DSDS 2017: Jurorin Shirin David im Interview über ihre Arbeit bei "Deutschland sucht den Superstar"

© RTL, Stefan Gregorowius

19. Januar 2017 - 9:58 Uhr

Jurorin Shirin David im Interview

Die 21-jährige Shirin David stammt eigentlich aus der YouTube-Welt und gehört zu den erfolgreichsten YouTube-Stars Deutschlands. Auch musikalisch hat sie einiges zu bieten: Ab ihrem vierten Lebensjahr erhielt sie Musikunterricht an verschiedensten Instrumenten. Darüber hinaus nahm sie Gesangsunterricht und absolvierte sogar eine Ausbildung an der Jugendopernakademie in Gesang, Schauspiel und Tanz. Als DSDS-Jurorin ist Social-Media-Star Shirin David nun das erste Mal im Bereich Fernsehen tätig. Mit uns sie über ihren Job als Jurorin von "Deutschland sucht den Superstar" 2017 und ihre Pläne für das neue Jahr gesprochen.

Shirin David über ihren Job als DSDS-Jurorin

Guckst du als YouTube-Star eigentlich noch Fernsehen oder bist du nur noch online unterwegs?

Shirin David: "Ich gucke definitiv noch Fernsehen. Ich habe einen riesengroßen Bildschirm bei mir im Wohnzimmer und schaue immer mal wieder, was aktuell so in der Fernsehwelt läuft."

Hast du auch DSDS geschaut?

"Ja, seit meinem 7. Lebensjahr. Seit der ersten Staffel."

Wie fühlt es sich an, jetzt selbst bei DSDS in der Jury zu sitzen?

"Es ist toll das Ganze aus einer anderen Perspektive mitzubekommen. Du musst dir vorstellen: Ich saß jeden Samstagabend zusammen mit meiner Familie vor dem Fernseher mit einer dicken Chips-Packung und wir haben uns alles reingezogen, was mit DSDS zu tun hatte."

Hast du auch mal selbst dran gedacht, dich bei DSDS zu bewerben?

"Ich hatte tatsächlich mal daran gedacht, mich zu bewerben, aber ich war damals einfach noch nicht soweit. Ich wollte immer noch mehr und mehr und dann kam YouTube. Und jetzt sitze ich in der Jury."

Wie gefällt dir die Arbeit bei DSDS?

"Sehr gut! Es ist definitiv eine neue und andere Arbeit. Es ist toll, die Erfahrung machen zu können und mit drei Juroren in der Jury zu sitzen, die bereits so viel Erfahrung haben und so professionell sind. Davon kann ich mir eine ganz dicke Scheibe abschneiden."

Wie verstehen Sie sich untereinander?

"Die Harmonie unter uns Juroren ist ziemlich gut. Jeder ist eine eigene Person, jeder hat seine eigene Meinung und zusammen ergibt das ein tolles Gesamtbild. Obwohl wir so verschieden sind, harmonieren wir sehr gut."

Wie bist du so als Jurorin?

"Als die neue Jurorin achte sehr stark auf die Persönlichkeit der Kandidaten, weil es heutzutage eben nicht mehr nur auf eine gute Stimme ankommt, sondern auch um das Drumherum: Wie präsentiert sich ein Kandidat? Welchen Wiedererkennungswert hat er?"

Was macht dich zu einer guten Jurorin?

"Als Jurorin qualifiziert mich definitiv meine musikalische Vergangenheit. Zu allererst habe ich mit dem Tanzen begonnen, an der John-Neumeier-Ballettschule in Hamburg. Ich habe ein Stipendium für Jazzdance bekommen und eine Ausbildung an der Jugendopern-Akademie in Hamburg gemacht in Schauspiel, Musik und Tanz. Ich spiele Klavier, Oboe, Geige und Saxophon. Ich habe im Mädchenchor gesungen und viele kleinere Rollen an der hamburgischen Staatsoper gehabt. Ich durfte also viele künstlerische Erfahrungen sammeln, sowohl musikalisch als auch tänzerisch und schauspielerisch."

Was sagst du zu den Kandidaten in diesem Jahr?

"Sie sind sehr unterschiedlich, bunt und vielfältig. Es ist für jeden etwas dabei und die Kandidaten werden dem Motto 'No Limits' definitiv gerecht. Das Alter geht bis 72 Jahre hoch. Wir haben Schlager- und Rocksänger sowie Klassiksänger dabei. Es ist wirklich jede Musikrichtung vertreten und genau das ist das geile dabei. Man kann niemanden in eine Schublade stecken."

Hast du durch dein junges Alter einen besseren Zugang zu den Kandidaten als die anderen Juroren?

"Ich glaube, dass es auf jeden Fall hilfreich ist, dass ich vom Alter her näher an den Kandidaten dran bin. Ich konnte auch mit einigen backstage sprechen und habe schnell einen Draht zu ihnen gefunden, weil die wissen, dass ich selbst auch noch auf meinem Weg bin und gerade erst anfange. Fernsehen ist für mich neu. Ich glaube, das gibt eine ganz tolle Verbindung zwischen den Kandidaten und mir."

Kannst du ihnen dadurch besser helfen?

"Ich denke schon. Ich hatte das Gefühl, dass ich einigen die Aufregungen vor dem Casting nehmen konnte. Es ist toll zu sehen, dass man etwas bewirken kann."

Gab es einen Song, der in den Castings besonders oft gesungen wurde?

"Ja, aber auch bestimmte Interpreten waren oft dabei. Vor allem Helene Fischer und Andreas Bourani wurden sehr oft gesungen. Deutsche Songs – ob Schlager oder Pop – sind momentan echt angesagt."

Auf welche Musikrichtung stehst du persönlich am meisten?

"Ich persönlich finde R'n'B und Hip Hop ganz ganz toll. Das ist meine Musikrichtung, die ich unglaublich gerne höre. Vor allem die Songs aus den 2000er und 1990er Jahren."

Was muss der neue Superstar für dich haben?

"Der neue Superstar muss auf jeden Fall einen Wiedererkennungswert haben, sowohl in der Stimme als auch in der Persönlichkeit. Außerdem muss er Fleiß, Willen, Ehrgeiz und fünf Prozent Talent haben."

Was denkst du bei den ganz verrückten Kandidaten, die nicht singen können?

"Es ist eine Mischung aus Fremdschämen und Unterhaltung. Manchmal ist es lustig, manchmal ist es auch nicht so lustig. Aber im Endeffekt unterhält es den Zuschauer. Das muss man ganz klar so sehen."

Hast du Angst, dass deine YouTube-Fans dein Engagement bei DSDS negativ aufnehmen?

"Ich hatte tatsächlich Angst vor den Reaktionen, aber alle haben so toll reagiert. Meine Fans haben sich richtig gefreut, mich zweimal in der Woche bei DSDS zu sehen. Die sind alle am Ausrasten. Das hat mich in meiner Entscheidungen total bestätigt."

Wie siehst du deine Zukunft? Kannst du dir vorstellen, auch weiterhin im Bereich Fernsehen tätig zu sein? 

"Das ist eine Sache, über dich ich oft nachdenke. Ich komme von YouTube und das bleibt auch so. Ich möchte auch weiterhin meinen eigenen Content produzieren und meine eigenen Interessen umsetzen. Gerade das finde ich an YouTube so toll. Man kann kreativ sein und sein wie man möchte. Fernsehen ist trotzdem etwas, dass mich sehr anspricht und was mir großen Spaß macht. Ich finde die Vielfältigkeit toll."

Durch deine Jurorentätigkeit erlangst du nun noch mehr Bekanntheit, besonders bei der älteren Zielgruppe. Glaubst du, dass sich dadurch Vieles für dich verändert?

"Ich hoffe, dass alles so bleibt wie bisher. Vor allem, dass die Normalität bleibt. Es ist natürlich sehr spannend und ich darf durch DSDS Vieles dazu lernen. Ich glaube aber, dass sich privat für mich nicht viel verändern wird. Ich kenne es ja schon, dass Zuschauer auch einfach mal vor meiner Haustür stehen und klingeln."