infiziert. Falscher Alarm wird ausgelöst, Stress entsteht: Sie müssen sich einen Termin für den klassischen PCR-Abstrich machen und in Quarantäne.

Das Team um Prof. Drexler hat sowohl die Lagertemperatur untersucht, als auch die Umgebungstemperatur, also die Temperatur, in der die Tests durchgeführt werden. Auch große Temperaturschwankungen zwischen der Lagerung und der Anwendung können die Testergebnisse verfälschen. „Schnelle Temperaturwechsel, falsche Lagerung – das muss man alles vermeiden“, sagt Prof. Drexler. Dabei müssen die Tests noch nicht einmal lange bei zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen lagern. Schon zehn Minuten bei 37 Grad reichten aus, um falsche Ergebnisse herbeizuführen, so Prof. Drexler.

Corona: Nicht der Test ist das Problem - sondern die Anwendung

Die gute Nachricht: Wenn die Tests korrekt angewendet werden, lassen sich die falschen Ergebnisse vermeiden. „Es ist ganz wichtig zu betonen, dass die Tests als solche alle super sind“, sagt Prof. Drexler. Er empfiehlt, auf die Packungsbeilage zu achten und sich genau an die dort angegebenen Lager- und Umgebungstemperaturen zu halten.

„In den meisten steht drin: Lagerung zwischen 5 und 30 Grad Celsius und vor der Anwendung bitte auf mindestens 15 Grad temperieren“, sagt Prof. Drexler, „aber das ist wirklich im Kleingedruckten.“ Man könne nicht erwarten, dass alle Leute das lesen und verstehen. „Ich hätte das auch nicht gesehen“, so Drexler.

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Lagerung neben den Kartoffeln oder bei anderen Medikamenten

Die Selbsttests aus dem Supermarkt sollten also bei den richtigen Temperaturen gelagert werden: Zum Beispiel neben den Kartoffeln oder im Medikamentenschrank.

Schlecht wären zum Beispiel Lagerungen neben dem Fenster, wenn im Sommer die Sonne hinein scheint, oder aber auch auf elektronischen Geräten, die warm werden, zum Beispiel auf der Waschmaschine oder der Espressomaschine. Kommerzielle Anbieter sollten auch auf die Temperaturen beim Transport achten.

Die elf Schnelltests, die die Wissenschaftler getestet haben, werden in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Welt eingesetzt – als Selbsttests aber auch als Tests, die von geschultem Personal durchgeführt werden. Prof. Drexler betont, dass sie alle ähnlich auf Hitze und Kälte reagieren. Bei der richtigen Anwendung habe man aber mit jedem von ihnen die Chance, gute Ergebnisse zu erzielen und somit möglicherweise weitere Ansteckungsketten zu verhindern.