Physikerin Angela Merkel sitzt bald nicht mehr im Bundestag

Bundestagswahl 2021: In diesen Berufen waren die meisten Kandidaten tätig

Wie wird sich der 20. Bundestag zusammensetzen? Die Jobseite Indeed hat die beruflichen Hindergründe der Kandidatinnen und Kandidaten ausgewertet.
Wie wird sich der 20. Bundestag zusammensetzen? Die Jobseite Indeed hat die beruflichen Hindergründe der Kandidatinnen und Kandidaten ausgewertet.
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21. September 2021 - 16:28 Uhr

Jobseite wertet Berufe der Bundestagskandidaten aus

Von Daniel Bakir

Wer will da eigentlich das Volk vertreten? Die Jobseite Indeed hat ausgewertet, welchen beruflichen Hintergrund die Kandidatinnen und Kandidaten bei der Bundestagswahl haben.

Naturwissenschaftler sind im Bundestag eine Minderheit

So viel ist schon mal klar: Eine Physikerin wird der Bundestag in der kommenden Legislaturperiode auf jeden Fall verlieren, denn Angela Merkel tritt bekanntlich nicht mehr an. Als gelernte Naturwissenschaftlerin vertrat Merkel ohnehin eine Minderheit, denn dominiert wird der Bundestag traditionell von Juristen und Juristinnen. Auch Wirtschafts- und Politikwissenschaftler sind im aktuellen Parlament stark vertreten. Aber wie wird es nach der Bundestagswahl aussehen?

Das Jobportal Indeed hat den beruflichen Hintergrund aller 6211 Kandidatinnen und Kandidaten ausgewertet, die sich am kommenden Sonntag in den Bundestag wählen lassen wollen. Oder zumindest das, was die Bewerber*innen selbst beim Bundeswahlleiter als aktuellen Status über sich angegeben haben.

Vermutlich erneut Juristen- und Männerüberschuss im Bundestag

Viel spricht demnach dafür, dass auch im 20. Deutschen Bundestag eine Menge Rechtsexperten Platz nehmen werden: 128 Juristen und 49 Juristinnen zählt Indeed auf den Kandidatenlisten. Knapp dahinter landen die 118 männlichen und 54 weiblichen Angestellten, wobei sich hinter der Bezeichnung Angestellte natürlich alles mögliche verbergen kann. Ebenfalls sehr stark vertreten sind Lehrer beiderlei Geschlechts (51 Lehrer und 50 Lehrerinnen). Insgesamt sind Frauen stark unterrepräsentiert, sie stellen nur ein Drittel aller Bewerber*innen.

Der Blick auf die häufigsten Berufe offenbart auch deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Kandidaten. So werden die Top 5 der Männer komplettiert durch Unternehmer und Geschäftsführer, die Top 5 der Frauen hingegen durch Krankenpflegerinnen und Erzieherinnen – zwei Berufsgruppen, die in der Corona-Pandemie nochmal besonders in den Fokus gerückt sind. Immerhin 17 Kandidatinnen haben Hausfrau als offiziellen Status bei der Kandidatur angegeben.

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Viele Studierende in kleinen Parteien

Auch der akademische Nachwuchs mischt im Wahlkampf mit – 386 Studierende stehen auf den Kandidierendenlisten, damit sind die Studierenden zusammengenommen stärker als jede Berufsgruppe vertreten. Allerdings dürften viele von ihnen nur geringe Chancen haben, einen Stuhl im Bundestag zu ergattern, da sie vorwiegend für kleinere Parteien antreten, die wenig Chancen auf Sitze haben. 47 Studierende treten alleine für die junge Partei Volt an, mehr können nur die Grünen und Die Partei mit jeweils 55 vorweisen. Für die Linke kandidieren 36 Studierende und für die FDP 26, für die Dickschiffe CDU und SPD sind es nur jeweils 14 Personen.

Von den 153 Rentnerinnen und Rentnern dürften ebenfalls viele scheitern – gut ein Drittel der Senioren geht nämlich für die kommunistischen Kleinparteien DKP und MLPD sowie die rechtsextreme NPD ins Rennen. Das Durchschnittsalter aller wählbaren Personen liegt laut Indeed-Auswertung bei rund 43 Jahren.

Wenige ausländische Namen

Neben den Angaben zum Beruf hat Indeed auch die Vornamen der Kandidierenden ausgewertet. Am häufigsten vertreten sind demnach Michael (125), Thomas (120), Andreas (99) und Christian (92). Die häufigsten weiblichen Vornamen – Susanne und Sabine mit je 33 Nennungen – kommen erst auf Rang 26. Noch deutlich länger suchen muss man Vornamen mit eindeutig ausländischer Herkunft: Indeed zählt die ersten auf Rang 342 mit je drei Mohamads, Erkans und Deryas.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de.