Brazzo-Nachfolger gesuchtBundesliga-Titeldrama im RTL-Liveblog: Jetzt spricht Bayern-Patron Uli Hoeneß!

Der Bundesliga-Wahnsinn hat ein irrwitziges Ende! Auch in diesem Jahr heißt der Deutsche Meister FC Bayern München – zum elften Mal in Folge. Mit einem 2:1-Sieg beim 1. FC Köln stießen die Münchner den BVB, der nicht über ein 2:2 gegen Mainz 05 hinauskam, am letzten Spieltag wieder vom Thron – und das Duo Kahn/Salihamidzic von seinen Posten. Was aus Trainer Thomas Tuchel wird? Wird die Zukunft zeigen. Alle Dramen, Reaktionen und weitere Entwicklungen gibt’s hier bei uns im Liveblog.

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Alle Nachbeben vom Bundesliga-Titelkampf

Emmanuel Schneider

Hoeneß erklärt Kahn- und Brazzo-Aus

Jetzt spricht der langjährige Bayern-Patron Uli Hoeneß! Zu dem Rauswurf von CEO Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic sagte er im "Kicker":  "Wir hätten auch bei drei Titeln so gehandelt, die Entscheidung musste so getroffen werden." Der neue Bayern-Boss Jan Dreesen kenne "den Verein in- und auswendig, ein neuer Mann hätte sich erst wieder ein halbes Jahr einarbeiten müssen", verteidigte Hoeneß die Entscheidung. Wichtig sei es, jetzt Ruhe in den Verein zu bekommen. 

"Wir haben uns stundenlang Gedanken gemacht, auch mit Karl-Heinz Rummenigge, wie wir es den beiden so beibringen, dass nichts hängen bleibt", so Heoneß, der betonte, dass er im Guten mit Kahn auseinandergehen wolle. Seine Tür für den Ex-Torwart stünde immer offen, sagte Hoeneß. 

Der Club wolle bei der Suche nach einem passenden Nachfolger Salihamidzic als Sportvorstand nichts überstürzen. Bis spätestens Weihnachten wollen die Münchner die Stelle wieder besetzt haben, wie Hoeneß erklärte. Demnach soll ein Quartett aus Hoeneß, FCB-Präsident Herbert Hainer, dem neuen Vorstandsboss und Kahn-Nachfolger Jan-Christian Dreesen sowie Rückkehrer Karl-Heinz Rummenigge den neuen Mann suchen und verpflichten. 

Der frühere Vorstandschef Rummenigge soll wieder in den Aufsichtsrat rücken und die Münchner bei der Kaderplanung für die kommende Saison unterstützen. Hainer hatte bereits bestätigt, er werde Rummenigges Aufrücken in das Kontrollgremium am Dienstag der Gesellschafterversammlung vorschlagen.

Das Quartett wird die Kaderplanungen in enger Zusammenarbeit mit Trainer Thomas Tuchel übernehmen. Der 49-Jährige soll laut Hoeneß dem Gremium acht bis zehn Tage zur Verfügung stehen, um eigene Vorschläge einzubringen. 

Der Nachfolger von Julian Nagelsmann hatte am Sonntag angekündigt, erst einmal keinen Urlaub zu nehmen. "Ich muss Verantwortung übernehmen für die sportliche Weiterentwicklung", sagte Tuchel nach der insgesamt enttäuschenden Saison mit nur einem Titel.  
Phillip Oldenburg

Bayern-Beben geht weiter


Im Beben um den Rauswurf von Oliver Kahn kommen immer weitere Details ans Licht. Für Ehrenpräsident Uli Hoeneß war Kahn ein Fehler als Vorstandsboss. Durch die Entlassungen kommt es jetzt zu alten Machtverhältnissen. Rummenigge und Hoeneß sind wieder vereint.
Phillip Oldenburg

Nächste Runde im Zoff


Axel Kahn springt seinem Bruder zur Seite und verteidigt ihn. Das Aus von Oliver Kahn bei den Bayern sei respektlos gewesen. Er glaubt, dass die Entmachtung von langer Hand geplant war. In Deutschland schaffe man es immer wieder, seine Ikonen kaputtzumachen. 
Phillip Oldenburg

Reus bricht nach BVB-Drama in sich zusammen

 
Der Titel, den sich Marco Reus am meisten wünscht, bleibt ihm auf dramatische Weise erneut verwehrt. Die verpasste Chance auf die Deutsche Meisterschaft nagt am Kapitän von Borussia Dortmund. 
Martin Armbruster

Halli-Galli-Drecksau-Fescht in Heidenheim

Vor lauter Bayern und Dortmund und Hoeneß und Kahn sollten wir den 1. FC Heidenheim nicht vergessen, der gestern in einem Herzschlagfinale in die Bundesliga aufgestiegen ist.  Am Montag haben die Heidenheimer mit mehreren Tausend Fans ihren erstmaligen Aufstieg ins Fußball-Oberhaupt gefeiert. "Das ist unfassbar", sagte Trainer Frank Schmidt bei der großen Party in der Arena des Ostalb-Clubs. "2003 kam ich mit meiner Familie wieder hierher und habe vor 250 Zuschauern im Albstadion gespielt." Nun ist der 49-Jährige einer der Garanten für den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Während der Feier bekamen die Heidenheimer auch die Schale für die Zweitliga-Meisterschaft überreicht und durften sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Mit einem dramatischen 3:2-Sieg beim SSV Jahn Regensburg hatten sich die Schwaben am Sonntag den Aufstieg gesichert. Zwei Tore hatten sie dabei erst in der Nachspielzeit erzielt.
Emmanuel Schneider

Holt Bayern einen alten Bekannten als Brazzo-Nachfolger?

Hasan Salihamidzic ist weg, die Gerüchte über einen möglichen Nachfolger schießen aus dem Boden. Nach Informationen von Sport1 soll Michael Reschke ein Thema als neuer Sportvorstand sein. 

Der 65-Jährige war bereits von 2014 bis 2017 Technischer Direktor der Bayern. Später wechselte er zum VfB Stuttgart, wo er allerdings einen Abstieg mitzuverantworten hatte. Auch seine folgende Zeit bei Schalke 04 verlief erfolglos. 

Zwischen Reschke und den Bayern habe es erste lose Gespräche gegeben, heißt es in dem Bericht. Der Ex-Funktionär sei nicht abgeneigt, einen Posten zu übernehmen. Im Gespräch als Sportvorstand seien auch Markus Krösche (Eintracht Frankfurt) und Max Eberl( RB Leipzig). Reschke könnte als Interimslösung agieren.
Emmanuel Schneider

Kimmich kritisiert Bayern-Führung

Joshua Kimmich hat die Vereinsführung des FC Bayern München für den Ablauf der Trennung von Vorstandschef Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidzic kritisiert. Die Nachricht platzte mitten in das spektakuläre Bundesliga-Finale mit dem Gewinn des elften Meistertitels nacheinander am Samstag in Köln.

"Ich habe es nicht gewusst", sagte der 28-jährige Kimmich am Rande der Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz vor Journalisten: "Klar überrascht es einen am Tag der deutschen Meisterschaft, dass dann so etwas passiert. Ich finde, da hätte man jetzt auch noch zwei, drei Tage warten können, unabhängig von der Entscheidung, ob sie jetzt gut oder schlecht ist. Das bewerte ich jetzt gar nicht."

Es sei "schon komisch, wenn man sich die deutsche Meisterschaft in so einem Finale sichert und einen dann so eine Nachricht erreicht, ist man in einem Wechselbad der Gefühle".
Emmanuel Schneider

BVB-Aktie im Sinkflug

Die Aktie des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund hat im frühen Feiertagshandel sämtliche Gewinne der vergangenen Woche wieder verloren - und noch mehr. Die Aktie rauschte am Pfingstmontag fast 30 Prozent in den Keller und notierte um kurz nach zehn Uhr bei 4,16 Euro. 

Am Freitagabend waren es noch 5,84 Euro, vor der erneuten Übernahme der Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga zum Saisonfinale hin 4,44 Euro. Der BVB hatte am Samstag mit einem 2:2 gegen den FSV Mainz 05 den Titel verspielt, ein Sieg hätte zur neunten Meisterschaft der Vereinsgeschichte gereicht.
Emmanuel Schneider

Hummels bedankt sich bei BVB-Fans


BVB-Profi Mats Hummels hat sich nach der verspielten Meisterschaft mit emotionalen Worten bei den Fans von Borussia Dortmund für deren Unterstützung bedankt. "Die Reaktion von euch im Stadion war genau das, was diesen Verein ausmacht", schrieb der 34 Jahre alte Innenverteidiger auf Instagram. "Klar waren erst alle enttäuscht und wussten nicht, wohin mit den Emotionen. Und trotzdem blieb das Stadion beinahe komplett gefüllt und eure Anfeuerungen und Aufmunterungsversuche waren außergewöhnlich."
Der BVB hatte am Samstag durch ein 2:2 zu Hause gegen den FSV Mainz 05 die Meisterschaft in der Bundesliga verspielt. Die Fans im ausverkauften Stadion hatten die Mannschaft anschließend gefeiert und mit Sprechchören aufgebaut. "Und genau das ist Borussia Dortmund. Dieser Zusammenhalt und das gegenseitige Hochziehen nach Misserfolgen und Enttäuschungen", schrieb Hummels und kündigte an: "Wir kommen wieder."

Emmanuel Schneider

Geschasster Kahn will sich mit Bayern-Bossen treffen

Bayern Münchens entlassener Vorstandschef Oliver Kahn hat in der hitzigen Kontroverse mit dem Rekordmeister versöhnliche Töne angeschlagen und ein Treffen angekündigt. "Wir werden uns – wenn alles abgekühlt ist - zusammensetzen und in Ruhe über alles sprechen", sagte Kahn der "Bild".

Er habe sich "bisher zu allem sehr sachlich geäußert. Dass ich enttäuscht bin, gestern nicht mehr bei der Mannschaft gewesen zu sein, kann sicher jeder nachvollziehen", führte der langjährige Bayern-Kapitän weiter aus.

Seine Zeit bei Bayern verteidigte Kahn. "Ich habe diese Verantwortung übernommen, weil ich dem Klub etwas zurückgeben wollte. Das war nach der sehr erfolgreichen Zeit mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge keine einfache Aufgabe", sagte er.

Der Klub befinde sich "aktuell in einer Übergangsphase, die immer schwierig ist und in der auch mal Fehler passieren", so Kahn: "Auch wenn die aktuelle Situation gerade nicht einfach ist, überwiegen für mich die vielen großartigen Erlebnisse mit dem FC Bayern bei Weitem die negativen. Das wird sich auch durch die Irritationen der letzten Tage nicht ändern."

Zuvor hatte bereits Präsident Herbert Hainer Kahn verbal die Hand gereicht. "Wir sind immer bereit" zu einer Versöhnung, sagte Hainer am Rande der Feierlichkeiten am Marienplatz im BR, "das habe ich Oliver auch geschrieben, dass ich jederzeit für ihn erreichbar bin".
Manuel Lippert

Bayern-Stars verhöhnen den BVB

Nicht wahnsinnig witzig - aber gehört auch irgendwie einfach dazu. Nach dem dramatischen Titelgewinn machten sich die übereuphorisierten Bayern-Profis in der Kabine über Borussia Dortmund lustig. "Wer wird Deutscher Meister, BVB Borussia. Wer wird Deutscher Meister, Borussia BVB", grölten Leroy Sané und Co., während Leon Goretzka ausgiebig an der Champagner-Flasche nuckelte. 

Das Video gelangte offenbar durch Nachwuchs-Talent Arijon Ibrahimovic ins Netz, machte schnell die Runde. Der 17-Jährige ist der zweitjüngste Bundesliga-Debütant der Münchner. 

Dürfte man in Dortmund allerdings nicht allzu komisch finden. Oder vielleicht ist ihnen auch das nach dem denkwürdigen Debakel vom Samstag völlig egal. Sowas kommt schließlich in den besten Familien, wahlweise Kabinen, vor.
Manuel Lippert

Müller mit "Scheißdreck"-Ansage

Der Meister der Ansagen hat wieder zugeschlagen. Auf der Meisterfeier auf dem Münchner Rathaus-Balkon hat Bayern-Star Thomas Müller seinem Frust übers Bayern-Beben - und der Freude über die Drama-Meisterschaft Luft gemacht. "In der letzten Woche hat niemand einen Pfifferling auf uns gesetzt, dass wir heute hier sind. Das interessiert mich alles einen Scheißdreck. Meister samma! Meister samma,! Auf geht’s - Party!", brüllte die FCB-Ikone gespielt nüchtern ins Mikro und ließ sich von den Fans feiern. Profi halt.
Manuel Lippert

Hummels mit Liebeserklärung und Kampfansage

Der Stachel nach dem hochdramatisch verlorenen Bundesliga-Finale sitzt auch bei Mats Hummels noch tief. Trotz aller Enttäuschung, nicht Meister geworden zu sein, verneigte sich der BVB-Star vor allem vor den Fans. 

"Die Reaktion von euch im Stadion war genau das was diesen Verein ausmacht. Klar waren erst alle enttäuscht und wussten nicht wohin mit den Emotionen. Und trotzdem blieb das Stadion beinahe komplett gefüllt und eure Anfeuerungen und Aufmunterungsversuche waren außergewöhnlich. Auch nach dem Spiel auf der Straße, heute am Trainingsgelände oder gerade am Phönixsee gab es ausschließlich Trost und sogar schon wieder Motivation für die kommende Saison", schrieb Hummels bei Instagram. 

Dieser Zusammenhalt mache den BVB aus. Und er versprach: "Wir kommen wieder." Vielleicht dann ja mal Schale in den Händen ...
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aussenrist15, instagram.com
Manuel Lippert

Hainer hofft auf Kahns "Einsicht"

Bayern-Präsident Herbert Hainer hat dem geschassten Vorstandschef Oliver Kahn verbal die Hand gereicht. "Wir sind immer bereit" zu einer Versöhnung, sagte Hainer am Rande der Feierlichkeiten am Marienplatz im BR, "das habe ich Oliver auch geschrieben, dass ich jederzeit für ihn erreichbar bin."

Kahn sei "eine Ikone des FC Bayern", ergänzte Hainer: "Es tut mir unheimlich leid, dass es so auseinandergeht. Ich hoffe, dass er Einsicht hat und wieder zurückkommt."
Manuel Lippert

Tuchel: "Müssen unsere Ideen abgleichen"

Er müsse das alles erst mal verdauen, sagte Bayern-Trainer Thomas Tuchel über das Trennungs-Chaos um Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic am Tag der Meisterschaft. Gerüchte machten fortan die Runde, er könne dem Club aus freien Stücken den Rücken kehren. 

Und auch auf der Meisterfeier auf dem Münchner Rathausbalkon wollte der Erfolgscoach keine Garantien geben. Nur soviel: "Nach wie vor bin ich sehr glücklich hier zu sein und ich lieb‘s, täglich an die Säbener Straße zu kommen", sagte Tuchel in bayerischer Tracht. Aber auch: "Meine zwei Hauptansprechpartner sind nicht mehr da. Wir müssen unsere Ideen abgleichen. Wichtig ist, dass ich da bin und ich mich der Verantwortung stelle."