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Ermittlungen gegen Mundlos zu früh eingestellt?

Ermittlungen gegen Mundlos zu früh eingestellt?

Die Staatsanwaltschaft Gera hat Ermittlungen zum Neonazi Uwe Mundlos einem Zeitungsbericht zufolge zwei Jahre zu früh eingestellt. Mundlos war mit Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Januar 1998 untergetaucht, nachdem die Polizei in ihrer Garage in Jena eine Bombenwerkstatt ausgehoben hatte. 2003 habe die Behörde das Verfahren gegen Mundlos eingestellt, obwohl im Jahr 2000 das Amtsgericht Jena einen Durchsuchungsbeschluss erlassen hatte, berichtet der 'Tagesspiegel'. Dadurch wäre die Verjährungsfrist eigentlich erst 2005 beendet gewesen.

"Das ist ein weiterer tragischer Fehler", sagte der Unionsobmann im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, Clemens Binninger, der Zeitung. Ohne die Panne wäre Mundlos zwei Jahre länger in den Fahndungsdatenbanken der Polizei gespeichert gewesen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Jens Wörmann, wollte den Fehler nicht ausschließen. «Wir können das im Moment aber nicht überprüfen, weil uns die Akten nicht mehr vorliegen», erklärte er. Als NSU soll das Trio neun Geschäftsleute türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin ermordet haben.