Kind geistesgegenwärtig aus der Gefahrenzone geworfen

Mutter opfert ihr Bein, um ihrem Sohn (5 Monate) das Leben zu retten

Ruby Flanagan hat ihr rechtes Bein verloren, aber ihrem fünf Monate alten Sohn das Leben gerettet.
Ruby Flanagan hat ihr rechtes Bein verloren, aber ihrem fünf Monate alten Sohn das Leben gerettet.
© Gofundme

24. August 2021 - 9:18 Uhr

Ruby Flanagan sah zwei Autos auf sich zurasen

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich in die Gefühlswelt von Ruby Flanagan (24) hineinversetzen kann. Die Krankenschwester aus Wallasey (England) hat bei einem Horrorunfall am Montag ein Bein verloren. Aber ihr Sohn Leon (fünf Monate) lebt: weil die 24-Jährige nicht an sich dachte, als zwei Autos auf sie zurasten – sondern das Kind geistesgegenwärtig aus der Gefahrenzone warf.

Auf dem Weg zum Supermarkt: Mutter rettet Kind durch Wurf

Ruby Flanagan will mit ihrer Mutter bei einem Supermarkt einkaufen. Ihren Sohn trägt sie in einem Kindersitz über einen Zebrastreifen, berichtet die britische "Sun". Sie sieht einen silbernen Mercedes und einen blauen VW, die sich gefährlich nähern. Die Frau entscheidet blitzschnell: Sie wirft ihr Baby auf Seite, um es zu retten.

Krankenschwester verliert bei Unfall in Wallasey ihr rechtes Bein

Doch die 24-Jährige wird zwischen den Autos eingequetscht. Mehrere Menschen eilen der Krankenschwester zu Hilfe. Eine Frau legt nach Angaben des "Liverpool Echo" ihre Beine hoch, während Polizisten ihrem Baby Decken und einen Schnuller besorgen. Ruby Flanagan kommt schwer verletzt ins Krankenhaus, wo ihr die Ärzte ihr rechtes Bein amputieren müssen. Es wird befürchtet, dass sie auch ihr anderes Bein verliert.

Die 24-Jährige sei "traumatisiert" gewesen, als sie aufwachte, erzählt ihre Schwägerin Chelsea Clarke der "Sun". Sie habe sich Sorgen gemacht, dass sie und ihr Partner ihre Hypotheken und Rechnungen nicht bezahlen können.

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Ruby Flanagan sollte nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen

"Rubys Becken ist zertrümmert worden, ihr rechtes Bein wurde amputiert, und ihr linkes Bein ist an mehreren Stellen gebrochen", sagt Chelsea Clarke der Zeitung. "Sie wartet auf weitere Operationen, die Rehabilitation wird lange dauern." Ihre Schwägerin brauche möglicherweise eine aufwändige und teure medizinische Versorgung.

Nächsten Monat sollte Ruby Flanagan nach der Elternzeit in ihren Job zurückkehren. Auch ihr Partner wird zunächst nicht arbeiten können, weil er sich um den kleinen Leon kümmern muss.

Schwägerin richtet "Gofundme"-Spendenseite ein

Um der Familie zu helfen, hat Chelsea Clarke eine Seite auf der Spendenplattform "Gofundme" eingerichtet. Bisher sind circa 75.000 Euro an Spenden zusammengekommen (Stand: 20. August 2021). "Sie sind großartige Eltern und würden alles für jeden tun", sagt sie. "Rubys heldenhafte Tat, ihrem kleinen Jungen das Leben zu retten, war einfach unglaublich." (bst)