2.000 Hamster und Kleintiere sollen eingeschläfert werden

Corona bei Haustieren: Wie gefährlich ist das Virus für Mensch und Tier?

In Hongkong war die Tötung von etwa 2.000 Hamstern und anderen Kleintieren angeordnet worden - aus Angst, das Virus könne sich unter den Tieren ausbreiten und auch auf Menschen übergehen.
In Hongkong war die Tötung von etwa 2.000 Hamstern und anderen Kleintieren angeordnet worden - aus Angst, das Virus könne sich unter den Tieren ausbreiten und auch auf Menschen übergehen.
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21. Januar 2022 - 11:24 Uhr

Auch Haustiere können sich mit dem Coronavirus infizieren - das haben bereits einige Fälle auch in Deutschland gezeigt. Das verunsichert manche Haustierhalter: Welche Rolle spielen die kleinen Mitbewohner bei der Virusverbreitung? Und wie gefährlich ist Omikron für sie?

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In der Regel infiziert der Mensch das Tier

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit hat keine Hinweise auf relevante Übertragungen des Coronavirus Sars-CoV-2 von Haustieren auf den Menschen in Deutschland. Das teilte Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), auf dpa-Anfrage mit. Zuvor war bekanntgeworden, dass die Behörden in Hongkong etwa 2.000 Hamster und andere Kleintiere aus Sorge vor Corona einschläfern lassen wollen.

In der Regel erfolge die Infektion vom Mensch auf das Tier, sagte Reinking mit Verweis auf bislang 13 in Deutschland gemeldete Infektionen von Haustieren, davon eine bei einem Hund und zwölf bei Katzen. Über Infektionen von Haustieren in Deutschland mit der sich rasch ausbreitenden Omikron-Variante ist demnach bislang nichts bekannt. "Wie Omikron sich in Haustieren verhält, wissen wir noch nicht genau", so Reinking. Die Fähigkeit zur Bindung an Rezeptoren beim Menschen allein erlaube keine Schlussfolgerung zur Schwere einer Erkrankung oder der Infizierbarkeit von Haustieren.

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Tötung von 2.000 Kleintieren in Hongkong angeordnet

In Hongkong war zuletzt die Tötung von etwa 2.000 Hamstern und anderen Kleintieren angeordnet worden - aus Angst, das Virus könne sich unter den Tieren ausbreiten und auch auf Menschen übergehen. Ursache war nach Berichten der Fall einer Besitzerin einer Tierhandlung, bei der die erste Infektion mit der Delta-Variante in Hongkong seit Monaten festgestellt worden war. Im Anschluss seien aus den Niederlanden importierte Hamster in ihrem Geschäft positiv getestet worden.

FLI-Sprecherin Reinking gab dazu zu bedenken, eine Übertragung des Virus von gehaltenen Tieren auf den Menschen sei bislang nur in dänischen Nerzfarmen dokumentiert worden. Um die Ansteckung von Haustieren zu vermeiden, riet Reinking dazu, im Falle einer Infektion beim Menschen engen Kontakt mit den empfänglichen Haustieren wie Hunden oder Katzen zu vermeiden. Die Impfung des Menschen reduziere die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung der Haustiere deutlich.

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Empörung über Tiertötung

In Hongkong sorgte derweil die Entscheidung der Regierung für Empörung. Wie die Zeitung "South China Morning Post" berichtete, beteiligten sich etwa 25.000 Menschen an einer Petition, mit der bislang erfolglos versucht wurde, die Tiertötung zu stoppen. Tierhandlungsbesitzer kritisierten das Vorgehen der Regierung scharf.

Wissenschaftler warben dagegen um Verständnis. Es sei durchaus möglich gewesen, dass das Coronavirus von Menschen auf Hamster oder unter den Tieren selbst übertragen werde, dann von Hamstern zurück auf Menschen. Da nicht genug Zeit vorhanden war, um die genomischen Informationen zu ermitteln, sei aber eine schnelle Entscheidung erforderlich gewesen, sagte etwa Yuen Kwok-yung, Mikrobiologe an der Universität Hongkong, der "South China Morning Post". (dpa/akr)

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