Jähes Reise-Ende

Deutsche Bahn: Kaffee-Pause führt zu ICE-Rauswurf - Verstoß gegen die Maskenpflicht beendet Zug-Reise

Die gemeinsame Reise im Fernverkehr endete unverhofft.
Die gemeinsame Reise im Fernverkehr endete unverhofft.
www.imago-images.de, IMAGO/Jochen Eckel

von Wiebke Tomescheit

Angeblich hätten sie die Maske bloß abgenommen, um Kaffee aus dem Bordbistro zu trinken. Einem Schaffner der Deutschen Bahn reichte das, um ein Ehepaar aus dem ICE zu werfen.

Verstoß gegen die Maskenpflicht: Konsequenzen im Fernverkehr

Es ist eine etwas undurchsichtige Geschichte, die in Zeiten, in denen um ein Ende der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen diskutiert wird, beiden Seiten Zündstoff liefern dürfte. Ein Ehepaar war am Vormittag des 31. Dezember im ICE von Binz nach Berlin unterwegs. Die Fahrt endete unerfreulich: Wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht wurden beide aus dem Zug geworfen.

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Gegenüber dem "Tagesspiegel" gibt Nikola K. an, mit ihrer Frau ganz alleine in einem Abteil gesessen zu haben und darin tatsächlich zuerst keine Masken getragen zu haben. Ein Fehler, der schnell passiert, da es inzwischen kaum noch irgendwo eine Maskenpflicht gibt und die beiden in einem gefühlt abgeschlossenen Raum saßen.

Als der Schaffner kam, forderte er das Paar auf, die Masken aufzusetzen, was sie dann auch direkt getan hätten. Laut Nikola K. sei der Mann bereits bei dieser Begegnung "rüde und aggressiv" gewesen. Als sie etwas später ein belegtes Brot ausgepackt habe, um es zu essen, habe der Schaffner dies durch das Fenster in der Abteiltür gesehen und "mit bösem Blick und Gesten" das Wiederaufsetzen der Maske gefordert. Die Frau habe aber zuerst ihr Brot aufgegessen, sei erst dann der Aufforderung gefolgt.

Während der Trinkpause: Ehepaar soll Zug verlassen

Nach zwei Stunden Fahrt kam ein Verkäufer mit dem Kaffeewagen vorbei und bot Getränke an. Das Paar erwarb zwei Milchkaffees. Doch als die Frauen diese trinken wollten, stürmte ihren Angaben zufolge der Schaffner mit einer Kollegin ins Abteil und forderte sie auf, den Zug an der nächsten Haltestestelle zu verlassen. Der ICE hielt wenig später in Pasewalk. Nikola K. sei völlig durcheinander gewesen und hätte darauf hingewiesen, dass sie mit Maske nicht den Kaffee hätte trinken können. Als das Argument nicht half, versuchte sie sich zu entschuldigen. Dennoch mussten sie und ihre Frau in Pasewalk aus dem Zug steigen.

Auf Nachfrage des stern erklärt die Deutsche Bahn, "die gesetzliche Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske" gehöre zu den "behördlichen Vorgaben zum Infektionsschutz", die auch die Schaffner in den Fernzügen der Deutschen Bahn umsetzen würden. Fahrgäste dürften ihre Maske zwar "für den Verzehr von Speisen und Getränken" abnehmen. "Während längerer Verzehrpausen" müsse die Maske aber wieder aufgesetzt werden. Konkret auf diesen Fall geht die Deutsche Bahn allerdings auch auf Nachfrage nicht ein.

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Deutsche Bahn: Kein Fehler des Unternehmens

Nikola K. und ihre Frau hatten schriftliche Beschwerde bei der Bahn eingelegt – die jedoch sieht keinen Fehler bei sich und wies darauf hin, dass der Schaffner die Frauen zuvor zwei Mal auf die Maskenpflicht hingewiesen habe. Er sei auch nicht aggressiv vorgegangen, sondern "sachlich". Immerhin mussten beide nicht lange auf den nächsten Zug nach Berlin warten, sondern nur eine halbe Stunde. Und der Folgezug brachte sie problemlos an ihr Ziel.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de.