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Ex-Skirennläuferin Chemmy Alcott: "Habe mir 47 Knochen gebrochen, aber Mutter-Sein ist härter"

Ehrliche Worte einer Mutter und Ex-Athletin

Ex-Skirennläuferin: "Habe mir 47 Knochen gebrochen, aber Mutter-Sein ist härter"

Chemmy Alcott und ihre zwei Söhne Lochlan und Cooper.
Chemmy Alcott und ihre zwei Söhne Lochlan und Cooper.
Screenshot: chemmyski, Instagram

Man könnte meinen, wer halsbrecherisch Ski-Pisten herunter jagt und eine Medaille nach der nächsten gegen die harte Konkurrenz erkämpft hat, für den ist Mama-Sein ein Kinderspiel. Falsch gedacht! „Ich habe mir in meiner Karriere 47 Knochen gebrochen. Aber eine Mutter zu sein, ist 100 Prozent schwieriger,“ sagt die britische Ex-Skirennläuferin Chemmy Alcott.

"Ein Sportler zu sein, ist die egoistischste und engstirnigste Existenz.“

17 Jahre lang galt Chemmy als Großbritanniens beste Abfahrtsläuferin. Vier Olympia-Goldmedaillen hat sie gewonnen. Heute arbeitet sie als TV-Kommentatorin fürs britische Fernsehen. Doch die wahrlich harte Arbeit und die schwierigste Herausforderung ihres Lebens warte täglich zuhause auf sie. "Die Mutterschaft ist zu 100 Prozent schwieriger als jeder andere Teil meiner Skikarriere. Ein Sportler zu sein, ist die egoistischste und engstirnigste Existenz, die es gibt.“

Es sind ehrliche Worte einer sehr erfolgreichen Athletin, die man so nur selten hört.

"Jeden Tag denkt man nur an sich selbst - was kann man tun, um besser und schneller zu werden?“. Als Elternteil stehe man dagegen ganz unten in der Hackordnung: "Alles, was wichtig ist, ist das Glück und die Gesundheit der Kleinen. Du denkst selten an dich selbst. Ich bin ziemlich kontrollsüchtig, aber man kann diese verrückten Kreaturen nicht kontrollieren, man muss sich ihnen einfach fügen. Es ist erstaunlich."

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Chemmy konnte lange nicht schwanger werden

2014 endete Chemmy Sportkarriere dramatisch. Gleich doppelt brach sie sich das rechte Bein. Sie musste sich eine Alternative zum Ski-Sport suchen und wollte sich fortan darauf konzentrieren, Mutter zu werden. "Eine Familie zu gründen ist etwas ganz anderes als ein Sportler zu sein. Wir haben 19 Monate gebraucht, um eine Familie zu gründen, aber in dieser Zeit habe ich viel mehr über meinen Körper gelernt, als ich vorher wusste.“

In ihrer Sportkarriere konnte Chemmy ihre Leistung kontrollieren. Konnte hart arbeiten und daraufhin Erfolge sehen. Mit der Schwangerschaft klappte das nicht. "Als Sportlerin habe ich alles in meinem Leben kontrolliert. Ich dachte immer, wenn ich härter arbeite, werde ich auch mehr erreichen, aber ich konnte es nicht schaffen, schwanger zu werden“, sagt sie.

Rückblickend weiß sie: Das viele Koffein war schuld. "Als ich Skirennläuferin war, habe ich viel Koffein konsumiert, um meine Leistung zu steigern, etwa acht Kurze pro Tag. Es hat meinen Körper für die Rennen fit gemacht. Mein Körper war mit so viel Adrenalin durchströmt, dass es unmöglich war, schwanger zu werden. Ich war süchtig nach Koffein, was sich massiv auf meine Fruchtbarkeit auswirkte, ohne dass ich es wusste.“

Heute ist sie glückliche Zweifach-Mama. Mit ihrem Ehemann Dougie Crawford hat sie die Söhne Lochlan und Cooper. Doch die Probleme haben damit eigentlich erst begonnen.

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Während eines Interviews pumpte Chemmy Milch ab

Das Leben als frisch gebackene Mama sei für sie nach ihrem ersten Kind nicht leicht gewesen. Während der Schwangerschaft hat sie trainiert, nur zwei Wochen nach der Geburt arbeitete sie schon wieder als Kommentatorin. Für beides wurde sie viel kritisiert, erzählt sie. „Es war schwierig, denn wenn man zum ersten Mal Mutter wird, ist alles neu für einen.“

Vor allem Arbeit und die Kids unter einen Hut zu bekommen, sei hart gewesen, so Chemmy. Dabei erinnert sie sich insbesondere an eine TV-Aufzeichnung 2019.

„Das war einer der stärksten Momente meines Lebens, sogar noch besser als das Skifahren mit 93 km/h auf der Piste. Ich habe diesen Weltmeister interviewt, während ich meine Muttermilch abpumpte, und ich war einfach Feuer und Flamme, weil es so befreiend war. Ich beendete das Interview, drehte mich zum Kameramann und sagte: 'Wissen Sie, was ich gerade getan habe?' Er sagte: 'Ja, den Weltmeister interviewen', und ich sagte: 'Ja, und Milch machen!' Ich griff in meinen BH und holte die ganze Milch heraus, und die Jungs sagten: 'Das haben wir nicht kommen sehen'.“

Es sind diese und wahrscheinlich dutzende weitere Erinnerungen, die Chemmy dazu veranlassen, zu betonen, wie hart es ist, eine Mama zu sein. Und das können wahrscheinlich viele Mütter da draußen bestätigen. (lgr)