2019 M01 7 - 17:13 Uhr

Wie sinnvoll ist das Cannabis-Verbot?

Außer zu medizinischen Zwecken ist Cannabis in Deutschland verboten. Aber wie sinnvoll ist das? Viele fordern inzwischen, die Droge zu legalisieren, denn der Staat lässt sich so eine Menge Steuereinnahmen entgehen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung will allerdings nichts davon wissen. Was der Hanfverband dazu sagt, sehen Sie im Video.

Der Staat lässt sich 2,7 Milliarden entgehen

Der Deutsche Hanfverband hat eine Studie in Auftrag gegeben, wieviel Geld der deutsche Staat zusätzlich einnehmen könnte, wenn Cannabis legal verkauft werden würde. "Das sind alles in allem 2,7 Milliarden Euro, auf die wir heute verzichten, dadurch dass wir keinen legalen Markt haben, und das ist eine extrem konservative Schätzung", erklärt Justus Haucap, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Düsseldorf.

Das ist noch nicht alles. "Wir haben uns angeschaut, welche Kosten bei der Polizei eingespart werden könnten, auch das ist ungefähr eine Milliarde", erklärt der Forscher. Die Beamten müssten dann auch nicht mehr so viele Delikte verfolgen, die am Ende häufig ohnehin eingestellt werden.

"Der Dealer fragt nicht nach Ausweis, die Abgabestelle schon"

Außerdem könnten so Kriminelle aus dem Geschäft verdrängt werden. Wenn es staatlich kontrollierte Abgabestellen für Cannabis gäbe, könnte man so das Geschäft der organisierten Drogenbanden zerstören, meint Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands. "Wir würden die organisierte Kriminalität zurückdrängen". Auch der Jugendschutz ließe sich so besser einhalten. "Der Dealer fragt nicht nach dem Ausweis, die Abgabestelle schon", meint die Drogenpolitische Sprecherin der Grünen, Kirsten Kappert-Gonther.

Aber es gibt auch Gegenstimmen. Manche Ärzte haben Bedenken: Wenn Cannabis legalisiert würde, könnte auch die Zahl der psychischen Erkrankungen steigen. "Wir wissen aus vielen Ländern, aus Australien, aus den Niederlanden, dass das Psychoserisiko für junge Leute deutlich ansteigt",  erklärt Prof. Georg Juckel von der Uniklinik Bochum für Psychiatrie. Jugendliche, die regelmäßig kiffen, leiden auch häufig unter dem amotivationalen Syndrom – sie würden dann immer lustloser. "Und das können wir als Gesellschaft nicht wollen", meint Juckel.

Drogenbeauftragte ist gegen die Legalisierung

Auch Marlene Mortler (CSU), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ist dagegen, Cannabis zu legalisieren. "Wir sehen das Cannabis von heute. Der THC-Gehalt ist massiv gestiegen", meint die Politikerin. "Wer in jungen Jahren regelmäßig kifft, schädigt sich fürs ganze Leben: Merkfähigkeit, Konzentration und Leistungsfähigkeit lassen nach, Depressionen und Schizophrenie können die Folge sein." Vorerst sieht es also nicht so aus, als würden die Forderungen der Cannabis-Befürworter erhört werden.