„Wenn man morgens nicht erscheint, erhält man seine Unterstützung nicht"

Dänemark will Einwanderer zur Arbeit verpflichten

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
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09. September 2021 - 8:55 Uhr

Regierungschefin: „Rechte und Pflichten müssen Hand in Hand gehen“

Dänemark macht Druck auf Einwanderer und will sie verpflichten, 37 Stunden in der Woche zu arbeiten. Die Maßnahme ist Teil eines Reformpakets, das Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Dienstag vorstellte. Es gehe um Arbeitslose mit "Integrationsbedarf", die vom Staat finanzielle Unterstützung bekommen.

"Rechte und Pflichten müssen Hand in Hand gehen", so die sozialdemokratische Regierungschefin. "Wenn man morgens nicht erscheint, erhält man seine Unterstützung nicht."

Dänischer Arbeitsminister: „Das Wichtigste ist, dass die Leute aus der Tür kommen"

Beispiele für Beschäftigung könnten das Aufsammeln von Plastik und Zigarettenstummeln am Strand sein, sagte Arbeitsminister Peter Hummelgaard.

"Das Wichtigste ist, dass die Leute aus der Tür kommen. Viele nicht-westliche Frauen erleben, dass sie aufgrund der sozialen Kontrolle durch Ehepartner und Söhne nicht vor die Tür gehen dürfen."

Auch Dänischunterricht und Betriebspraktika könnten in die 37 Stunden einbezogen werden. In einer ersten Phase soll die Arbeitspflicht für rund 20.000 Personen gelten.

Reformpaket muss noch vom Parlament verabschiedet werden

In dem Reformpaket sind verschiedene Maßnahmen enthalten, die mehr Leute in Arbeit bringen sollen. Frisch Ausgebildete sollen dazu gebracht werden, sich schneller einen Job zu suchen. Ihr Arbeitslosengeld soll deutlich gesenkt werden. Frederiksen wies darauf hin, dass fast ein Viertel der Arbeitslosengeldempfänger Akademiker seien. "Neuabsolventen haben gerade eine gute Ausbildung erhalten. Die sollten sie auf dem Arbeitsmarkt anwenden und nicht in der Arbeitslosenschlange."

Die rot-grüne Einheitsliste und die Sozialistische Volkspartei kritisierten die Vorschläge. Das Reformpaket muss noch vom Parlament verabschiedet werden. (dpa/eku)

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