Kann der Arbeitgeber den Code auch sehen?

Entschlüsselt: Das bedeutet der Code auf Ihrer Krankmeldung

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber liegt am 14.11.2012 in einem Haushalt in Dresden (Sachsen).   Foto: Arno Burgi/dpa   (zu dpa "Studie: Schlechte Unternehmenskultur gefährdet die Gesundheit" vo
Die Krankmeldung muss man möglichst sofort beim Arbeitgeber abgeben.
abu;cse; tmk vfd tba, dpa, Arno Burgi

Welche Diagnose hat der Arzt auf der Krankmeldung hinterlegt?

Rückenschmerzen, böse Verletzung oder akuter Fieberanfall – manchmal kommt man nicht umhin, den ungeliebten Gang zum Arzt zu gehen. Und wenn der Mediziner bestätigt, dass Arbeiten in diesem Zustand nun wirklich nicht möglich ist, wird man mit der bekannten gelben Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach Hause geschickt.

Sieht der Arbeitgeber die Codes?

Das Original für die Krankenkasse, den Durchschlag für den Arbeitnehmer. Auf erster steht nochmal die Diagnose. Aber was steht denn da eigentlich? J03? Verschlüsselt, so ein Käse. Stimmt das denn auch? Vielleicht hat sich der Arzt ja vertan?

Der ICD Code (= International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) wurde eingeführt, um eine weltweit einheitliche Systematik aller Krankheiten zu haben. Damit soll die statistische Erforschung von Erkrankungswahrscheinlichkeit und Sterberisiko jeder einzelnen Krankheit ermöglicht werden. Für den Patienten ist das leider unverständlich. Und für den Arbeitgeber nicht sichtbar: Denn auf dem Durchschlag für den Arbeitgeber darf diese Information nicht auftauchen.

Für Sie nicht mehr. Denn hier sehen Sie eine Liste mit den häufigsten Diagnosen:

  • U07.1 COVID-19
  • M54 Rückenschmerzen
  • J06 Erkältung
  • I10 Essentielle (primäre) Hypertonie = Bluthochdruck
  • F32 Vorübergehende Depression
  • M51 Bandscheibenschäden
  • J20 Akute Bronchitis
  • T14 Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion (z.B. Verstauchung, Knochenbruch, Prellung)
  • J40 Bronchitis, nicht akut oder chronisch
  • K52 Magen-Darm-Infekt, Darmentzündung
  • M53 Wirbelsäulenschmerzen, Verschleiß
  • A09 Diarrhoe und Gastroenteritis (Durchfall)
  • K29 Magenschleimhaut- oder Zwölffingerdarm-Entzündung
  • J03 Akute Mandelentzündung
  • R10 Bauch- und Beckenschmerzen
  • B34 Viruskrankheit
  • J01 Akute Nasennebenhöhlenentzündung
  • J32 Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
  • J02 Akute Entzündung des Rachenraumes
  • K08 Zahnschmerzen
  • R51 Kopfschmerzen
  • K70 Alkoholische Leberkrankheit
  • L55 Sonnenbrand
  • L23.2 Allergische Kontaktdermatitis durch Kosmetika
  • A35 Wundstarrkrampf
  • S80.81 Schürfwunde am Unterschenkel
  • S81.0 Offene Wunde am Knie
  • G47 Schlafstörungen
  • M51 Sonstige Bandscheibenschäden

Ist die Diagnose von Ihrem "Gelben Schein" hier nicht dabei? Viele Krankenkassen bieten auf ihren Websites einen ICD-Code-Entschlüssler an. Und auf der Website des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (dimdi.de) können Sie den gesamten Buchstaben-Zahlen-Katalog einsehen.

Mit einem Code zum zeitnahen Facharzt-Termin

Und es gibt noch einen Code, der für Sie von Belang sein kann: Der Hausarzt vermerkt nämlich auf Überweisungen zum Facharzt, wenn Sie dringend einen Termin benötigen - innerhalb von vier Wochen müssen Sie dann einen erhalten. Sonst sind das oft mehrere Monate, wenn sie gesetzlich versichert sind.