Regierung ruft Notstand aus

Dürre in Großbritannien – erste Supermärkte rationieren Trinkwasser

Leere Wasserregale in einem Supermarkt in Großbritannien. Eine Hitzewelle macht dem Land zu schaffen.
Leere Wasserregale in einem Supermarkt in Großbritannien. Eine Hitzewelle macht dem Land zu schaffen.
David Mirzoeff, picture alliance

Eine Hitzewelle nach der anderen: Großbritannien leidet unter einem immens heißen Sommer. Das macht sich jetzt in den Supermärkten bemerkbar. Aufgrund der hohen Nachfrage nach abgepacktem Trinkwasser rationieren die ersten Ketten, wie viele Flaschen jeder mitnehmen darf. Droht das auch bei uns?

Aldi nimmt Schild zur Wasser-Rationierung wieder ab

Ein Schild in einem Aldi-Markt in London sorgte kurzzeitig für Unruhe: Nur fünf Einzelflaschen dürfen Käufer mitnehmen. In einem anderen Markt sind es drei „Multipacks“, also insgesamt 18 Flaschen. Der Markt will so Hamsterkäufen vorbeugen, alle Kunden sollen noch genügend Wasser bekommen.

Als die ersten Reaktionen kamen, stellte die Filialkette allerdings klar, dass es sich nicht um ein nationales Problem handele. Wie unter anderem die britische Sun berichtet, seien die Schilder mittlerweile wieder abgenommen worden.

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Wasserversorgung in Großbritannien schwierig

Doch das Grundproblem – die Dürre – ist damit nicht aus der Welt. Die Temperaturen im Vereinigten Königreich knackten immer wieder die 40 Grad. Viele Flüsse sind bereits trockgelegt. Die Regierung hat den Dürrenotstand ausgerufen. An vielen Orten darf Wasser nicht mehr zur Bewässerung von Gärten oder Befüllung von Pools benutzt werden. Auch die zum Teil marode Infrastruktur macht dem Land zu schaffen. So gibt es aktuell Regionen, die von der Wasserversorgung aufgrund von Rohrbrüchen abgeschnitten sind.

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Dazu kommt, dass das Leitungswasser in Großbritannien zwar in vielen, aber lange nicht in allen Regionen zum Trinken geeignet ist. Teils ist es stark mit Chlor versetzt, teils sind die Leitungen in den Häusern so alt, dass ein Genuss nicht mehr unbedenklich ist.

Leitungswasser in Deutschland ist unbedenklich

In Deutschland hingegen ist es um die Wasserversorgung zumindest beim Leitungswasser besser gestellt. Das Trinkwasser besitzt eine sehr gute Qualität, es kann nahezu überall ohne Bedenken getrunken werden. Zwar ist in einigen Teilen von Deutschland bereits untersagt, Wasser aus oberirdischen Gewässern (Seen, Flüsse, Teiche) zu entnehmen, Leitungswasser ist davon aber noch nicht betroffen.

Lese-Tipp: Städte- und Gemeindebund warnt: In Deutschland wird das Wasser knapp

Im Juli prognostizierte Andreas Hartmann, Leiter des Instituts für Grundwasserswirtschaft an der TU Dresden, beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass es vermutlich nicht zu so einer starken Wasserknappheit wie in anderen europäischen Ländern kommen werde. Die Wasserspeicher und die Leitungen seien besser, es ginge nicht so viel Wasser verloren. (eon)