Kommentar

Den Muttertag abschaffen? Auf keinen Fall!

RTL-Moderatorin Eva Imhof mag den Muttertag - genau wie ihre beiden Töchter.
RTL-Moderatorin Eva Imhof mag den Muttertag - genau wie ihre beiden Töchter.
© RTL

09. Mai 2021 - 7:44 Uhr

von Eva Imhof

Gerade in diesem Jahr lechzt mein geschundenes Mama-Herz nach ein bisschen Bestätigung. Oder besser gesagt: mehr Bestätigung, als es mir meine mich liebenden Töchter im Alltag geben können. Und ich mag das kollektive Gefühl, wenn wir Mamas uns an diesem einen Tag einfach mal selbst auf die Schulter klopfen und uns gegenseitig stärken, in dem Glauben, dass wir jeden Tag die Hütte rocken. Aber sowas von! Die Pandemie mit all ihren Herausforderungen setzt dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen auf. Für mich ist der Muttertag ein bisschen wie Geburtstag.

Meine Tochter sagt: "Das wäre scheußlich"

Und wenn mir jemand sagt, man solle den Muttertag abschaffen, weil man seine Mutter doch bitte jeden Tag gut behandeln sollte, dann sage ich: oh ja! Mit Sicherheit. Aber für mich schließt das eine das andere nicht aus. Ebenso habe ich eine klare Haltung Menschen gegenüber, die sagen: "Ich brauche keine Muttertagsblumen, solange Frauen immer noch knapp 20 Prozent weniger verdienen als Männer". Natürlich ist es eklatant, dass Frauen oftmals immer noch sehr viel weniger verdienen als Männer und natürlich müssen wir Frauen lautstark gegen solche Missstände kämpfen. Über die globale, dramatische Situation von Frauen will ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen zu schreiben.

Aber auch hier werfe ich ein: ich kann mich für Frauenrechte stark machen UND mich gleichzeitig an einem speziellen Tag von meinen Töchtern betüddeln lassen und über einen schönen Strauß Blumen freuen. Und das finde ich total okay. Und wissen Sie was? Ich habe einfach mal meine achtjährigen Zwillingstöchter gefragt, was sie davon halten, wenn der Muttertag abgeschafft werden würde. Die Reaktionen waren sehr eindeutig:

Lilly: "Das wäre scheußlich!"

Ich (lachend über das lustige Wort "scheußlich" in diesem Zusammenhang): "Warum fändest Du das denn scheußlich?"
Lilly: "Weil ich Dir dann nichts schenken könnte!"

Ich: "Und Du Luisa, wie siehst Du das?"
Luisa: "Blöd! Ich will nicht, dass der Muttertag abgeschafft wird. Wir wollen mit Dir feiern!"

Ich freue mich auf den Muttertag

Ehrlich gesagt hätte ich gar nicht mit solch heftigen Reaktionen gerechnet und vor allem nicht mit dieser Eindeutigkeit. Und ganz ehrlich, gerade das letzte Corona-Jahr war für uns Mamas doch auch besonders herausfordernd, oder?! Seit diesem ganzen Pandemie- und Homeschooling-Wahnsinn ist bei uns zu Hause das Chaos noch ein bisschen größer geworden.

Ich habe oft das Gefühl, dass wieder Mal noch nicht alle Homeschooling-Aufgabenblätter ausgedruckt wurden und wir - wieder mal - irgendwelchen Aufgaben hinterherjagen, die irgendwie irgendwo untergegangen sind. Und es reicht mir langsam mit dem dauerhaften "Daheim sein". Und offen gesagt wünsche ich mir nicht nur, dass mich meine Töchter jeden Tag respektvoll behandeln, nein, ich erwarte es sogar! Respekt und Wertschätzung sind nämlich zwei Säulen meiner Erziehung, die ich bereits sehr früh angefangen habe zu vermitteln. Denn ich wünsche mir, dass wir in unserer Gesellschaft ohnehin wegkommen von den "Egomonstern", die einem immer wieder begegnen. Und stattdessen mehr Güte, Warmherzigkeit und Liebe sprießen lassen.

Und somit freue ich mich schon sehr auf den diesjährigen Muttertag. Denn schlussendlich bin ich durch Corona auch noch zur Lehrerin mutiert und klopfe mir einmal mehr für meine Mama-Leistungen auf die Schulter. Und wer das als "Brimborium" und überflüssig abtut, völlig ok. Leben und leben lassen. Dann feiert euch nicht und lasst euch auch nicht feiern. Wobei ich das tatsächlich ein wenig traurig finde. Denn wer die Fähigkeit besitzt, sich - gerade in Krisenzeiten - selbst Gutes zu tun und die eigenen Leistungen als Mama anzuerkennen und stolz darauf zu sein, der bzw. die wird dadurch immer stärker und kraftvoller. Und das macht uns Mamas wiederum stark, sämtliche Stürme des Lebens zu meistern. Denn wie wir alle wissen: Unsere Kinder sind das Schönste, aber auch das Herausfordernste.

Und wissen Sie, was mir gerade passiert ist? Da stehe ich müde und ein bisschen abgekämpft in der Küche und haue ein paar Maultaschen für die lieben Kleinen in die Pfanne, da fegt meine Tochter Lilly an mir vorbei, schaut mich kurz an und sagt: "Oh! Maultaschen?! DANKE, Mama, DU bist die beste Mama auf der ganzen Welt. Ich bin so froh, dass DU meine Mama bist!"

Tja, so einfach kann es manchmal sein: Maultaschen und Mama-Liebe. (Mama)-Herz, was willst Du mehr?!

Alles Liebe, Ihre Eva Imhof

Lese-Tipp: Warum der Muttertag nicht mehr zeitgemäß ist – Kommentar von RTL-Redakteurin Maren Mangold

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