Extra-Gebühren beim Abheben und Einzahlen

Extra-Gebühren: Wie viel muss man jetzt am Bank- und Sparkassen-Schalter blechen?

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18. Juni 2019 - 16:17 Uhr

Was kostet uns das Geldabheben und Einzahlen am Schalter?

Für jedes Mal Geldabheben oder Einzahlen am Schalter von Banken und Sparkassen eine Extra-Gebühr bezahlen? Jawohl, seit 2009 ist das ohne Einschränkung möglich. Die Gebühr darf aber nur so hoch sein, damit die Kosten gedeckt sind. Das setzten die obersten Zivilrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe nun erstmals in einem Urteil um. Früher war die Regel, dass fünf Transaktionen pro Monat kostenlos sein mussten - für jede weitere durfte eine Gebühr verlangt werden. Für uns Verbraucher ist die neue Rechtslage definitiv eine Verschlechterung. Doch was müssen wir jetzt eigentlich an den Schaltern von Banken und Sparkassen blechen? Und für was zahlen wir eigentlich noch so Gebühren?

Geld eintreiben wo's nur geht – die Nullzins-Ära macht kreativ

Die Nullverzinsung der Ersparnisse bereitet nicht nur uns, sondern auch den Banken Bauchschmerzen – und lässt sie nach alternativen Einnahmequellen umsehen. Vor allem in Transaktionen, bei der es menschlicher Hilfe bedarf, sehen Kreditinstitute Potenzial. So verlangen fast alle Banken und Sparkassen eine Gebühr fürs Geldabheben - egal, ob am Automaten oder am Schalter.

Nicht nur das Abheben, sondern auch das Einzahlen kostet

Auch fürs Einzahlen von Barem muss man Cash liegen lassen – und noch mehr, wenn die Scheine auf ein fremdes Konto überwiesen werden. Bei der Commerzbank wird dafür beispielsweise mindestens eine Gebühr von 6,50 Euro verlangt. Die Volksbank in Bremen will sogar 7,50 Euro.

Und nochmal teurer wird es, wenn man keine Scheine, sondern Münzen einzahlen möchte. Denn zu den normalen Kontoführungsgebühren kommen nochmal 5 bis 10 Euro obendrauf.

Doch nicht nur beim Einzahlen oder Abheben wird es teuer. Allgemein bei allen Buchungen und Daueraufträgen, für die man einen Bankmitarbeiter benötigt, muss der Kunde Geld bezahlen. Bei der Berliner Volksbank und der Deutschen Bank müssen Kunden beispielsweise für eine Buchung 1,50 Euro zahlen.

Wer zu wenig Bargeld abhebt, muss zahlen

Einige Kreditinstitute strotzen gerade so vor kreativen Gebühren-Ideen. Wer beispielsweise bei der DKB weniger als 50 Euro abhebt, muss nun die "Mini-Bargeld-Option" buchen. Und die kostet 15 Euro im Monat. Auch die ING Diba hat eine sogenannte "Kleinbetrags-Option", für die man 10 Euro zahlen muss.

Ein Argument der Kreditinstitute: Die Gebühren in Deutschland seien im internationalen Vergleich noch gering

Um es mal konkret auszusprechen: Die Zinsebbe müssen die Kunden ausgleichen. Resultat: Ebendiese müssen für immer mehr Dienstleistungen Extra-Gebühren bezahlen. Doch die Banken rechtfertigen ihr Verhalten unter anderem mit dem internationalen Vergleich. Denn in Frankreich kosten Transaktionen am Schalter meist zwischen drei und vier Euro. In Österreich verlangen manche Kreditinstitute sogar noch einen Stundensatz von 100 Euro für außerordentliche Dienstleistungen.

Tipp: in Geschäften Geld abheben

In vielen Supermärkten, Discountern und ähnlichen ist grundsätzlich kostenlos, wofür man in Kreditinstituten meist zahlen muss: Geld abheben. Laut Bankenverband kann man dort bis zu 200 Euro abheben. Es lohnt sich also in jedem Fall, in dem entsprechenden Geschäft mal nachzufragen. Oftmals ist das Abheben allerdings an einen Mindesteinkaufsbetrag gebunden. Bei den meisten liegt dieser Wert bei 20 Euro, bei manchen aber auch schon bei fünf Euro.