Experten warnen vor erschreckend hoher Zahl von Todesfällen durch den Eingriff

"Brazilian Butt"-Lift: Das gefährliche Geschäft mit dem Hintern

Schönheits-OPs am Hintern liegen voll im Trend.
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26. Januar 2019 - 10:22 Uhr

Der Wunsch nach einem prallen Po

Prall, praller, am prallsten: Instagram-Stars präsentieren uns fast täglich ihren super durchtrainierten Body, mit dem perfekt geformten prallen Po - und viele Frauen wollen offenbar genauso aussehen wie sie. Dafür legen sie sich auch unters Messer. Waren es früher noch Brustvergrößerungen, ist jetzt der "Brazilian Butt"-Lift voll im Trend. Doch viele unterschätzen diesen Eingriff, der Experten zufolge nicht ungefährlich ist.

Für den perfekten Po legen sich viele unters Messer

Der Name ist Programm: Der "Brazilian Butt"-Lift wurde in Brasilien erfunden und soll Frauen zu einem perfekt geformten Po verhelfen – und das ganz ohne Sport, sondern in einer vierstündigen Operation. Was man dafür braucht? Ordentlich Eigenfett. Dafür futtern sich manche Frauen sogar monatelang Speck an. Auch ein prall gefüllter Geldbeutel ist von Nöten, viel Geduld - ach ja, und schmerzempfindlich sollten Interessentinnen auch nicht sein. Denn beim "Brazilian Butt"-Lift saugen Ärzte das Fett von Stellen ab, an denen es stört und spritzen es in die Stellen, wo es gewünscht wird: In den Hintern.

Im Schnitt kostet die Operation etwa 9.000 Euro und nach der OP heißt es erstmal zwei bis drei Wochen auf dem Bauch liegen, nicht sitzen und ordentliche Schmerzen aushalten. Doch trotz der großen Schmerzen und Folgen boomt das Geschäft mit dem Po. 2017 wurden laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" 300.000 Eingriffe weltweit durchgeführt. Erschreckend hoch ist dabei aber die Zahl der Todesfälle durch die Operation. Die britische "Association of Aesthetic Plastic Surgeons" warnt vor dem Eingriff, denn insgesamt gab es bisher schon weltweit 3.000 Todesfälle.

Warum ist der "Brazilian Butt"-Lift so gefährlich?

Die Gefahr besteht darin, dass beim Einspritzen eine Vene getroffen werden kann. Wenn der Arzt also fälschlicherweise eine Vene trifft und Fett injiziert, tritt eine lebensbedrohliche Fettembolie ein. Ein Fetttröpchen gelangt dann in die Blutbahn und verstopft das Blutgefäß. Der Patient bekommt zu wenig Sauerstoff und kann an einer Lungenembolie sterben.

Viele Patienten unterschätzen dieses Risiko und lassen sich für einen prallen Hintern trotzdem unters Messer legen – ganz nach dem Motto: "Beim richtigen Arzt passiert mir das nicht!" Und da sind wir bei einem anderen Problem: Weil die Nachfrage nach dem "Brazilian Butt"-Lift so groß ist, bieten viele Ärzte diese gefährliche Operation an, obwohl sie den Eingriff nie richtig gelernt haben. Dabei entstehen oft genau diese lebensbedrohlichen Fehler.

Die Operation verspricht zwar einen schönen Po, doch sie birgt auch viele Risiken. Bevor sich jemand den Strapazen und Risiken unterzieht, empfiehlt es sich Sport zu machen - Kniebeugen und Ausfallschritt-Übungen mit Gewichten haben beispielsweise einen großen Effekt auf den Po-Muskel.