Arbeiten neben dem Studium

Vom Hörsaal zur Arbeit: Drei Viertel der Studierenden haben einen Nebenjob

Drei Viertel der Studierenden in Deutschland haben einen Nebenjob
© dpa, Sebastian Gollnow, amb fp rho

19. Oktober 2020 - 13:35 Uhr

Nebenjob wichtig für Studierende

Beim Einkaufen im Supermarkt, beim Shoppen von Klamotten oder abends beim Essen gehen: Womöglich kommt jeder von uns beinahe täglich mit studentischen Mini-Jobbern in Kontakt. Wie eine neue Studie zeigt, geht der Großteil aller deutschen Studierenden nach der Vorlesung noch arbeiten.

Ohne Studierende geht in manchen Branchen fast nix

Der Großteil der Studierenden in Deutschland hat einen Nebenjob. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Minijob-Zentrale hervor. Demnach gehen gut drei Viertel aller deutschen Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen einer Erwerbstätigkeit nach. Zum Vergleich: Vor rund zehn Jahren gaben nur knapp 48 Prozent der Studierenden an, parallel zum Studium zu arbeiten.

Gut ein Viertel arbeitet laut der am Montag publizierten Umfrage in der Gastronomie oder im Einzelhandel. Gerade in diesen Branchen setzen viele Betriebe auf die Verfügbarkeit von Studierenden. Mittlerweile gibt es sogar Betriebe, die nur noch auf studentische Minijobber zurückgreifen. Nachhilfeunterricht oder allgemeine Bürotätigkeiten erledigen laut der Umfrage fast die Hälfte der Befragten.

Lebenshaltungskosten immer höher

Für viele Studieredende ist der Job neben dem Studium extrem wichtig. Denn sowohl die Lebenshaltungskosten also auch die Miete sind in vielen deutschen Studenten-und Großstädten in den letzten Jahren rapide gestiegen. Ohne Nebenjob könnten sich viele Studierende das Studieren womöglich nicht mehr leisten. Wer keinen Nebenjob hat, wird laut der Forsa-Umfrage finanziell von der Familie unterstützt.

Nicht nur Geld ist wichtig

Für viele der befragten Studentinnen und Studenten sei Geld ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Nebenjob- aber nicht das allein Entscheidende. Auch zeitliche Flexibilität, Anerkennung durch Vorgesetzte und Kollegen oder anspruchsvolle und abwechslungsreiche Aufgaben entscheiden über die Wahl des Minijobs. Damit folgen die studentischen Minijobber einem allgemeinen Trend, der unter jungen Arbeitnehmern zu beobachten ist: Laut der "Meaning-of Work"-Studie, die im Mai in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut "YouGov" entstand, sind Kriterien wie Selbstverwirklichung, Zufriedenheit und ein funktionierendes Team für Arbeitnehmer bis 24 Jahren mindestens ebenso wichtig wie das Gehalt.