Coffee to go-Becher: Sind Mehrwegbecher eine Alternative zu Einwegbechern?

Einwegbecher sind nicht gerade umweltfreundlich, aber es gibt Alternativen.
Einwegbecher sind nicht gerade umweltfreundlich, aber es gibt Alternativen.
© Getty Images/iStockphoto, Max2611

15. März 2018 - 15:49 Uhr

Coffee to go-Becher = Schlecht für die Umwelt?

Coffee to go (zu Deutsch: Kaffee zum Mitnehmen) kann man mittlerweile an jeder Ecke kaufen. Egal wie klein die Stadt ist, in der man sich befindet: Spätestens beim Bäcker gibt es den Wachmacher für unterwegs. Die Coffee to go-Becher sind allerdings nicht gerade umweltfreundlich. Denn Einwegbecher bedeuten eine Menge Müll und das belastet unsere Umwelt immer stärker.

Sind Coffee to go-Becher tatsächlich nur aus Papier?

Einwegbecher bestehen zum größten Teil aus Papierfasern, für deren Produktion allerdings Neumaterial anstatt Recyclingmaterial genutzt wird. Die Innenwände der Becher aber sind aus Kunststoff, damit sie nicht durchweichen. Insgesamt bestehen Coffee to go-Becher aus fünf Prozent Polyethylen, einem industriell hergestellten Kunststoff.

Außerdem benutzt man unterwegs meist noch Plastikdeckel, Rührstäbchen, Papiermanschetten oder eine Tragehilfe aus Pappe für den praktischen Kaffeegenuss. Dadurch entsteht weiterer Papier- und Plastikmüll.

Eine repräsentative Studie der Marktforschungsgesellschaft TNS Emnid hat gezeigt, dass allein in Deutschland pro Jahr etwa drei Milliarden Einwegbecher weggeschmissen werden. Dabei landen jede Stunde 320.000 der Becher im Müll. Das sind pro Tag eine Menge von 7,7 Millionen Coffee to go-Bechern. Insgesamt entstehen dabei 31.000 Tonnen Abfall plus weitere 9.000 Tonnen durch die Plastikdeckel.

Zudem werden bei der Herstellung der praktischen Becher rund 83.000 Tonnen CO2-Emissionen ausgestoßen. Wegen der Kunststoffanteile kann der Coffee to go-Becher allerdings nicht im Altpapier entsorgt werden, daher landet er unrecycelt im Restmüll.

Sind Mehrwegbecher die Lösung für einen umweltfreundlichen Coffee to go?

Liest man diese Zahlen, spricht alles gegen die weitere Verwendung von Einwegbechern. Allerdings sind Mehrwegbecher genauer betrachtet auch keine besonders gute Alternative zu den herkömmlichen Coffee to go-Bechern. Es gibt Mehrwegbecher aus Bambus, Porzellan, Glas, Keramik und Edelstahl.

Bambusbecher bestehen aber nicht mal zur Hälfte aus Bambusfasern, sondern schlicht und ergreifend zum größten Teil aus Plastik. Allerdings gibt es mittlerweile auch einen Bambusbecher der Marke 'Ecoffee Cup', der tatsächlich ausschließlich aus natürlichen Bambusfasern, Maismehl und einem Harz aus Aminosäuren besteht. Kaufen kann man ihn Online und in ausgewählten Läden.

Porzellan, Glas und Keramik sind sehr empfindliche Materialien und nicht besonders stoßfest. Daher gehen diese schnell zu Bruch, was die Nachhaltigkeit der Mehrwegbecher nicht gerade verbessert. Außerdem wird für die Produktion von Mehrwegbechern eine Menge Wasser und Energie verbraucht und der Transport belastet die Umwelt.

Mehrwegbecher müssen für die Wiederverwendung als Coffee to go-Becher regelmäßig ausgespült werden. Das verbraucht warmes Wasser, was die ökologischen Vorteile weiter minimiert. Laut Bayrischem Rundfunk (br.de) sollen sich Mehrwegbecher erst ab fünfmaliger Verwendung ohne Spülen umwelttechnisch gesehen auszahlen.

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Strenge Hygienevorschriften für Mehrwegbecher

Bei der Befüllung von mitgebrachten Coffee to go-Bechern tritt aber schon das nächste Problem auf: In allen Geschäften, in denen mit Lebensmitteln hantiert wird, gelten strenge Hygienevorschriften. Hygienefachleute sind der Meinung, dass mitgebrachte Behältnisse, die eventuell in nicht sterilen Handtaschen oder Rucksäcken mit Bakterien in Berührung gekommen sind, zu einer Verkeimung der Kaffeemaschinen hinter dem Tresen führen können. Daher sollten die Mehrwegbecher auf dem Verkaufstresen befüllt und der mitgebrachte Coffee to go-Becher nicht hinter die Theke kommen.

Becherheld-Kampagne der Deutschen Umwelthilfe

Die Deutsche Umwelthilfe stellt aber klar, dass wenn man langlebige Coffee to go-Becher verwendet, die Umweltentlastungen in der Nutzungsphase höher sind als die Umweltbelastungen während der Herstellungsphase. Daher sind die Mehrwegbecher trotz der aufwändigen Produktion immer noch die bessere Alternative gegenüber den Einwegbechern.

Mehrwegbecher-Poolsysteme sind noch nachhaltiger

Die Weiterentwicklung der Mehrwegbecher-Alternative ist eine Art Pfandsystem für Coffee to go-Becher. Dabei kaufen die Kunden in der einen Filiale einen Kaffee und zahlen ein Pfand für den Mehrwegbecher und geben den leeren Becher in der nächsten Filiale wieder ab und erhalten dabei auch ihr Pfand zurück. So können die Coffee to go-Becher möglichst häufig wiederverwendet werden.

Aber Achtung: Zu viel Kaffee egal, ob zu Hause oder zum Mitnehmen, kann auch Bauchkrämpfe verursachen.

Unabhängig davon für welche Variante man sich nun entscheidet, sollte man dem Einwegbecher wohl lieber den Rücken kehren. Vielleicht denken Sie beim nächsten Coffee to go dran.

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