Wissenschaftler ziehen klares Fazit

Studie: Anschreien schlägt Hunden auf die Psyche

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28. Dezember 2020 - 9:26 Uhr

Psychische Folgen für gestresste Hunde

Hundebesitzer lieben ihre Fellnasen normalerweise über alles, doch selbst dann können Hunde mit ihrem Verhalten manchmal anstrengend sein. Eine neue Studie zeigt jetzt allerdings: Egal, wie genervt Hundebesitzer sind, sie sollten ihren Vierbeiner niemals anschreien, denn das kann langwierige psychische Folgen für den Hund haben.

Lieber belohnen, statt bestrafen

Die Studie der portugiesischen Forscher wurde im Wissenschaftsmagazin "Plos One" veröffentlicht. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Begleithunde, die mit aversiven, etwa schmerzvollen Methoden, trainiert werden, eine schlechtere psychische Gesundheit aufweisen, als solche, deren positives Verhalten gelobt wird" schreiben die Wissenschaftler in ihrer Publikation.

Für Hundehalter heißt das: Lieber gutes Verhalten belohnen, als schlechtes bestrafen. Das soll laut Studie auch die Lernbereitschaft des Hundes steigern. Neu ist die Erkenntnis, dass die Psyche des Tieres langfristig Schaden durch aversives Training nehmen kann.

Langfristig mehr Erfolg durch Belohnung

Für die Studie haben die Forscher fast 100 Hunde untersucht, die in verschiedenen Hundeschulen in Porto trainiert wurden. Etwa die Hälfte wurde durch belohnendes Verhalten trainiert, die andere Hälfte kannte nur Anschreien, an der Leine ziehen oder andere negative Konsequenzen für Fehlverhalten.

Wenig überraschend zeigten die Hunde des aversiven Trainings deutliche Stresssymptome, die anderen reagierten entspannt auf das Training, da sie allenfalls Belohnungen erwarteten.

Einen Monat nach diesem ersten Training wurden die Hunde erneut in ihrer vertrauten Umgebung beobachtet und untersucht. Dort zeigten die zuvor belohnten Hunde nicht nur deutlich stringenter das zuvor erlernte Verhalten, sie wirkten auch zufriedener.

Die Forscher raten in ihrem Fazit also deutlich von aversiven Trainingsmethoden ab.