"Er räumt jeden aus dem Weg"

"Dreckskerl" Grosjean bringt wütendes Fahrerfeld gegen sich auf

Romain Grosjean ist im Feld nicht sonderlich beliebt.
Romain Grosjean ist im Feld nicht sonderlich beliebt.
© IMAGO/ZUMA Wire, IMAGO/Ariana Ruiz, www.imago-images.de

12. Mai 2022 - 13:27 Uhr

Nach seinem furiosen IndyCar-Debüt im letzten Jahr, bei dem er unter den Fans sogar zum beliebtesten Fahrer der Serie gewählt wurde, hat Romain Grosjean mittlerweile des Image eines Bad Boys bekommen - jedenfalls unter den Fahrern. Was dem Franzosen dabei wohl zum Verhängnis wird: Dass er in der Formel 1 auch nicht immer sauber agierte.

Dunkle Wolken sind aufgezogen

Nach seinem Aus bei Haas und dem darauffolgenden Engagement in der IndyCar-Serie ging für Romain Grosjean ein Traum in Erfüllung. Endlich fuhr der frühere Formel-1-Pilot, der sich Ende 2020 in Bahrain spektakulär aus seinem bei einem Crash völlig zerstörten und brennenden Boliden retten konnte, wieder weiter vorn mit. Doch nicht nur der heute 36-Jährige blühte auf, die Zuschauer schlossen den Franzosen sofort in ihr Herz.

"Es fühlte sich toll an, nach nur einem Jahr im IndyCar zum beliebtesten Fahrer gewählt worden zu sein", freute sich Grosjean zu Jahresbeginn. Doch mittlerweile sind dunklere Wolken rund um den früheren Königsklasse-Piloten aufgezogen. Das liegt allerdings weniger an den Fans als an seinen Mitstreitern.

Grosjean, der mittlerweile für Andretti Autosport fährt, hat es sich insbesondere im letzten Rennen in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama mit Graham Rahal verscherzt. Weil der 36-Jährige gleich zweimal in die Seite von Rahals Honda fuhr, als die beiden um eine Position auf der Strecke kämpften, gab es große Diskussionen im Paddock.

"Typ hat seinen Willkommens-Bonus aufgebraucht"

"Der Typ ist ein Dreckskerl", sagte Rahal über Funk, "er hat mich mit Absicht berührt." Die "NBC"-Reporter, die das Rennen begleiteten, stießen in die gleiche Kerbe. Als Grosjean seinerseits via Funk an seine Box meldete, dass Rahal ihn berührt hätte, stellten die Experten unumwunden fest, dass es zu 100 Prozent Grosjean war, dem die Schuld für den Crash zuzuschieben ist.

Nach dem Rennen war Rahal dementsprechend angefressen. "Ich wusste, dass er im Sturzflug in mich hineinkrachen würde. Ich wurde schon gewarnt, dass er sowas macht", sagte der Honda-Pilot. Was Rahal am meisten verärgerte: "Das war nicht das erste Mal. In St. Peterburg hat er jeden aus dem Weg geräumt, den er treffen konnte. Jetzt kommen wir hierher und er trifft Rossi, Hertha und mich. Der Typ hat seinen Willkommens-Bonus aufgebraucht."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Kontakt nur "gutes Racing"

Grosjean selbst entgegnete dem Trubel mit Gelassenheit, bezeichnete den Kontakt der beiden nur als "gutes Racing". Hinter den Kulissen scheinen aber gleich mehrere Fahrer der gleichen Meinung wie Rahal zu sein. Schon in der letzten Saison gab es Vorfälle, an denen Grosjean beteiligt war. Diese wurden zwar in der Öffentlichkeit noch heruntergespielt, weil der Franzose als Rookie unterwegs war. Im Hintergrund sollen aber schon damals mehrere Fahrer die Fahrweise des ehemaligen Formel-1-Piloten kritisiert haben.

Dass Grosjean kein Waisenknabe ist, bewies er bereits zu seiner Zeit in der Königsklasse. Hier geriet er nicht nur mehrfach mit seinem Haas-Teamkollegen Kevin Magnussen aneinander, sondern sorgte auch im Duell mit anderen Fahrern für hochgezogene Augenbrauen. (tno/sport.de)