Fußball-Welt wie eine „eigene Blase“

Julian Brandt empfindet Profi-Gehälter als völlig unverhältnismäßig

Julian Brandt von Borussia Dortmund
© Imago Sportfotodienst

16. Juni 2020 - 15:16 Uhr

BVB-Profi glaubt weiterhin an millionenschwere Ablöse-Summen

Julian Brandt weiß als Millionen-Verdiener um seine Luxussituation – nicht nur aktuell in der Corona-Krise. Der 24-Jährige hält die Summen, die im Profi-Fußball fließen, jedoch für absolut überzogen. "Auch wenn Fußball der größte Sport der Welt ist, stehen die Gehälter in keinem Verhältnis zu denen von Normalverdienern", erklärte Brandt im Gespräch mit dem Magazin "11Freunde". Ob ihm wohl der Gehaltsverzicht in der momentanen Situation so gar nicht schwergefallen ist?

Brandt glaubt nicht an große Corona-Auswirkungen auf dem Transfermarkt

"Ich weiß, dass das alles nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist und wir teilweise eine eigene Blase bilden", so Brandt realistisch. Möglich sei dies schließlich auch nur, "weil "Sponsoren unfassbar hohe Summen in den Fußball pumpen".

Wirtschaftliche Lage nach der Pandemie hin oder her, Brandt glaubt nicht daran, dass sich an den Summen im Fußball-Geschäft etwas ändert: "Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein [Kylian, d.Red.] Mbappé nächstes Jahr nur für 80 Millionen Euro wechselt. Irgendein Verein wird die astronomischen Summen zahlen."

Brandt: „Sport darf kein Luxusgut werden“

Viel mehr Gedanken macht sich der BVB-Star darum, dass die Fans noch mehr für ihren Lieblingssport und -Verein zur Kasse gebeten werden. "Wichtig finde ich, dass der Sport kein Luxusgut wird, sondern bezahlbar bleibt. Im Stadion und vor dem Fernseher", betonte Brandt.

Am Fußball selbst muss sich in den Augen des DFB-Kickers aber nichts ändern – von wegen Elite-Ligen, neue Turniere oder veränderte Modi. "Das finde ich alles Schwachsinn. Lasst den Fußball, wie er ist. So wie wir ihn lieben gelernt haben. Mit all seinen Macken und Tücken. Auch wenn mal was schiefgeht."