Erste Periode: Mädchen (11) muss in blutiger Kleidung im Unterricht sitzen bleiben

02. Oktober 2018 - 18:08 Uhr

Trotz starker Blutung verbietet Lehrer ihr den Toilettengang

Die erste Periode ist für jede junge Frau anders. Manche freuen sich, andere wissen nicht, wie sie mit der neuen, ungewohnten Situation umgehen sollen. Doch für eine Elfjährige aus der britischen Stadt Hastings wurde ihre erste Menstruation zur reinen Hölle. Trotz starker Blutungen verbat ihr Lehrer ihr den Toilettengang, weil sie keinen "Toilettenpass" hatte. Sie musste in blutiger Kleidung im Unterricht sitzen bleiben.

Ohne Toilettenpass, kein Toilettengang

Als das Mädchen nach Hause kam, waren ihre Unterhose, Strumpfhose und Hose voller Menstruationsblut, berichtet ihre verärgerte Mutter. Die Blutung habe bereits am Wochenende eingesetzt und war schon sehr stark. Sie hatte ihrer Tochter angeboten, zu Hause zu bleiben, doch die Elfjährige wollte lieber zur Schule. Das junge Mädchen hatte ja nicht ahnen können, dass ihr Lehrer so wenig Verständnis für ihre Situation haben werde.

Denn obwohl die Kleidung des Mädchens schon voller Menstruationsblut war, durfte sie während des Unterrichts nicht auf die Toilette gehen. Schuld war der fehlende "Toilettenpass". Der wurde in der Schule der Grafschaft Sussex eingeführt, damit die Schüler während der Schulstunde nicht ständig Toilettenpausen machen können und so Inhalte der Schulstunde verpassen, erklärte ein Sprecher. Zur Toilette dürfen die Schüler nur in der Pause, es sei denn sie haben einen Toilettenpass. Um diesen zu bekommen, brauchen sie allerdings ein ärztliches Attest.

Schule möchte Vorgehen nochmal prüfen

Der Mutter blieb also keine andere Wahl, als ihrer Tochter ein Attest zu besorgen, damit sie den Toilettenpass bekommt. Doch als wäre das nicht genug, fragten zwei Lehreinnen die Mutter doch tatsächlich, was für Medikamente sie ihrer Tochter denn nun gegen die starke Regelblutung geben wolle. Die Mutter konnte ihren Ohren nicht trauen und konterte sofort: "Ich werde meiner Tochter nichts geben, um etwas zu stoppen, was zum Frausein ganz natürlich dazugehört."

Immerhin hat der Vorfall die Schule scheinbar zum Umdenken gebracht. Sie kündigte an, dass sie die Umstände und das generelle Vorgehen nochmal überprüfen wolle.