Das sagt Vorwerk zu dem Vorfall

Thermomix explodiert: Frau schwer im Gesicht verbrannt

Annie Vandenbussche musste drei Wochen lang eine Kopfbandage tragen.
Annie Vandenbussche musste drei Wochen lang eine Kopfbandage tragen.
© Privat

29. September 2021 - 11:46 Uhr

Frankreich: Thermomix explodiert

Der Thermomix ist einer der beliebtesten Helfer in der Küche. Doch einer Frau aus der französischen Stadt Frejus wurde er offenbar zum Verhängnis: Die 64-jährige Annie Vandenbussche sagt, sie habe schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten, nachdem ihr Gerät explodiert sei.

Thermomix-Inhalt spritzte Frau "wie ein Geysir" ins Gesicht

Der Unfall passierte, als die Rentnerin im April eine Tomaten-Coulis zubereiten wollte, berichtet die "Berliner Morgenpost". Als der Deckel klapperte, wollte sie nachsehen, was los ist. Sie erinnert sich, dass die Kochzeit laut Anzeige noch eine Minute betrug – dann explodierte der Thermomix. Der heiße Inhalt des Geräts spritzte Annie Vandenbussche ins Gesicht. "Wie ein Geysir", beschreibt die 64-Jährige den Schockmoment.

Annie Vandenbussche erlitt Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht

Thermomix explodiert Frankreich Annie Vandenbussche
Die Rentnerin erlitt im Gesicht Verbrennungen zweiten Grades.
© deutsche presse agentur

Sie riss sich die Brille vom Gesicht und hielt den Kopf unter kaltes Wasser. Eine Nachbarin brachte sie zum Arzt; später im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte Verbrennungen zweiten Grades. Sie habe drei Wochen lang eine Kopfbandage tragen müssen, berichtet die Rentnerin. Laut dem Bericht soll der Thermomix-Hersteller Vorwerk sich bei Annie Vandenbussche entschuldigt haben. Eine Versicherung soll ihr außerdem 670 Euro Entschädigung gezahlt haben. Doch sie will, dass andere Nutzer des Geräts gewarnt werden und hat sich deshalb einen Rechtsanwalt genommen.

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Unfall mit Thermomix TM31: Vorwerk warnte vor Dichtungsring-Fehler

Eine Warnung, die laut Vorwerk schon vor vielen Jahren erfolgt ist. Es handele sich um das Modell TM31, das 2014 letztmalig produziert wurde, erklärte das Unternehmen auf RTL-Anfrage. Das Modell sei wie alle anderen "absolut sicher", allerdings habe man im September 2014 bei wenigen TM31-Modellen einen Fehler an einem Dichtungsring festgestellt. Deshalb sei ein Warnhinweis veröffentlicht, alle betroffenen Kunden angeschrieben und der Dichtungsring kostenlos ausgetauscht worden.

"Der gesamte Austausch ist in Abstimmung mit den zuständigen deutschen und europäischen Behörden geschehen und wurde von Vorwerk im Jahr 2015 erfolgreich kommuniziert und abgeschlossen. Zusätzlich weisen wir unsere Kunden auf die wichtigsten Bedienungsregeln hin, wozu u.a. auch der regelmäßige Austausch des Dichtungsrings des TM31 zählt", heißt es in der Stellungnahme.

Vorwerk hat Kontakt zu der Thermomix-Besitzerin aufgenommen

Vorwerk-Sprecher Michael Weber bestätigte im RTL-Interview, dass der Hersteller versucht habe, mit der Kundin in Frankreich Kontakt aufzunehmen. Im Moment sei man dabei, eine einvernehmliche Lösung mit der Frau zu finden. "Leider können wir hier im Detail noch nicht sagen, was dort tatsächlich passiert ist, weil wir keinen direkten Zugriff auf das Gerät haben", erklärte Weber. Für Vorwerk stehe die Sicherheit und Zufriedenheit der Kunden an allererster Stelle.

"Thermomix ist ein sicheres Gerät, darauf können sich alle unsere Kundinnen und Kunden verlassen – immer dann, wenn die Bedienungsanleitung und die Benutzerhinweise entsprechend beachtet werden", versprach er.

Rentnerin hat vom Thermomix genug

Annie Vandenbussche hat ihren Thermomix inzwischen weggepackt. 15 Jahre lang benutzte sie den Küchenhelfer mit Begeisterung, präsentierte ihn sogar in Vorführungen. Doch mit dieser Liebe ist es nach dem schweren Unfall vorbei. (bst)