Vergessen sie den Body-Maß-Index

Der WHtR ist der neue BMI: Bei Bauchfett steigt das Herzinfarktrisiko!

Um sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen, sollte man den Bauchumfang messen.
Um sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen, sollte man den Bauchumfang messen.
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02. November 2021 - 9:25 Uhr

BMI ist veraltet - wie Sie nun Ihr Herzinfarktrisiko bestimmen

Vergessen sie den Body-Maß-Index (BMI), die Zauberformel für den gesunden Körper bemisst sich nach dem Taille-zu-Größe-Verhältniss, dem WHtR (waist-to-height ratio). Ist dieses zu hoch, können Herzkrankheiten die Folge sein.

So berechnen Sie den WHtR

Bisher galt: Mit einem BMI-Wert (Gewicht durch Körpergröße in Metern zum Quadrat - hier berechnen) über 25 gilt man als übergewichtig. Doch diese Einschätzung gilt aus medizinischer Sicht als veraltet.

Der Unterschied: Während der BMI die gesamte Fett- und Muskelmasse misst, liegt der Fokus beim WHtR ausschließlich auf dem schädlichen Bauchfett. Der WHtR vergleicht den Bauchumfang mit der Körpergröße. (Gemessen wird Taillenumfang geteilt durch Körpergröße)

Darüber hinaus gibt es auch noch den Waist-to-hip Ratio. Der WHR, der den Bauchumfang mit dem Hüftumfang vergleicht, ist allerdings messfehleranfälliger. (Gemessen wird Bauchumfang geteilt durch Hüftumfang)

Mediziner der Ludwig-Maximilian-Universität in München (LMU) haben in einer Studie belegt, dass der Taillenumfang eine viel wichtigere Rolle für die eigene Gesundheit spielt, als ein hoher BMI. Somit ist also nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts für Herzkrankheiten und andere Erkrankungen entscheidend.

"Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen", sagt Studienleiter Harald Schneider. Denn "Fett sei nicht gleich Fett", so Schneider und macht deutlich: Das "böse" Fett am Bauch - im Gegensatz zum "guten" Fett an Hüften, Oberschenkel und Po - könne schädliche Fettsäuren und andere Stoffe an den Körper abgeben, die dann Entzündungen verursachen.

Werte über 0,5 sind gefährlich

Der WHtR ist demnach viel wichtiger bei der Abschätzung des Krankheitsrisikos. "Je höher der WHtR, desto größer das Risiko", stellten Schneider und seine Kollegen mit Blick auf Herzinfarkt und Schlaganfall fest. Das bedeutet: Wer zu viel Bauchspeck mit sich herumträgt, den trifft irgendwann der Schlag.

Werte über 0,5 gelten demnach als medizinisch kritisch. Doch die Grenze zur gesundheitlichen Bedenklichkeit könne sich mit dem Alter nach oben verschieben. Der BMI habe diesbezüglich hingegen gar keine Aussagekraft. Für ihre Studie hatten die LMU-Forscher bei knapp 11.000 Probanden bis zu acht Jahre lang regelmäßig Taillenumfang und BMI kontrolliert.

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