Bayer demütigt Gladbach einmal zu vielVöller entschuldigt sich nach "Scooter"-Zoff bei Eberl

Wenn jemand am Boden liegt, sollte man nicht noch auf ihn eintreten! Nach dem 2. Spieltag herrscht dicke Luft zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. Bayer-Geschäftsführer Rudi Völler hat sich bereits entschuldigt, weil es im Stadion noch eine vermeintliche Provokation in Form eines Tor-Jingles gab – und das an einem Abend, der für Gladbach so schon bitter genug war.
0:4, Verletzte, Hohn und Spott
Der 2. Spieltag der neuen Saison wird Borussia Mönchengladbach wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die Partie bei Bayer Leverkusen dürfte eine der bittersten in der Club-Geschichte gewesen sein.
Eine Rolle spielt das richtig üble 0:4, ein Ergebnis, das sogar noch deutlicher hätte ausfallen können. Eine ebenso große Rolle aber auch, dass sich gleich vier Spieler verletzten, Stefan Lainer zog sich nach einem üblen Foul von Mitchel Bakker sogar einen Knöchelbruch zu. Wie lange Marcus Thuram und Alassane Plea ausfallen, ist noch nicht klar. Bei Thuram sprachen die Gladbacher aber schon davon, dass er fehlen werde.
Völler spricht von Versehen statt Provokation
Das Fass zum Überlaufen brachte jedoch, dass im Bayer-Stadion nach dem Treffer zum 4:0 der Tor-Jingle eingespielt wurde, den Gladbach sonst bei seinen Erfolgserlebnissen im heimischen Borussia-Park nutzt. Nachdem Nadiem Amiri einnetzte, ertönte plötzlich das Lied „Maria (I like it loud)“ von Scooter – gerade der „Döp, Döp, Döp“-Teil ist Gladbacher-Feiertradition.
Nach dieser Provokation hatten die Verantwortlichen erst recht den Kaffee auf. Nachdem es sportlich Prügel gab mit Verletzten, wurden sie nun offenbar auch noch verhöhnt – und vermeintliche Respektlosigkeiten kommen in der Bundesliga gar nicht gut an. „Wegen der Torhymne habe ich mit Rudi Völler telefoniert, er hat sich dafür bei uns entschuldigt“, sagte Gladbach-Sportdirektor Max Eberl der „Bild“. Völler habe ihm dabei erklärt, dass das Einspielen des Borussia-Jingles ein Versehen gewesen sei, weil „dort nach Toren immer andere Songs abgespielt“ würden. „ Es sei nicht die Absicht gewesen, uns zu provozieren oder vorzuführen. Rudi und dem Verein tun natürlich auch die Verletzungen sehr leid“, so Eberl weiter.
Der Tor-Jingle-Zoff scheint also für’s Erste ausgeräumt zu sein. Gerade bei den Fans wird diese Geschichte jedoch in Erinnerung bleiben. Und in der Rückrunde muss Leverkusen dann zum Auswärtsspiel nach Gladbach reisen ... (sho)




