Konzerte in vollen Hallen, Fußball in halbleeren Stadien

Erster Bundesligaclub wehrt sich gegen Corona-Ungleichbehandlung

Beim Spiel Köln gegen Hertha BSC durften 16.500 Zuschauer ins Stadion, mit der neuen Verordnung dürften es 25.000 sein.
Beim Spiel Köln gegen Hertha BSC durften 16.500 Zuschauer ins Stadion, mit der neuen Verordnung dürften es 25.000 sein.
© dpa, Rolf Vennenbernd, ve

21. August 2021 - 16:49 Uhr

"Bitte" nach vollen Stadien

Schluss mit den Einschränkungen! Der 1. FC Köln hat sich als erster Bundesligist offiziell an die Politik gewandt mit der "Bitte", sein Stadion wieder komplett füllen zu dürfen. Bei seiner Argumentation setzt der Verein auf die Gleichberechtigung, da auch Konzerte in ausverkauften Arenen stattfinden können.

Köln pocht auf Gleichbehandlung

Der VfL Bochum ist glücklich über die neue Coronaschutzverordnung in Nordrhein-Westfalen. Dank der darf der Bundesliga-Aufsteiger bei seinem ersten Heimspiel im Oberhaus nach über 4.000 Tagen gegen Mainz 13.500 Zuschauer begrüßen und das trotz steigender Fallzahlen. Denn die neue Verordnung sieht keine Einschränkungen anhand positiver Tests vor, sondern führt lediglich die 3G-Regelung ein – heißt: so lange jemand geimpft, genesen oder getestet ist, ist alles erlaubt.

Bei Sportveranstaltungen in großen Stadien wie in der Bundesliga gibt es jedoch ein großes Aber: Die Arenen dürfen nur zu 50 Prozent gefüllt werden, höchstens aber auch weiter nur mit 25.000 Zuschauern. Bochum ist glücklich darüber, andere aber absolut nicht einverstanden. Wie der 1. FC Köln, der sich nun offiziell mit der "Bitte", sein Stadion komplett auslasten zu dürfen, an das NRW-Gesundheitsministerium gerichtet hat. Das berichtet die "Bild".

Was Maffay darf, sollte der 1. FC Köln auch dürfen?

"Wenn es nun möglich ist, mit 3G Konzerte vor ausverkauftem Haus durchzuführen, was wir ausdrücklich sehr begrüßen, muss es im Fußball unter freiem Himmel möglich sein, zumindest mit 2G (geimpft oder genesen, Anm. d. Red.) ebenfalls wieder 50.000 Zuschauer im Stadion begrüßen zu dürfen", sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle. Am 25. September darf Peter Maffay sein Konzert vor 19.500 Fans in der ausverkauften Lanxess-Arena spielen – unter Fußball-Regeln wäre nur die Hälfte der Zuschauer möglich gewesen. Kein Wunder, dass sich der "Effzeh" da wundert.

Das NRW-Gesundheitsministerium bestätigte der "Bild" die Kölner Anfrage und lieferte eine – wahrscheinlich nicht zufriedenstellende und recht diskutable – Begründung, die das Thema wohl kaum beenden wird: "Die Ungleichbehandlung ist auf einen bundesweiten Beschluss zu Sportveranstaltungen zurückzuführen." Die Kölner (und bald auch viele andere?) werden jedoch auf Gleichbehandlung bestehen wollen. (sho/sid)