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Fachkräftemangel in Hessen schon jetzt deutlich spürbar: Mehr Arbeit - kein Personal!

"Bewerbungen trudeln keine ein!"

Projektleiter Florian Wolf muss wegen Fachkräftemangel Aufträge absagen

Projektleiter muss wegen Fachkräftemangel Aufträge absagen "Bewerbungen trudeln keine ein!"
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"Bewerbungen trudeln keine ein!"
Projektleiter muss wegen Fachkräftemangel Aufträge absagen

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Die Gesellschaft wird immer älter – immer weniger junge Menschen kommen nach und entscheiden sich für eine klassische Berufsausbildung. Sowohl die Industrie- und Handelskammer als auch das hessische Sozialministerium schlagen Alarm. Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Allein in Hessen würden im Zeitraum von 2019 bis 2026 rund 150.000 weitere Fachkräfte benötigt. Nach Angaben des IHK-Fachkräftereports fehlen bis 2035 sogar fast eine halbe Millionen Fachkräfte.

Im Videobeitrag sprechen wir mit Florian Wolf, dem Projektleiter aus Wetzlar fehlt das Personal, um seinen Betrieb am Laufen halten zu können.

Welche Auswirkungen hat der Fachkräftemangel?

Baugewerbe
Gerade im Baugewerbe könnte es nach Angaben der IHK künftig verstärkt Personalengpässe geben. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

Mit dem Personal in einem Betrieb steht und fällt alles. Sind nicht genügend Angestellte zugegen, bleibt das wirtschaftliche Wachstum auf der Strecke. Die IHK spricht von 85 Prozent aller Betriebe, die künftig mit negativen Effekten rechnen müssen.

In erster Linie wird sich der Mangel auf das Personal auswirken. Immer häufiger werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre nicht mehr vorhandenen Kollegen einspringen müssen. Da die Nachfrage nach Angestellten steigt, erhöhen sich auch die Kosten für Arbeitgeber. Dadurch müssen Betriebe höhere Gehälter zahlen und so verringert sich deren Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit.

Mit weniger Personal können Betriebe auch weniger Kundenaufträge annehmen und Geld verdienen. Auch so schwindet die Existenzgrundlage der Unternehmen, die schon jetzt mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben.

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Wie löst man das Problem?

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Schluss mit dem Papierkram! Unternehmen sollten sich deutlich offener neuen Bewerbungsmethoden und virtuellen Vorstellungsgesprächen gegenüber zeigen.
Gina Sanders - Fotolia, Erwin Wodicka - BilderBox.com

Auch wenn es noch keine finale Lösung gegen den demographischen Wandel und die dadurch hervorgerufenen Probleme gibt, hat sich die hessische Landesregierung dennoch der Aufarbeitung dieser Thematik verschrieben. Dafür hat die Landesregierung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit, der Hessischen Industrie- und Handelskammer und vielen weiteren Organisationen ein „Bündnis Fachkräftesicherung Hessen“ ins Leben gerufen.

In einem vierzehnseitigen Papier hat das Bündnis bereits Handlungsempfehlungen benannt, den dabei helfen sollen, dem drohenden Fachkräftemangel einzudämmen. So sollten Berufsorientierungsaktivitäten für Schülerinnen und Schüler auch virtuell verstärkt werden, Firmen ihre Öffentlichkeitsarbeit auf sozialen Netzwerken ausweiten und vermehrt virtuelle Formen der Rekrutierung, wie beispielsweise ein „Azubi Speed Dating“ anbieten. Das sind nur einige wenige der Handlungsempfehlungen. (sth/kmü)