Band Unzucht mit neuem Album „Neon Dom”Schlagzeuger Toby Fuhrmann: „Das Album bewegt sich an den Grenzen menschlicher Existenz”

Innere Konflikte, ein Schlachtfeld aus Ängsten.
Die Band Unzucht hat in den vergangenen Jahren einiges durchgemacht. Erst die Pandemie, dann gab es eine interne Umstrukturierung. Heißt: Der Sänger verließ die Gruppe, übernommen hat Timm Hindorff. Jetzt startet die Unzucht wieder durch. Am 15. Mai 2026 erscheint das neue Album „Neon Dom”, ein Werk, das den Unzucht-Sound auf ein neues Level hebt. „Timm hat eine krasse Range”, so Schlagzeuger Toby Fuhrmann. Im Interview mit RTL sprach Toby über die neuen Songs, anstehende Festival-Shows und große Vorfreude auf das, was kommt.
Am 15. Mai erscheint euer Studioalbum „Neon Dom“. Wie hat sich euer Sound mit Timm als Sänger verändert?
Es fühlt sich insgesamt stimmiger an, wobei gleichzeitig mehr Ecken und Kanten als je zuvor am Start sind. Timm hat eine krasse Range – sowohl was den tonalen Umfang, als auch verschiedene Gesangsstile angeht: Er kann neben seinem voll variablen Gesang nämlich krass screamen und growlen. Ansonsten ist der Sound unverkennbar Unzucht – wir hatten ja schon immer so das Alleinstellungsmerkmal, das uns von anderen Bands aus dem Dark Rock- und Metalbereich unterscheidet. Der Pfad wird weiter beschritten. Wir haben eine Palette von krassen Moshern bis zu zerbrechlichen Balladen auf dem Neon Dom.
Die erste Single „Katharsis“ ist Anfang Januar herausgekommen. Wovon wollt ihr euch emotional reinigen?
Naja, 15. Januar hätte ich jetzt eher als Mitte denn als Anfang Januar betitelt (lacht). Gereinigt haben wir uns von dem Stress der vergangenen Jahre, den erst die Pandemie und danach unsere interne Umstrukturierung logischerweise mit sich gebracht haben. Ich schreibe „gereinigt haben“ in der Vergangenheit, weil der Prozess jetzt abgeschlossen ist – wir haben die letzten zwei Jahre mit der Vorbereitung dessen verbracht, was wir jetzt präsentieren: Willkommen im Neon Dom!

Was ist der rote Faden eures Albums?
Es geht um Finsternis – ohne die Suche nach dem erlösenden Licht aufzugeben. Die Songs führen in eine von Schatten durchdrungene Welt; die Musik ist ein musikalischer Monolith, der seine wahre Wucht erst entfaltet, wenn man bereit ist, sich den eigenen Dämonen zu stellen. Thematisch bewegt sich das Album an den Grenzen menschlicher Existenz: innere Konflikte, ein Schlachtfeld aus Ängsten und der Zerfall vermeintlicher Sicherheiten – und dennoch die unermüdliche Suche nach Hoffnung in einer Welt, die zunehmend entgleitet.
Im Dezember habt ihr euer erstes Konzert im Rahmen der Monsterfreilaufgehege-Tour gespielt. Wie war der Gig in Hameln für euch?
Der Gig war einfach rundum toll! Wir hatten zwar in der neuen Besetzung mit Timm bereits ein paar Festivalshows gespielt und waren auch als Special Guest unterwegs – bei ein paar Clubshows mit The 69 Eyes und im letzten Sommer auch in der großen Messehalle in Erfurt bei Till Lindemann, was natürlich alles für sich krasse Shows waren. Aber Hameln war jetzt eine Premiere, weil es unser erstes „eigenes“ Konzert seit zwei Jahren war. Es hat uns sehr berührt, wie toll uns das Publikum zurückempfangen hat. Hunderte von alteingesessenen Fans und natürlich auch schon einige neue darunter. Unvergleichliche Stimmung, richtig toll – es war eine perfekte Ouvertüre für das, was dieses Jahr kommt. Unsere Gäste Hell Boulevard und Rabengott haben ebenfalls super Auftritte hingelegt!

Im Mai spielt ihr Record Release Shows – worauf freut ihr euch am meisten?
Wir freuen uns am allermeisten auf das Publikum! Es wird einfach Zeit, viele haben uns ja seit Jahren nicht gesehen. Und außerdem freuen wir uns darauf, die größte Menge an neuen Songs ever auf die Bühne zu bringen. Unser erstes Konzert ist mittlerweile schon über 15 Jahre her – und ich glaube, so viel Neues auf einen Schlag haben wir seitdem nie wieder präsentiert. Im Mai ist es dann endlich soweit!
Offizielle Release Shows im Mai!
Die offiziellen Release Shows der Band finden am 15. Mai im Ratinger Hof in Düsseldorf und am 16. Mai im Wizemann in Stuttgart statt. Als Special Guest sind Vlad In Tears dabei. Hardtickets und Bundles gibt’s im Unzucht Shop, reguläre Tickets bei Eventim.
Was steht sonst dieses Jahr für euch musikalisch an?
Als erstes spielen wir, wenn das neue Album Neon Dom erscheint, die genannten beiden Clubshows in Düsseldorf und Stuttgart. Im Sommer wandeln wir dann wieder auf Festivalpfaden – wir sind bei Europas größtem Festival der Schwarzen Szene, dem M’era Luna. Und dazu kommen noch weitere Highlights, die im Lauf der nächsten Wochen enthüllt werden. Im Herbst wird es selbstverständlich wieder Zeit für eine Clubtour. Insgesamt spielen wir endlich wieder wesentlich mehr als in den vergangenen Jahren. Wir freuen uns auf euch!
Das neue Album „Neon Dom” kann man übrigens schon auf der Homepage der Band vorbestellen.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche


