App lässt Nutzer wie von Zauberhand altern

Hype um FaceApp: Wie sicher sind meine Fotos und Daten?

© iStockphoto

17. Juli 2019 - 20:39 Uhr

Plötzlich megabeliebt

Die sozialen Medien sind voll davon: Verblüffend echt wirkende Bilder, auf denen Menschen ihr um Jahrzehnte gealtertes Ich präsentieren – oder wie sie aussehen würden, wenn sie zum jeweils anderen Geschlecht gehören würden. Dahinter steckt die FaceApp, die schon seit zwei Jahren auf dem Markt ist. Der plötzliche Hype legt nun aber die Frage nahe: Was genau passiert mit den Fotos, die die User da gerade so bereitwillig hochladen?

Zahlreiche Stars posten Uralt-Porträts

In den Android- und iOS-Charts steht die FaceApp aktuell auf Platz eins. Nicht zuletzt, weil Stars wie Drake, die Jonas Brothers oder der deutsche Ex-Bachelor Sebastian Pannek mit ihren Greisen-Fotos richtig neugierig machen. Tatsächlich macht die Anwendung echt Spaß: Sie lässt einen nicht nur richtig alt oder aussehen, sondern zeigt auch, was für ein Bild man mit einer anderen Frisur oder als Mann beziehungsweise Frau abgeben würde.

Fotos werden auf Hersteller-Server gezogen

Laut den Entwicklern der FaceApp kommt für die Manipulation der Gesichtszüge künstliche Intelligenz zum Einsatz, die bestimmte Merkmale erkennt und verfremdet. Zu denken gibt aber nicht das "Wie" der Verwandlung, sondern das "Wo": Wie die Computerzeitschrift "Chip" beschreibt, werden die Fotos nicht lokal auf dem Speicher des Smartphones bearbeitet, sondern dafür auf den Server des russischen Herstellers "Wireless Lab OOO" geladen. Über diesen sind offenbar nur wenige Informationen zu finden – darüber hinaus scheint es nicht nachvollziehbar, was nach dem Upload mit den Fotos passiert.

Galerie wird entgegen Gerüchten nicht angezapft

Gerüchte, dass sich die Gesichts-App nicht nur am hochgeladenen Foto, sondern an der gesamten Galerie auf dem Handy bedienen würde, sind laut dem US-Magazin "Mashable" bereits von mehreren App-Spezialisten widerlegt worden. Die Anwendung sammelt allerdings – wie in der Branche weitverbreitet – nach eigenen Angaben Daten wie besuchte Websites oder Standorte. Diese werden zwar gemäß den Privatsphäre-Infos nicht an Dritte weiterverkauft, aber Werbepartnern für noch besser auf den User zugeschnittene Anzeigen zur Verfügung gestellt.

Die FaceApp ist bei Weitem nicht die einzige, die wegen undurchsichtiger Datenschutz-Regelungen in der Kritik steht: Auch die besonders bei Teenagern beliebte Video-App TikTok wird in Großbritannien derzeit untersucht. Der Grund: Zu lockere Alterskontrollen und ein per se uneingeschränkter Nachrichtenverkehr – theoretisch auch zwischen fremden Erwachsenen und Kindern.