Alle reden über die angebliche Affäre – aber wie ist der Film?

„Don’t Worry Darling“ – Kritik zum Skandalfilm von Olivia Wilde mit Harry Styles & Florence Pugh - Kinostart: 22.9.22

Harry Styles und Florence Pugh in „Don’t Worry Darling“
Harry Styles und Florence Pugh in „Don’t Worry Darling“
Warner Bros.

von Mireilla Zirpins

Was ist über diesen Film schon geschrieben worden, bevor ihn überhaupt nur jemand gesehen hatte! Im Auge des Sturms: Regisseurin Olivia Wilde (38, Regiedebüt: „Booksmart“) und ihre angebliche heiße Affäre mit Sänger Harry Styles (28) am Set. Gerüchten zufolge soll Hauptdarstellerin Florence Pugh (26) es unangenehm gefunden haben, dass ihre Regisseurin und ihr Co-Star in den Drehpausen anbandelten. Und zwischendrin kam noch Wildes damaliger Freund Jason Sudeikis mit den gemeinsamen Kindern am Set vorbei und ließ ihr später die Sorgerechtspapiere vor Publikum zustellen. Skandal! Aber, wie ist der Film nun? Sieht man „Don’t Worry Darling“ die Bad Vibrations am Set an?

Don't worry! Olivia Wildes Film sieht schick aus und ist durchaus unterhaltsam

Don’t worry! Olivia Wildes Film ist kein Reinfall, sondern unterhaltsames Eye-Candy mit einer starken Hauptdarstellerin. Nur Harry Styles in einer tragenden Rolle gehört nicht zu den Stärken des Films. Er und Florence Pugh spielen das junge Pärchen Jack und Alice, das in einer 1950er-Retortenstadt den American Dream zu leben scheint. Er geht wie alle Männer morgens mit seiner Aktentasche lässig aus dem Haus und macht eine steile Karriere in einem Top-Secret-Projekt, sie schmeißt den Haushalt und hängt mit den anderen Gattinnen am Pool ab. Nach dem Cocktail mit Nachbarn fallen die beiden attraktiven Lovebirds übereinander her.

Als eines Tages Jacks geheimnisvoller Chef Frank (Chris Pine) ihnen dabei zusieht und sich Nachbarin Margaret (KiKi Layne) vor ihren Augen etwas Grausames antut, beginnt Alice, hinter der idyllischen Fassade herumzuschnüffeln. Warum ist sie die Einzige, die das mit KiKi mitbekommen haben will? Ist hier etwas faul oder kann sie ihrer eigenen Wahrnehmung nicht trauen?

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Starke Florence Pugh, schwacher Harry Styles

Olivia Wilde wollte Alice ursprünglich selbst spielen. Nicht auszudenken, wie groß das Geläster dann gewesen wäre! Aber auch so war es eine kluge Entscheidung von ihr, selbst die eher blasse Rolle von Alice‘ Freundin Bunny zu mimen und für die Hauptrolle Florence Pugh anzuheuern. Die hat schon in „Little Women“ oder „Black Widow“ eindrucksvoll gezeigt, dass sie Sinnlichkeit und Kraft zugleich verkörpern kann und zeigt hier noch mal ganz neue Facetten ihres sehr körperlichen Spiels. Ob sie sich irritiert durch Cocktails lächelt oder fiebrig und verschwitzt in James-Bond-Manier durch eine Wüste hechtet – Florence Pugh ist immer glaubwürdig und sieht dabei unfassbar sexy aus in ihren Retro-Dresses.

Die Männer hingegen bleiben etwas farblos. Das gehört zwar zum Konzept des Films, aber Chris Pine wird als schöner Fiesling nicht so richtig gefordert. Und Harry Styles, der in seinem Schauspieldebüt „Dunkirk“ eine gute Figur gemacht hat, glänzt zwar im Film mit einer Tanzeinlage, wird aber ansonsten von Florence Pugh mit ihrer unglaublichen Präsenz einfach an die Wand gespielt. Manchmal beschleicht uns das Gefühl, die Regie hätte gar kein Interesse daran, ihn ins rechte Licht zu rücken.

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Auf der anderen Seite: Nicht auszudenken, was die bösen Zungen gesagt hätten, wenn Olivia Wilde die Attraktivität ihres angeblichen neuen Boyfriends auf der Leinwand so richtig abgefeiert hätte. Gut getan hat dem Filmstart der ganze Buzz um die Liebelei nicht. Denn wer auf der Leinwand nur auf Olivia Wilde und Harry Styles schaut, der verpasst das Beste.

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Das Beste an „Don’t Worry Darling“: eindeutig Florence Pugh

„Don’t Worry Darling“ ist vor allem eins: eine optische erstklassig ausgestattete Florence-Pugh-Show, die zwar ein paar Längen hat und eine Auflösung, über die man diskutieren kann. Aber dann reden wir wenigstens mal über etwas anderes als Liebeleien und „Spuck-Attacken“.

Don’t Worry Darling – Thriller

  • Kinostart: 22.09.2022
  • FKS: 12
  • Regie: Olivia Wilde
  • Cast: Florence Pugh, Harry Styles, Chris Pine, Olivia Wilde, Gemma Chan, Margaret, Dita Von Teese