Schmeckt's wie im Schwabenland?

Ein bisschen wie bei Oma - aber nicht ganz: Öko-Test checkt Spätzle aus dem Kühlregal

Spätzle aus dem Kühlregal - fast so lecker wie bei Oma
Spätzle aus dem Kühlregal - fast so lecker wie bei Oma
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29. April 2021 - 7:02 Uhr

Frische Spätzle aus dem Kühlregal: fast so gut wie selbstgemacht

Klar, selbstgemachte Spätzle schmecken in der Regel am besten. Doch die heimische Produktion des schwäbischen Nationalgerichts ist mit ein bisschen Aufwand verbunden. Da ist der Griff ins Kühlregal im Supermarkt deutlich leichter. Und die gute Nachricht ist, dass die fertigen Spätzle fast so gut sind wie die selbstgemachten. Das finden jedenfalls die Produktprüfer von Öko-Test, die insgesamt 20 frische Spätzle genau unter die Lupe genommen haben.

Geschmacklich gab es nur die Note "sehr gut"

In Sachen Geschmack, Optik und Mundgefühl haben die Experten von Öko-Test bei allen 20 getesteten Produkten die Bestnote "sehr gut" vergeben. Egal ob das preiswerte Produkt für 96 Cent oder die Markenspätzle für 3,63 Euro pro 500 Gramm: Die frischen Fertigspätzle schmecken gut, sehen gut aus und fühlen sich im Mund gut an. So weit, so gut. Problematisch wird es allerdings bei den verarbeiteten Eiern. Hier haben die Tester von Öko-Test einiges zu bemängeln.

Bodenhaltung klingt gut, ist es aber nicht wirklich

Legehennen in Bodenhaltung
Bodenhaltung klingt gut, ist es aber nicht wirklich.
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Fertigspätzle bestehen etwa zu 35 Prozent aus Eiern. Und diese Eier stammen in den meisten Fällen aus Bodenhaltung. Das klingt zwar eigentlich okay, ist es aber nicht. In der Regel müssen sich bis zu neun Tiere auf einem Quadratmeter drängen. Das ist weit weg von einer artgerechten Haltung. Außerdem müssen die Hersteller von Fertigprodukten auf den Verpackungen nicht ausweisen, woher sie ihre Eier beziehen.

Bei vier der getesteten Fertigspätzle fehlten die Angaben. Erst auf Nachfrage von Öko-Test stellte sich heraus, dass die Hersteller ihre Eier ebenfalls aus Bodenhaltung beziehen, so wie 13 weitere Produzenten. Allerdings zeigen die sich ein wenig transparenter und machen entsprechende Angaben auf der Verpackung. Lediglich der Testsieger "Bio Verde Frische Eier Spätzle" verwendet bei der Herstellung Eier aus biologischer Haltung. Doch selbst hier werden die männlichen Küken bei der Legehennenzucht aussortiert und getötet. Das gilt für alle Produkte im Test.

Gute Hygiene bei der Herstellung

Im Labor fanden die Experten von Öko-Test keine gefährlichen Keime
Keine Schimmelpilze oder Bakterien in den untersuchten Fertig-Spätzle
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Frische Produkte mit Ei sind besonders anfällig für Keime und Schimmel. Besonders dann, wenn bei der Produktion oder Verpackung nicht ordentlich und sauber gearbeitet wird. Die gute Nachricht: Alle Produkt haben die mikrobiologischen Prüfungen mit Bravour bestanden. Im Labor fanden sich keine Schimmelpilzgifte oder Krankheitserreger wie Salmonellen, Listerien oder Enterobakterien.

Allerdings haben die Tester bemängelt, dass sie in allen untersuchten Produkten Spuren von Mineralöl gefunden haben. Bei einem Viertel der der überprüften Spätzle wertete Öko-Test die Verunreinigung mit sogenannten gesättigten Mineralölkohlenwasserstoff (MOSH) sogar als "leicht erhöht". Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich diese Stoffe in den Organen ablagern und diese schädigen können.

Alle Ergebnisse und Details zum Spätzle Test von Öko-Test, können Sie hier nachlesen.

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