Budapest-Triumphator "fehlen die Worte"

Ocon: Champagner gibt's nur für die Lippen

05. August 2021 - 11:28 Uhr

Ungarn-Sieger Esteban Ocon im Exklusiv-Interview

Seit Sonntag gehört Esteban Ocon zum erlesenen Kreis der Formel-1-Fahrer, die in ihrem Leben einen Grand Prix gewonnen haben. Für den Franzosen ist das im RTL-Interview auch drei Tage nach seiner Ungarn-Sensation "noch immer schwer zu glauben". Wie Ocon und dessen Lippen den Budapest-Triumph gefeiert haben, wie hart das Duell mit Sebastian Vettel war und was Ocon mit F1-Legende Alain Prost gemeinsam hat – im Video.

Ocon hat "viele Opfer gebracht"

"Ich bin natürlich extrem stolz", sagte der 24-jährige Alpine-Pilot über seinen Premieren-Sieg beim turbulenten Ungarn-GP. "Es hat lange gedauert, ich habe lange auf dieses Ziel hingearbeitet in meiner Karriere."

Er habe in seiner Laufbahn "viele Opfer gebracht", blickte Ocon auch auf das Jahr 2019 zurück, als er trotz guter Leistungen im Jahr zuvor kein Cockpit in der Königsklasse bekommen hatte. "Als ich über die Ziellinie gefahren bin, habe ich mich an alle diese Momente erinnert, auch die schwierigen Zeiten in der F1, als ich geduldig gewartet habe, dass man mir eine Chance gibt", so Ocon. "Diese Zeit ist gekommen."

Vettel "ein höllischer Kämpfer" - Alonso eine "Legende"

Der Sieg am Hungaroring habe für ihn auch deshalb einen hohen Stellenwert, weil er ihn auf der Strecke gegen einen Mann wie Sebastian Vettel eingefahren habe, sagte Ocon im Gespräch mit RTL-Reporter Peter Reichert. "Seb ist ein höllischer Kämpfer, das ganze Rennen über hat er gepusht und wollte herausfinden, wo wir Schwächen haben."

Und diese Schwächen habe der Aston-Martin-Pilot auch entdeckt und versucht auszunutzen. "Aber das haben wir nicht zugelassen, wir haben ihn unter Kontrolle gehalten", sagte Ocon. Dass Vettel später wegen zu wenig Sprit im Tank disqualifiziert wurde, tue ihm leid. "Wir wollen Racing auf der Strecke, dass man die Position behält. Motorsport ist manchmal grauenhaft. Das sieht man nicht gerne."

Ocon würdigte erneut die Rolle, die Alpine-Kollege Fernando Alonso beim Budapest-Coup des französischen Werksteams gespielt hatte. Der Altmeister blockte den heranstürmenden Lewis Hamilton im Mercedes rundenlang mit allen Mitteln ab, hielt Ocon so den Rücken frei.

"Er hat einen großen Anteil am Sieg. Er hat uns Luft verschafft. Ich weiß nicht, ob Lewis herangekommen wäre, aber Fernando hat ihn aus der Rechnung genommen. Er hat wie ein Löwe gekämpft das ganze Rennen. Er ist eine Legende", sagte Ocon. (mar/ana/pre)