Die besten Pedelecs und Elektro-Fahrräder im Überblick

E-Bike-Entscheidungshilfe: Mit diesen Modellen fahren Sie gut!

Dank E-Bikes schaffen selbst untrainierte Fahrer längere Strecken – ganz entspannt. Doch was ist beim Kauf zu beachten?
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29. Mai 2020 - 15:55 Uhr

E-Bike-Kauf: Was ist wichtig?

Ausgiebige Touren? Steile Anstiege? Und massig Gewicht in den Fahrradtaschen? Kein Problem! Mit einem Elektrofahr­rad nehmen selbst untrainierte Radler jede Strecke mit links – und schonen dabei die Umwelt. Doch das Angebot ist riesig. Worauf kommt es beim E-Bike-Kauf an? Wir geben Tipps und stellen empfehlenswerte Modelle vor.

E-Bike, Pedelec, S-Pedelec – darin liegen die Unterschiede

  • Wer E-Bike sagt, meint in der Regel Pedelec*: Ein Motor unterstützt beim "Pedal Electric Cycle" (Pedal-elektrisches Fahrrad) den Radler – aber nur, wenn dieser auch in die Pedale tritt. Die Antriebe sind in Sachen Leistung auf 250 Watt begrenzt und schalten nach Erreichen einer Geschwindigkeit von 25 km/h ab. Es besteht weder Führerschein- noch Helmpflicht und man darf damit auf Fahrradwegen fahren.
  • S-Pedelecs* arbeiten prinzipiell genau wie Pedelecs, allerdings reicht deren Unterstützung weiter – in der Regel arbeiten die Motoren bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h.
  • Im Gegensatz zu den beiden Pedelec-Arten sorgen E-Bikes* auch dann für Vortrieb, wenn der Fahrer nicht in die Pedale tritt. Es lässt sich also eher mit einem Mofa oder Moped vergleichen. Wie bei einem Kleinkraftrad sorgen Sie per Gashebel für den Schub.

Achtung: E-Bikes sowie S-Pedelecs sind recht­lich und versicherungs­tech­nisch wie Mofas eingestuft und benötigen ein Versicherungs­kenn­zeichen. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre, der Fahrer braucht einen Führerschein. Rad- und Waldwege sind tabu.

E-Bike-Kauf: Das ist wichtig!

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Helmpflicht besteht für Pedelec-Fahrer zwar nicht, doch das Tragen des Kopfschutzes ist ratsam – ein Fahrradhelm kann Leben retten
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  • Akku: Egal, ob E-Bike, Pedelec, S-Pedelec: Eine der zweifellos teuersten Komponenten der Zweiräder ist die Batterie. Und gleichzeitig auch eine der wichtigsten: Denn je höher ihr Leistungsvermögen ist, desto weiter kommen Sie mit einer Ladung. Eine Kennzahl für die Leistungsfähigkeit ist die Watt­stundenzahl (Wh) – je höher der Wert, desto größer ist in der Regel die Reichweite. Bei gleich starken Akkus kann es jedoch zu unterschiedlichen Aktionsradien kommen, da Antriebe beim Haushalten mit der Energie aus dem Akku variieren. Die Reichweite verändert sich natürlich auch durch den vom Radler gewählten Grad der Unterstützung – je stärker der Motor arbeiten muss, desto schneller macht die Batterie schlapp. Apropos: Wer sich einen Ersatzakku zulegen möchte, um die Reichweite zu vergrößern, muss tief in die Tasche greifen – nicht selten kostet eine Batterie um die 1.000 Euro.
  • Motor- und Akkuposition Die Lage des Motors bestimmt maßgeblich über den Schwerpunkt des Rades und hat somit Einfluss auf die Fahr-Eigenschaften. Empfehlenswert ist die Anschaffung eines Rades mit Mittelmotor. Die Lage des Antriebs sorgt für einen tiefen Schwerpunkt. Das fährt sich angenehm. Front- und Heck­motoren hingegen führen teils zu Problemen bei der Gewichtsverteilung – und bieten somit schlechtere Fahreigenschaften. Gleiches gilt für den Akku – auch dessen Position am Rad hat Einfluss auf das Fahrgefühl. Grundsätzlich ist es ratsam, möglichst verschiedene Modelle vor dem Kauf zu fahren. Beim Autohändler machen Sie ja auch eine Probefahrt. So sehen Sie, welche Eigenschaften am besten zu Ihren Fahrgewohnheiten passen.
  • Welche Gangschaltung ist die richtige? Wer regelmäßig sportlich radelt (etwa in den Bergen), sollte darauf achten, dass eine  Kettenschaltung verbaut ist, die einen sehr guten Wirkungsgrad besitzt. Bedeutet: Beinahe die gesamte Kraft, die Sie in die Pedale geben, kommt dem Vortrieb zugute. Nachteil: Die Kettenschaltung ist wartungsintensiv, sie muss unter anderem regelmäßig gereinigt werden. Eine Nabenschaltung hingegen ist perfekt für einen Stadtradler, der gelegentlich mit dem Zweirad zum Einkaufen fährt oder an Wochenenden eine Tour unternimmt.

E-Bike-Kauf – eine Typfrage
Der Einsatzbereich entscheidet ohnehin maßgeblich darüber, welcher Radtyp für Sie der perfekte ist. Es gibt zahlreiche Varianten. So greift der Stadt- oder Wochenendradler eher zum klassischen Cityrad* mit Elektromotor oder zum Trekking-E-Bike*. Cross-, Hardtail-, Fully- und Montain-E-Bikes* sind perfekt für Zweirad-Crosser, Geschwindigkeits-Junkies greifen zum E-Rennrad*. Wer nach einer Familienkutsche oder einem Lastenesel sucht, kauft ein E-Lastenrad*.

Der Preis ist heiß
E-Bikes sind nicht günstig. Wer beim Kauf sparen will, zahlt möglicherweise am Ende doppelt. Denn im günstigen Schnäppchen aus dem Baumarkt oder Discounter sind häufig billige Komponenten beim Antrieb und Rahmen verbaut – die sorgen bei regelmäßiger Nutzung schnell für einen Totalausfall. Das Rad sollte einen stabilen Rahmen, gute Bremsen sowie eine StVZO-konforme Beleuchtung besitzen. Auch das Gewicht des Rades spielt für den Anschaffungspreis eine Rolle – je leichter, desto teurer ist das Fahrrad in der Regel. Wer tagtäglich mit dem Rad unterwegs ist, sollte mindestens 2.000 Euro in ein Pedelec investieren.

Der passende Helm: Obwohl ein Pedelec verkehrsrechtlich als Fahrrad gilt und somit keine Helmpflicht besteht, ist ein Kopfschutz zu empfehlen. Sie benötigen jedoch nicht zwingend einen Motor­radhelm, wie es beim Fahren von E-Bike oder S-Pedelec der Fall ist. Auch ein handelsüblicher Fahrradhelm sorgt bereits für Schutz.

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KTM Macina Fun 510: Testsieger im Blick

KTM Macina Fun 510
Das KTM-Modell Macina Fun 510 ist nicht günstig, aber in ihm stecken die Gene eines Testsiegers
© KTM

Stiftung Warentest krönte 2018 (Ausgabe 6/2018) das KTM Macina Fun 9 SI-P5I zum besten Pedelec. Unter anderem für das "ausgeglichene Fahr- und sehr gute Schaltverhalten" vergab man die Testnote 1,7. Dumm nur: Das Elektrofahrrad ist inzwischen nicht mehr im Programm von KTM. Dafür aber der Nachfolger: Das KTM Macina Fun 510* ist für Langstrecken- und Stadttouren gebaut. Das E-Trekkingbike bietet einen 500 Wattstunden (Wh) starken Akku, gefederte Sattelstützen, einen drehmomentstarken Mittelmotor (bis zu 65 Newtonmeter, Nm) sowie Beleuchtung. Der Akku "Bosch Power Pack 500 Wh" ist fast vollständig im Rahmen integriert, was für besonders gute Fahreigenschaften sorgen soll. Die Shimano-Kettenschaltung bietet 9 wählbare Gangstufen. Mit 2.800 Euro ist das Pedelec jedoch absolut kein Schnäppchen. Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

  • Trekking-Pedelec mit 500 Wattstunden starkem Akku
  • Mittelmotor verbaut
  • Hydraulische Scheibenbremse
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht (laut Hersteller): 24,5 Kilogramm
  • Preis: circa 2.800 Euro

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Stevens E-Molveno: Der Preis-Leistungs-Tipp

Stevens E-Molveno
Stevens E-Molveno: Gutes Rad muss nicht teuer sein
© Stevens

Der Hamburger Fahrradhersteller Stevens Bikes zeigt mit seinem E-Molveno, dass es ein ordentlich ausgestattetes Pedelec auch zu einem fairen Preis von unter 2.000 Euro gibt. Der Hersteller verspricht einen fahrstabilen Rahmen mit Federgabel und Komfort-Geometrie sowie zuverlässige Komponenten wie eine Shimano-Kettenschaltung und hydraulische Scheibenbremsen – und hält Wort: Die Zeitschrift @electrobike (Ausgabe 2/2019) kürte das Pedelec zum Testsieger. Die Tester lobten unter anderem den leisen Bosch-Mittelmotor sowie das Gewicht von nur 22,4 Kilogramm, man kritisierte jedoch den vergleichsweise schwachen 400-Wh-Akku, der im Stadtbetrieb im Testlauf auf eine Reichweite von circa 50 Kilometern kam. Wer mehr braucht, rüstet optional auf einen 500-Wh-Akku auf.

  • Pedelec mit 400-Wh-Akku
  • Mittelmotor
  • Hydraulische Scheibenbremse
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Gewicht (laut Hersteller): 22,4 Kilogramm
  • Preis: circa 1.800 Euro


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Fischer FR 18: Das klappt gut!

Fischer FR 18
Ein Leichtgewicht ist das Fischer FR 18 nicht, dafür aber gut und vergleichsweise günstig
© Fischer

Klappräder sind praktisch, denn zusammengefaltet passen Sie in den Kofferraum vieler Autos – Sie sparen sich für den Transport den Dachgepäckträger. Das ist vor allem für Pendler perfekt: Die fahren mit dem Auto bis an den Stadtrand und legen die letzten Kilometer zum Arbeitsplatz mit dem kleinen Flitzer zurück, um sich eine lästige Parkplatzsuche oder überzogene Parkgebühren zu sparen. Praktisch vor allem, wenn das Zweirad mit einem elektrischen Motörchen ausgestattet ist. Ein empfehlenswertes E-Klapprad ist das Fischer FR 18 – im Test von Auto Bild etwa belegte es 2019 im Vergleich mit fünf weiteren faltbaren Modellen den ersten Platz. Mit seinen 22 Kilogramm ist das FR 18 zwar kein Leichtgewicht, doch dem Fahrspaß tut das Pölsterchen keinen Abbruch: Auto Bild lobte unter anderem den "spontanen und kräftigen" Heckmotor. Zudem punktete es mit einer Reichweite von circa 80 Kilometern und einer guten Serienausstattung. Kritik gab es für eine Eigenart: Erreicht der Flitzer die 25-km/h-Marke, regelt der Motor laut der Tester unsanft ab. Unterm Strich gibt es für das mit 1.199 Euro vergleichsweise günstige E-Faltrad von der Redaktion das Prädikat "sehr empfehlenswert".

  • Falt-Pedelec mit 317-Wh-Akku
  • Reichweite (laut Hersteller): 80 Kilometer
  • Schaltung: 7-Gang-Kette
  • Gewicht (laut Hersteller): 22 Kilogramm
  • Preis: circa 1.100 Euro


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