Freundin überlebte tagelang in der Wüste

Camping-Drama: Tourist stirbt nach Reifenpanne im Death Valley - trauriger Zettel im Auto

Die 27-jährige Emily Henkel und der 32-jährige Alexander Lofgren
Die 27-jährige Emily Henkel und der 32-jährige Alexander Lofgren
© RTL, DD/AP

17. April 2021 - 14:10 Uhr

„Zwei platte Reifen, unterwegs zum Mormon Point, haben Wasser für drei Tage“

In einer abgelegenen Region inmitten der kalifornischen Mojave-Wüste fanden Ranger des Death Valley National Parks einen weißen Geländewagen. Darin lag eine Notiz von den als vermisst gemeldeten Campern Emily Henkel und Alexander Lofgren: "Zwei platte Reifen, unterwegs zum Mormon Point, haben Wasser für drei Tage". Nach einer intensiven Suchaktion in der heißen und extrem trockenen Wüste, konnte der 32-jährige Alexander Lofgren nur noch tot geborgen werden. Seine 27-jährige Freundin Emily Henkel hat den tagelangen Kampf in der Wüste verletzt überlebt.

Mehrere Such-und Rettungstrupps waren am Boden und in der Luft im Einsatz

Death Valley National Park
Im Death Valley National Park in Kalifornien wurden im Jahr 1913 Temperaturen von bis zu 56,7 Grad Celsius gemessen. Foto: Chris Melzer
© deutsche presse agentur

Das erfahrene Camper-Paar wurde am 6. April vermisst gemeldet, weil es von einem Ausflug ins Death Valley nicht wieder zurückgekehrt war. Umgehend wurden große Suchmaßnahmen eingeleitet. Wie Chris Henkel, der Bruder von Emily Henkel, auf der Spendenseite gofundme berichtet, waren mehrere Such-und Rettungstrupps am Boden und in der Luft im Einsatz.

Das Death Valley wird häufig als die "Wüste der Extreme" bezeichnet. Als "der heißeste, trockenste und tiefste National Park", beschreibt es der National Park Service. Im Sommer 2020 wurden Rekordtemperaturen von 54,4 Gard Celsius gemessen. Ohne einen Wasservorrat hat man nur geringe Überlebenschancen. Außerdem ist das "Tal des Todes" sehr weitläufig: Der Death Valley National Park erstreckt sich über eine Fläche von 12.000 km². Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum die Suche nach dem vermissten Campingpaar vorerst ins Leere lief: Es gab keinen genauen Anhaltspunkt.

Lebensrettende Notiz

Der weiße Subaru von Alexander Lofgren und Emily Henkel
Eine Notiz im Wagen des Camper-Paares brachte den entscheidenden Hinweis
© RTL

Erst vier Tage nach dem Verschwinden des Paares fanden Ranger des Nationalparks deren Wagen in einer abgelegenen Region - fernab von der Hauptstraße. Die darin liegende Notiz lieferte den entscheidenden Hinweis zum Aufenthaltsort des Paares:

"Zwei platte Reifen, unterwegs zum Mormon Point, haben Wasser für drei Tage"

Noch am selben Tag wurden Lofgren und Henkel aus der Luft an einem steilen Felsvorsprung in der Region Willow Creek im Death Valley gesichtet. Ein Rettungsversuch aus der Luft scheiterte jedoch. "Aufgrund der extremen Lage ist es den zwei Teammitgliedern nicht gelungen, Lofgren und Henkel zu erreichen. Es ist nicht bekannt, in welcher Verfassung Lofgren und Henkel sich befinden", heißt es in einer Pressemitteilung vom örtlichen Sheriff-Büro am 8. April.

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„Dies war ein ungeheuer schwieriger Einsatz"

Erst am Folgetag gelang die Bergung der Camper. Für Alexander Lofgren kam jede Hilfe zu spät. CNN zufolge steht eine Untersuchung der genauen Todesursache noch aus. Laut Henkels Bruder erlitt Lofgren tödliche Verletzungen, als er versuchte, durch Willow Creek Canyon zur nächstgelegenden Straße zu kommen. Henkel erlitt eine schwere Fußverletzung.

Inyo County Sheriff Jeff Hollowell sagte in einer abschließenden Pressemitteilung am 9. April: "Dies war ein ungeheuer schwieriger Einsatz in einer sehr gnadenlosen Gegend in Inyo County.".