25. März 2019 - 15:34 Uhr

Tipps für Verhandlungen mit dem Chef

Warum verdienen Frauen oft noch immer weniger als Männer - obwohl sie den gleichen Job machen? Wann ist es sinnvoll, mit dem Chef über eine Gehaltserhöhung zu sprechen? Und wie bereite ich mich am besten auf die Verhandlung vor? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Wunschgehalt erreichen, ohne den Chef zu verärgern und Ihren Job zu gefährden.

5 goldene Regeln für die Gehaltsverhandlung:

1. Es ist extrem wichtig, sich gut vorzubereiten. Sie brauchen mindestens ein Argument dafür, warum der Chef Ihnen mehr Gehalt zahlen soll. Und das Argument sollte nicht sein: Kollege Müller verdient mehr als ich - so etwas macht den Chef böse. Wichtig ist Ihre eigene Leistung, und der Preis für Ihre Arbeit. Stellen Sie sich folgende Fragen: Habe ich neue Aufgaben oder mehr Verantwortung übernommen? Habe ich der Firma vielleicht Geld eingespart?

2. Das Timinig ist entscheidend: Integrieren Sie die Gehaltsverhandlung nicht ins Jahresgespräch, sondern vereinbaren Sie schriftlich einen speziellen Termin dafür. Als Anlass für den Termin nennen Sie nicht die Gehaltsverhandlung, bitten Sie lieber um ein Feedback-Gespräch. Sprechen Sie nicht von einer "Gehaltserhöhung", sondern von einer "Gehaltsanpassung" - das klingt gleich viel günstiger für die Firma.

3. Verhandeln, nicht betteln. Fragen Sie den Boss klipp und klar: "Was muss ich aus Ihrer Sicht tun, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen?" Dann ist der Vorgesetzte in der Pflicht, wenn Sie die Vorgaben erfüllen. Während des Gesprächs sollten Sie den Boss dazu bringen, über ihre Vorzüge zu sprechen. So wird ihm bewusst, wie wichtig sie sind. Top-Frage für diesem Zweck: "Was schätzen Sie an meiner Arbeit eigentlich besonders?" Verlegenheits-Worte wie "könnte", "wollte" oder "vielleicht" meiden - Sie brauchen eine klare, konkrete und selbstbewusste Ansprache!​

4. Übertreiben Sie es nicht: Forderungen von 5 bis 10 Prozent mehr Gehalt sind absolut in Ordnung. Gehaltsverhandlungen dürfen Sie übrigens nicht nur alle 10 Jahre führen, sondern auch im Rhythmus von 12 bis 18 Monaten. Seien Sie mutig. Und setzen Sie sich ein Gehaltsziel. So wirken Sie beim Gehaltspoker im wahrsten Sinne des Wortes "zielstrebiger".

5. Machen Sie vor dem Gehaltsgespräch ein Rollenspiel. Versetzen Sie sich in die Position des Chefs und überlegen Sie, welche Argumente gegen eine Lohnanpassung sprechen könnten. Für diese Punkte überlegen Sie sich dann ganz in Ruhe Gegenargumente. Auch die richtige Körperhaltung ist wichtig: Aufrecht hinsetzen, Kinn leicht anheben, Augenkontakt suchen - präsentieren Sie sich wie ein Kämpfer. Wetten, dass so viel Schlagfertigkeit gut ankommt?

Apropos Rollenspiel: US-Forscher von der Harvard University haben herausgefunden, dass Menschen, die nicht für sich selbst, sondern etwa für die beste Freundin das Gehalt verhandeln sollen, dies um einiges effektiver tun. Sie müssen sich also vorstellen, nicht als Sie selbst, sondern als eigener Mentor in das Gespräch zu gehen.