Nach den Mega-Erfolgen

Dressur-Queen Jessica von Bredow-Werndl gibt Einblicke in ihr Seelenleben

Jessica von Bredow-Werndl.
Jessica von Bredow-Werndl.
© deutsche presse agentur

16. September 2021 - 8:36 Uhr

"Die Erfolge sind toll, aber ich definiere mich nicht darüber"

Ihre Erfolge bei den Olympischen Spielen in Tokio und der EM haben für Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl keinen Einfluss auf ihr Leben. "Was mir wichtig ist: Auch durch einen anderen Ausgang der Olympischen Spiele, ohne die Goldmedaillen hätte sich für mich als Mensch nichts geändert", sagte die 35-Jährige in einem Interview der Funke Mediengruppe. "Die Erfolge sind toll, aber ich definiere mich nicht darüber." Sie seien lediglich Anerkennung für ihre Arbeit "und eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind".

"Bin noch dankbarer - und auch erschöpft"

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Erfolgsfrau: Jessica von Bredow-Werndl
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Von Bredow-Werndl hatte in Tokio mit ihrer Stute Dalera Doppel-Gold mit dem Team und im Einzel gewonnen, bei der EM in der vergangenen Woche holte das Duo drei weitere Titel. "Ich bin noch dankbarer - und auch erschöpft", sagte sie. "Aber die Erlebnisse haben mich genauso auf dem Boden gelassen, wie ich es zuvor auch war." Sie habe in den zweieinhalb Wochen vor der Europameisterschaft keine Interviews gegeben. "Das war so eine schöne Zeit, weil ich einfach mal wieder Alltag hatte, normal geritten bin und Zeit mit meinem Sohn verbracht habe."

Beim CHIO in dieser Woche in Aachen startet von Bredow-Werndl mit ihrem Zweitpferd Ferdinand. Dalera bekommt eine Pause. Angesprochen auf ihre Chancen bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres als einzige deutsche Doppel-Olympiasiegerin meinte die Reiterin: "Ach, ich glaube, da gibt es mehrere, die das werden können und es verdient hätten. Aber cool wäre es allemal."

Ihre sportlichen Planungen gehen mindestens bis zu den Spielen 2024. Ihre beiden Spitzenpferde seien dann im besten Alter: "Und momentan habe ich auch noch eine achtjährige Stute, die noch gar nicht im Grand-Prix-Sport ist, die ich aber ausbilden darf und der ich ganz viel zutraue. Da liegt es nahe, dass ich weitermache und in Paris dabei sein möchte." In der Ausbildung ihrer Pferde findet es "JBW" wichtig, die Fehler immer bei sich selbst und niemals beim Tier zu suchen. Wenn mal etwas nicht funktioniert, frage sie sich: "Mein Gott, bin ich jetzt zu blöd, es dem Pferd zu erklären?" Und wenn irgendwann mal gar nichts geht, "mache ich einmal 'Aaaaaargh', lasse die Zügel los und mache gar nichts mehr. Ich lasse nie Wut am Pferd aus." (tno/dpa/sid)