RTL News>Formel 1>

Explosion nahe Formel-1-Strecke in Dschidda: Raketenangriff auf Öl-Anlage in Saudi Arabien

Verstappen roch Rauch, riesige Rauchwolke

Raketenangriff auf Öl-Anlage nahe Formel-1-Strecke in Saudi-Arabien

Nahe der Formel-1-Strecke von Dschidda in Saudi-Arabien ist eine Rakete in eine Öl-Anlage eingeschlagen. Jemenitische Huthi-Rebellen nahmen am Freitag nach eigenen Angaben eine Anlage des Ölkonzerns Aramco ins Visier. Im Netz kursieren entsprechende Meldungen und Videos. Demnach habe es in einer Einrichtung des saudischen Unternehmens Aramco ganz in der Nähe der Strecke eine Explosion gegeben, dann sei ein Brand ausgebrochen. In Dschidda soll am Wochenende der zweite Grand Prix der F1-Saison stattfinden. Ob das Event wie geplant weitergeht, ist momentan unklar. „Wir warten auf weitere Informationen der Behörden, was passiert ist“, teilte die Formel 1 am Freitag zu den bedrohlichen Szenen mit.

Verstappen roch es aus dem Cockpit

Auch Formel-1-Weltmeister Max Verstappen roch kurz vor Ende des 1. Freien Trainings zum Grand Prix von Saudi-Arabien in Dschidda „etwas Verbranntes“ und fragte sein Team, ob das sein Auto sei. Nein, gab ihm der Kommandostand zurück und auch sonst qualmte kein Formel-1-Bolide. Auf TV-Bildern ist bei der Anfahrt der Autos auf Kurve 1 allerdings eine schwarze Rauchwolke zu erkennen – im Netz kursieren Meldungen über einen Drohnen-Anschlag auf ein Öl-Lager des Aston-Martin-Sponsors Aramco.

Explosion in Jeddah

In den sozialen Medien machten schnell Berichte über einen Angriff auf eine Aramco-Anlage nahe der Strecke die Runde, hieß es bei Sky. Demnach könne die Einrichtung mit einer Rakete aus einer Drohne beschossen worden sein. Das nächste Aramco-Lager ist 11 Kilometer Luftlinie von der Formel 1-Strecke entfernt.

Saudi-Arabien ist Kriegspartei im Jemen, wo seit Jahren ein Stellvertreterkrieg der Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran tobt. Das saudische Militär bombardiert immer wieder Gebiete, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert werden, die Opfer sind aber oft unbeteiligte Zivilisten. Die Huthis wiederum werden militärisch vom Mullah-Regime in Teheran unterstützt.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattformtwitter, der den Artikel ergänzt. Sie können sich den Inhalt einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden. Weitere Einstellungenkönnen Sie imPrivacy Centervornehmen.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Letzter Angriff erst am Sonntag

Vor dem GP-Wochenende hatten die Veranstalter beteuert: „Die Sicherheit unserer Gäste hat wie immer höchste Priorität. Wir stehen in dauerhaftem Kontakt mit den einschlägigen Behörden und alle Maßnahmen wurden getroffen, um die Sicherheit aller Besucher bei der Formel 1 (...) zu gewährleisten.“ Ob die Formel 1 nun weiter nach Plan fahren wird, ist aktuell noch unklar. Eine offizielle Stellungnahme der Serie gibt es noch nicht.

Die Huthi-Rebellen greifen aus dem Nachbarland auch immer wieder Ziele in Saudi-Arabien an, zuletzt am Sonntag mit einer Rakete und Drohnen. Dabei wurde auch eine Anlage des Ölkonzerns Aramco in Dschidda getroffen, an einem Öltank brach Feuer aus. Das Staatsfernsehen berichtete zudem, die Luftabwehr habe ein „feindliches Geschoss“ über Dschidda abgefangen. Berichte über Opfer gab es nicht.

Explosion bei der Rallye Dakar

Saudi-Arabien gilt im Vergleich zu anderen Ländern der Region als recht sicher, auch dort kam es aber mehrfach zu Terroranschlägen. Ende 2020 hatte die Terrormiliz Islamischer Staat etwa einen Anschlag auf eine Zeremonie in Dschidda für sich beansprucht, bei dem zwei Menschen verletzt wurden. Bei Großveranstaltungen wie Sport-Events im Land gelten meist strenge Sicherheitsvorschriften.

Im Januar war bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien ein französischer Fahrer durch eine Explosion am Fahrzeug seines Teams schwer verletzt worden. Frankreichs Justiz leitete in dem Fall Vorermittlungen wegen des Verdachts auf versuchte Tötung im Zusammenhang mit Terrorismus ein. Örtliche Behörden haben einen kriminellen Hintergrund dagegen ausgeschlossen. (mar/msc/dpa)