Anwalt, Urlaubsgäste und eine alte Bekannte erinnern sich zurück

Daniel Küblböck: Vor einem Jahr sprang er von der AIDA ins Meer

10. September 2019 - 14:47 Uhr

Der 09. September 2018: Ein Schicksalstag an Bord der "AIDAluna"

Es ist genau ein Jahr her, dass Daniel Küblböck für immer von uns ging. Doch auch nach 12 Monaten kann niemand begreifen, wie es wirklich zu seinem Sprung in den Tod gekommen ist. Nach Daniels Verschwinden überschlugen sich die Meldungen über sein Leben als verspotteter Paradiesvogel, über Mobbing an der Schauspielschule und über Daniels Identität als Rosa.

Wir blicken zurück auf das Geschehen an Bord der "AIDAluna". Im Video sprechen der Staatsanwalt und Urlaubsgäste, die damals auch auf dem Schiff waren. Aber auch eine alte Bekannte von Daniel blickt zurück.

Daniel Küblböck: Ein missverstandener Künstler

In Hamburg beginnt Daniels allerletzte Reise. Schon bevor die AIDA überhaupt den Hafen verlässt, fällt der Sänger und Schauspieler auf: Daniel boardet als Frau. Mit Perlenkette, Ohrringen und Lippenstift soll er das Kreuzfahrtschiff betreten haben. Später taucht ein Instagram-Account auf, der unter dem Namen Rosa Luxemburg geführt wird. Es ist Daniel als Frau und unter seinen Bildern setzt er die Worte "Veränderung" und "transsexuell."

Wenig später kommt heraus, dass Daniel in einem Theaterstück an der Schauspielschule die Rolle einer Transsexuellen angenommen hat. Hat er sich zum Ende hin in der Rolle der Rosa verloren? Im Zuge der Schlagzeilen machen Gerüchte über Mobbing die Runde. An der Schule soll man Daniel schlecht behandelt haben – ihm als Strafe sogar die Rolle der Rosa genommen haben, die er so gerne zu Ende spielen wollte.

30 Stunden nach Daniels Sprung: Die Suchtrupps stellen die Suche ein

Daniel Küblböck ist vor einem Jahr für immer verschwunden: Am 09. September 2018 sprang er ins dunkle Meer.
Daniel Küblböck ist vor einem Jahr für immer verschwunden: Am 09. September 2018 sprang er ins dunkle Meer.
© privat

Kurz nach Daniels Sprung wird alles getan, um den Künstler wiederzufinden. Die kanadische Küstenwache schickt mehrere Such-Trupps los, doch von Daniel keine Spur. Schließlich verkündet die Küstenwache die traurige Nachricht: Die Suche wird eingestellt. Bei einer Wassertemperatur von etwa zehn Grad ist man sich inzwischen sicher: Daniel ist nicht mehr am Leben.

Wollte Daniel Küblböck sich wirklich umbringen?

Während die Gäste der "AIDAluna", die kurz nach Daniels Sprung in New York ankommen, von seinem auffälligen Verhalten berichten, ist sich ein Mensch, der ihm mal sehr nahe stand, sicher: Daniel wollte sich nicht umbringen. Daniels Ex-Freund Robin Gasser meint: "Daniel hätte das seiner Oma nie angetan."

Am 11. September 2018 nahm seine Familie offiziell Abschied.

Wenn Sie Selbstmord-Gedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

In Gedenken: „Daniel Küblböck – Die Doku"

Dem Gedenken an Daniel Küblböck widmet sich das TVNOW Original "Daniel Küblböck – Die Doku". Das erste Kapitel finden Sie im Video oben.