Das Jenke-Experiment: So ist das Leben in einer Demenz-WG

16. September 2016 - 15:21 Uhr

Alternative zum Pflegeheim: Demenz-WG

Solange es keine Heilung für Demenzkranke gibt, muss die Gesellschaft Wege finden, mit der Krankheit umzugehen. Denn je weiter das Vergessen fortschreitet, umso mehr sind die Patienten auf Hilfe angewiesen. Und die bekommen sie unter anderem hier: in einer Demenz-WG. Und die hat für fünf Tage einen neuen Mitbewohner bekommen: RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff.

Jenke: "Herzlicher hat mich bisher noch niemand empfangen."

Wenn das Vergessen zunimmt und Demenzkranke nicht mehr alleine leben können, stehen Angehörige vor der Entscheidung: was nun? Und was, wenn eine häusliche Pflege einfach nicht möglich ist? Wohin mit Oma? Für viele Betroffene hieß die letzte Station deswegen bislang: Altersheim.

Doch seit einigen Jahren bieten sogenannte Demenz-WGs eine liebevolle Alternative zum Pflegeheim. Jenke testet das Konzept: In familienähnlichen Gemeinschaften schaffen Demenzkranke gemeinsam neue Erinnerungen. Hier müssen sich Erkrankte um nichts sorgen, können zusammen lachen, Sorgen teilen oder auch mal singen. Und es sind Aktivitäten wie diese, die eine Demenz-WG zu etwas besonderem machen.

Schon bei Jenkes Ankunft in seiner neuen WG steht für ihn fest: Das Pflegekonzept geht auf. "Herzlicher hat mich bisher noch niemand empfangen."

Gemeinsam gegen die soziale Isolierung

Auch Einrichtungs-Gründer Bernd Ludwig hat bereits seine ganz eigenen Erfahrungen mit Demenz gesammelt. Als sein Vater erkrankte, stand für ihn fest: ein Pflegeheim kommt nicht in Frage. Zusammen mit einem Freund rief er das Projekt Demenz-WG ins Leben - mit Erfolg. Heute betreibt Bernd Ludwig bereits 39 Wohngemeinschaften für Betroffene. 

Demenz-WG: Ein Konzept, das sich bezahlt macht

Natürlich gibt es weniger Plätze in einer Demenz WG, als in einem Heim -  teurer sind sie allerdings nicht. im Gegenteil: Sie machen sich bezahlt. Denn zum einen werden die Bewohner  liebevoll umsorgt. Zum anderen bauen sich die Alzheimer-Patienten gegenseitig wieder auf, wenn sie mal traurig sind. Jenkes Fazit ist klar: "Wer hier einen Platz bekommt, hat Schwein gehabt."

Was Jenke während seiner Zeit in der Demenz-WG erlebt hat und wie rührend sich die Patienten vom RTL-Reporter verabschieden, das sehen Sie im Video.

Mittlerweile gibt es einige Einrichtungen wie die Demenz-WG in Gladbeck, die Jenke besucht hat. Mehr Informationen zu dem alternativen Wohnkonzept für Erkrankte und wo Menschen mit Demenz in Deutschland würdig leben und altern können, finden Sie hier.