Endlich vereint

Dank eines DNA-Tests im Sonderangebot: Frau spürt Vater nach 42 Jahren auf

Endlich vereint: Nach 42 Jahren führte sie ein DNA-Test im Sonderangebot zu ihrem leiblichen Vater.
Endlich vereint: Nach 42 Jahren führte sie ein DNA-Test im Sonderangebot zu ihrem leiblichen Vater.
© Triangle News

19. November 2021 - 11:02 Uhr

Der Wunsch zu wissen, wo man herkommt

Aufzuwachsen mit beiden Elternteilen und genau zu wissen, wer man eigentlich ist. Das ist für viele ganz normal. Für viele Menschen ist das aber auch nur ein Wunsch, der nie in Erfüllung geht. Einer Frau aus London hat jetzt ausgerechnet ein Sonderangebot dabei geholfen, ihre Wurzeln aufzuspüren.

Sie wusste nie, wer sie wirklich war

Zwei Bilder, die die Frau zeigen. Einmal als Kind, einmal heute.
Kelly Pinkney (41) fühlte sich immer anders - im Kinderheim wurde sie wegen ihrer braunen Haut gemobbt.
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Die 41-jährige Kelly Pinkney aus London, Großbritannien, hatte es in ihrer Jugend nicht gerade leicht. Der britischen "Daily Mail" erzählt sie, wie sie erst bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufwuchs, bis sie vier Jahre alt war. Dann wurde sie in die Obhut verschiedener Pflegefamilien gegeben. Fünf Jahre lang wechselten die Familien, die sich um Kelly kümmerten, und sie fing an wegzulaufen. Das hatte zur Folge, dass sie als Neunjährige in ein Kinderheim kam. Und hier fing Kellys Suche nach ihrer wirklichen Identität an, wie sie im Interview berichtet. Während alle anderen Kinder im Danes House Children's Home in Lincolnshire hellhäutig waren, habe sie sich mit ihrer braunen Haut anders gefühlt. Dadurch, dass andere Kinder anfingen, Kelly in der Schule aufgrund ihrer Hautfarbe zu mobben, sei ihre Herkunft ein wichtiges Thema für sie geworden. Sie sagt: "Ich hatte nicht nur keine Familie, ich war auch noch anders, weil ich eine andere Hautfarbe hatte."

Sie war das Ergebnis eines One-Night-Stands

Als Kelly Pinkney als zehnjähriges Mädchen zurück zur ihrer Mutter kam, erhoffte sie sich Antworten. Antworten, die ihr Anderssein erklären konnten. Die heute 41-Jährige erinnert sich, wie unangenehm es ihr als Kind immer gefallen war, dass sie die Frage nach ihrer Herkunft nicht beantworten konnte. Also fing sie an, selber Fragen zu stellen. Aber die einzige Antwort, die ihre Mutter ihr geben konnte, sei die gewesen, dass sie eines Nachts in einem Hotel in London gezeugt wurde. Ihre Mutter habe vermutet, dass der Mann, mit dem sie einen One-Night-Stand hatte, arabischer Herkunft war. Mehr Informationen habe Kelly damals nicht erfahren.

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Antworten bekam sie viele Jahre später - dank eines DNA-Tests im Sonderangebot

Heute sagt Kelly: "Ab diesem Punkt akzeptierte ich, dass ich meinen Vater nie finden würde. Ich hatte ja nicht mal einen Namen." Wirklich losgelassen hat sie die Frage nach ihrer Abstammung aber trotzdem nie. Im Interview erzählt sie, dass eine Freundin ihr später davon berichtet habe, dass sie einen Abstammungstest gemacht hat. Dadurch kam auch bei der Britin der Wunsch wieder auf, zu erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist. Leider kosteten die Tests aber 150 Pfund, und das habe sich Kelly, die beruflich Rettungswagen fährt, nicht leisten können. Wie der Zufall aber so will, gab es kurze Zeit später ein Sonderangebot und Kelly Pinkney ergatterte einen Abstammungstest für 99 Pfund. Und diese Investition zahlte sich später aus.

"Ich war wie ein FBI-Agent"

Es kostete Kelly Pinkney viele Anstrengungen, ihren Vater zu finden. Aber letztlich haben sich ihre Mühen ausgezahlt. Fünf Wochen habe sie auf eine Rückmeldung der amerikanischen Firma "23&Me", von der der Test war, warten müssen, erzählt sie im Interview. Dann habe sie ein Ergebnis und den Kontakt zu jemandem erhalten, der laut Analyse des Speicheltests ein Cousin ersten Grades sein sollte. Kelly nahm Kontakt auf, aber leider brach der schnell wieder ab, da der Cousin behauptete, es sei lediglich ein Irrtum gewesen, und sie seien nicht verwandt miteinander. Die 41-Jährige gab aber nicht auf und vertraute auf die Richtigkeit der Wissenschaft – zu Recht.

Später wurde Kelly über Facebook endlich fündig. Heute sagt sie: "Ich war wie ein FBI-Agent." Sie habe zwei vermeintliche Brüder ihres Vaters angeschrieben, aber die hätten ihre Nachrichten nicht beantwortet. Also habe sie sich an deren Töchter gewandt. DNA-Tests ergaben, dass die Frauen tatsächlich Cousinen sind. Kelly bekam den Namen eines weiteren Mannes, der sich ebenfalls auf einen DNA-Test einließ. Er stellte sich als Onkel heraus. Einen Bruder gab es aber noch, und dieser schickte Kelly etwas später eine Nachricht – Said Sotoudeh.

"Sein Wunsch war es immer, eigene Kinder zu haben"

Wieder einen DNA-Test später hielt Kelly Pinkney endlich die Antworten auf die Fragen in der Hand, die sie sich so lange gestellt hatte: Said Sotoudeh ist tatsächlich ihr Vater. Heute erzählt Kelly glücklich, dass sich die beiden in diesem Jahr das erste Mal gesehen haben. Es stellte sich heraus, dass es immer Saids größter Wunsch war, eigene Kinder zu haben. Er habe aber nie die richtige Frau dafür gefunden. Er hätte damals, nach dem One-Night-Stand mit Kellys Mutter, gerne eine Partnerschaft mit ihr gehabt. Aber wie das Schicksal so will, konnte er sie nach der einen Nacht nie mehr wiederfinden.

Kelly und Said wollen jetzt eine Beziehung zueinander aufbauen und die Zeit, die sie nicht zusammen verbringen konnten, nicht betrauern. Kelly sagt: "Ich möchte nicht, dass mein Vater sich schuldig fühlt für die Zeit, die wir verpasst haben. Die Vergangenheit ist vorbei, und wir können sie nicht mehr ändern." Kelly Pinkney ist einfach nur froh, dass sie ihren Vater nach so langer Zeit gefunden hat und nun endlich weiß, wo sie herkommt. (vho)