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Die Linke: Darum tritt Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow zurück

Parteivorsitzende nennt drei Gründe

Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow tritt zurück

Susanne Hennig-Wellsow
Susanne Hennig-Wellsow
www.imago-images.de, IMAGO/Chris Emil Janßen, IMAGO/Chris Emil Janssen

Die Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow tritt als Parteivorsitzende zurück. Das teilte sie am Mittwoch auf ihrer Website und bei Twitter mit. "Ich stelle heute mein Amt als Parteivorsitzende der Linken mit sofortiger Wirkung zur Verfügung. Ich weiß um die vermeidbaren Fehler, die ich selbst gemacht habe. Ich weiß auch, dass ich es nicht ausreichend vermocht habe, diejenigen zu überzeugen, die mit Erneuerung vor allem die Angst vor dem Verlust des Vertrauten, der Gewissheiten verbinden."

Hennig-Wellsow führte die Linke gemeinsam mit Janine Wissler seit Ende Februar 2021.

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Hennig-Wellsow: "Ich habe einen achtjährigen Sohn, der mich braucht"

Wie Hennig-Wellsow auf ihrer Website schreibt, tritt sie aus folgenden Gründen vom Amt der Parteivorsitzenden zurück:

  1. „Meine private Lebenssituation erlaubt es nicht, mit der Kraft und der Zeit für meine Partei da zu sein, wie es in der gegenwärtigen Lage nötig ist. Ich habe einen achtjährigen Sohn, der mich braucht, der ein Recht auf Zeit mit mir hat. Aber auch DIE LINKE braucht in dieser Situation eine Vorsitzende, die mit allem was sie hat für die Partei da ist.
  2. Die vergangenen Monate waren eine der schwierigsten Phasen in der Geschichte unserer Partei. Erneuerung ist umso mehr nötig, und diese Erneuerung braucht neue Gesichter, um glaubwürdig zu sein. Die LINKE hat es verdient, von Menschen geführt zu werden, die unseren Anhänger:innen und Mitgliedern wieder Mut machen.
  3. Der Umgang mit Sexismus in den eigenen Reihen hat eklatante Defizite unserer Partei offen gelegt. Ich entschuldige mich bei den Betroffenen und unterstütze alle Anstrengungen, die jetzt nötig sind, um aus der LINKEN eine Partei zu machen, in der Sexismus keinen Platz hat.“

Bevor Hennig-Wellsow im vergangenen Jahr in den Bundestag gewählt wurde, war sie 17 Jahre lang Abgeordnete im Thüringer Landtag, seit 2014 auch als Fraktionsvorsitzende. In diesem Amt erlangte die Politikerin bundesweite Bekanntheit, als sie im Februar 2020 dem damals mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählten FDP-Politiker Thomas Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße warf. (akr, mit dpa)