Darmfreundliche Ernährung

So funktioniert das neue Brigitte Balance Konzept

Die neue Brigitte Diät macht sich die Kraft des Darms zu Nutze.
Die neue Brigitte Diät macht sich die Kraft des Darms zu Nutze.
© Andrii Starunskyi (Andrii Starunskyi (Photographer) - [None], Andrii Starunskyi

11. Januar 2021 - 13:16 Uhr

Gesund durch's Leben dank darmfreundlicher Ernährung, Bewegung und Meditation

Wer gesund leben und gleichzeitig abnehmen möchte, muss ein Gleichgewicht zwischen ausgewogener Ernährung, ausreichender Bewegung und Entspannung finden. Das ist das Mantra des Brigitte Balance Konzepts. Ein neues Gesundheitskonzept, das sich die heilsame Kraft des Darms zu Nutze macht. Stichwort: darmfreundliche Ernährung. Doch was ist der Vorteil an dieser Ernährungsform, und welche Grundsätze gilt es bei dem Balance Konzept zu beachten? Wir haben uns von Dermatologin und Buchautorin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann erklären lassen, warum ein intakter Darm so wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden ist.

Wie funktioniert das Brigitte Balance Konzept?

Das Brigitte Balance Konzept besteht aus insgesamt drei Grundpfeilern: Mahlzeiten, Meditationen und Sporteinheiten. Sie können frei auswählen, an welchen Lebensbereichen Sie arbeiten möchten – ob dabei ein Aspekt im Vordergrund steht oder Sie von allem etwas machen, ist alleine Ihnen überlassen.

Neben der richtigen Ernährung stehen Bewegung und Entspannung im Vordergrund des Konzepts. Doch dabei gelten keine strikten Regeln. Jeder muss selbst entscheiden, welche Gebote und welche Übungen sich am besten im Alltag integrieren lassen. So auch im Sport. Ob intensive Workouts wie Fatburner oder Cardiofitness oder lieber Yoga- und Pilates-Übungen, die auch zu einem ausbalancierten Geist beitragen, alles ist erlaubt.

Die Brigitte Balance Regeln: Alles kann, nichts muss

  1. Zwei bis drei Mahlzeiten am Tag: Gönnen Sie Ihrem Körper Esspausen, damit er in Ruhe Fett abbauen und sich regenerieren kann. Daher tagsüber mindestens 4 Stunden, nachts mindestens 12 Stunden auf Essen verzichten.
  2. Gut sättigende Lebensmittel: Essen Sie das, was langfristig satt macht z.B. Gemüse, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen und zuckerarmes Obst, zum Beispiel Beeren.
  3. Vollkorn statt Weizen: Vollkorn ist ballaststoffreicher als Weizen und trägt zu einem gesunden Darmtrakt bei. Außerdem enthält es viele Vitamine und Mineralstoffe.
  4. Einfache Kohlenhydrate reduzieren: Zucker, Süßigkeiten, Kuchen und Weißmehlprodukten sorgen für eine Achterbahnfahrt des Insulinspiegels und damit für Heißhungerattacken. Um sich aber nichts zu verbieten, lautet die Faustregel des Balance Konzepts: So lange Sie zu etwa 90 Prozent gesund essen, sind zehn Prozent Naschen kein Problem.
  5. Die Mischung macht's: Achten Sie auf die richtige Verteilung von Lebensmitteln auf Ihrem Teller. Ihre Ernährung ist ausgewogen wenn der Teller zur Hälfte mit Gemüse gefüllt ist, ein Viertel mit Eiweiß (Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch) und ein Viertel mit einer Sättigungsbeilage (z.B. Vollkornreis, Kartoffeln oder Vollkornpasta).
  6. Qualität zahlt sich aus: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Lebensmittel auf Frische. Unverarbeitete, saisonale, regionale und Bio-Produkte gelten als besonders gesund.
  7. Bewusst essen: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten, und lassen Sie dabei das Smartphone weg. Wer auf sein Bauchgefühl hört, bewusst und intuitiv isst, das heißt, nur das isst, was auch wirklich bekömmlich ist, macht seinem Körper eine Freude.
  8. Pausen machen: Ausreichend Schlaf und regelmäßige Pausen im Alltagsstress, zum Beispiel in Form von Meditations- oder Yogaübungen, sorgen für einen ausgeglichenen Körper und Geist. Außerdem kann so das Stresshormon Kortisol, das hinderlich beim Abnehmen ist, nicht Überhand gewinnen.
  9. Sport ist nicht Mord: Ganz im Gegenteil! Durch Bewegung halten Sie Ihr Gewicht und Ihren Körper fit. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zweimal die Woche ist ideal. Wer dafür keine Zeit hat, kann im Alltag spazieren gehen oder eher die Treppe nehmen statt den Aufzug.
  10. Wasser ist das A und O: 1,5 bis 2 Liter am Tag sollten es mindestens sein. Wenn Sie aktiv Sport treiben, können Sie als Faustregel einen Liter pro eine Stunde Sport hinzurechnen.

Warum ein intakter Darm so wichtig für unsere Gesundheit ist

Wie bereits erwähnt, macht sich das Brigitte Balance Konzept die heilsame Kraft des Darms zu Nutze. Doch warum ist ein intakter Darm eigentlich so wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden? Das haben wir die Dermatologin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann gefragt. Sie hat sich genau diesem Thema in ihrem Buch "Gesund mit Darm. Fitter, gelassener und jünger mit dem richtigen Mikrobiom"* 🛒 gewidmet. "Unser Darm und vor allem eine gesunde Darmflora, das so genannte 'Mikrobiom', sind die Grundvoraussetzungen für unsere Gesamtgesundheit", erklärt uns die Expertin. Denn der Darm verdaue nicht nur unsere Nahrung und führe uns dadurch wichtige Nährstoffe und Schutzstoffe zu, die darin lebenden Bakterien produzieren auch zahlreiche Hormone, Botenstoffe und Antioxidantien, die über die Blutbahn jede Zelle unseres Körpers erreichen. "Fast jedes Organ steht unter dem Einfluss des Mikrobioms – im guten wie im schlechten Sinne", sagt Dr. Axt-Gadermann.

Was ist darmfreundliche Ernährung?

Der Darm ist ein erstaunliches Organ, das rund um die Uhr arbeitet. Doch die enorme Arbeit, die der Darm im Körper leistet, sollte nicht als selbstverständlich angesehen werden. Denn sie hängt von Ihnen und Ihrer Lebensweise ab. Eine nährstoff- und ballaststoffreiche Ernährung ist unumgänglich, um das Verdauungssystem intakt zu halten. Dazu gehören darmfreundliche Zutaten, die das Immunsystem stärken, Krankheiten vorbeugen und gleichzeitig dabei helfen, das Wunschgewicht zu halten.

"Sollte man eine gesunde Darmflora mit einem Wort beschreiben, dann wäre es 'Vielfalt'", erklärt Dr. Axt-Gadermann. "Eine darmfreundliche Ernährung unterstützt die 100 Billionen Mikroorganismen, die in unserem Darm leben und sorgt für eine solche vielfältige Bakterienlandschaft."

Diese Lebensmittel sind ein Muss bei der darmfreundlichen Ernährung

Präbiotische Nahrungsmittel

Wichtig sei eine Ernährung mit präbiotischen Nahrungsmitteln, erklärt Dr. Axt-Gadermann, also solchen, die von Bakterien verwertbare Ballaststoffe enthalten. Dazu zählen:

Lebensmittel mit Polyphenolen

"Daneben fördern aber auch bestimmte Pflanzenstoffe, so genannte Polyphenole die gesunde Entwicklung der Darmflora", so die Ärztin weiter. Diese finde man hochdosiert unter anderem in

  • grünem Tee
  • dunkler Schokolade
  • Rotwein
  • Beeren

Fermentierte Lebensmittel

Auch fermentierte Milchprodukte oder Gemüse, sowie fermentierte Non-Milk-Produkte seien wichtig, denn diese enthalten Milchsäurebakterien, die sich auch im Darm ansiedeln können. Dazu zählen etwa:

  • Joghurt
  • Käse
  • Kefir
  • Buttermilch
  • Sauerkraut
  • sauer eingelegtes Gemüse
  • Joghurt aus Soja oder Hafermilch

Zu Gunsten einer gesunden Darmflora sollte man laut der Buchautorin allerdings auch auf einige Lebensmittelgruppen verzichten. Dazu zählt sie:

  • Süßstoffe, denn die fördern ein Mikrobiom, das die Zuckeraufnahme verstärkt
  • Emulgatoren, da diese die Schleimschicht der Darmwand schädigen können
  • Konservierungsstoffe, da diese das Wachstum der Bakterien im Darm beeinflussen können

Auch von einer sehr fett- und eiweißlastigen Ernährung – vor allem aus tierischen Quellen – rät die Expertin ab, da dadurch entzündungsfördernde Mikroorganismen gefördert werden können.

Wieso man mit darmflorafreundlicher Ernährung abnehmen kann

Zwischen der Darmflora schlanker und übergewichtiger Menschen gebe es deutliche Unterschiede, versichert uns Dr. Axt-Gadermann. "Schlanke Menschen haben ein vielfältigeres Mikrobiom, mehr Bifidobakterien und Bakterien mit der Bezeichnung 'Bacteroidetes' und 'Akkermansia muciniphilia'". Bei Übergewichtigen verliere das Mikrobiom oft seine Vielfalt und die genannten Bakterien würden dezimiert. Anstelle dieser breiten sich andere Mikroorganismen im Darm aus. "Eine britische Studie hat herausgefunden, dass dieses 'dicke Mikrobiom' etwa zehn Prozent mehr Kalorien aus der gleichen Nahrung zieht, also dem Körper jeden Tag so rund 200 zusätzliche Kalorien zuführt. Innerhalb eines Jahres kommen dadurch rund 8 bis 10 Kilo zusätzliches Gewicht auf die Waage", gibt die Ärztin zu bedenken.

Meditation gegen Stress

Neben einer darmfreundlichen Ernährung legt das Brigitte Balance Konzept aber auch Wert auf einen ausbalancierten Geist. Um seinen Körper und seine eigenen Bedürfnisse zu spüren, schlägt das Konzept die App "Balloon" vor. Verschiedene Meditationssitzungen helfen dabei, sich zu entspannen, sich über eigene Ziele bewusst zu werden und sich zu motivieren, Veränderungen in seine alltäglichen Abläufe zu bringen. Außerdem sollen die Entspannungsübungen einen Effekt auf das Gewicht haben. Denn wer gestresst ist, der muss mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel und Blutdruck rechnen. Zustände, die in direkter Verbindung zur Einlagerung von ungesundem Bauchfett stehen.

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