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Don King lässt Mahmoud Charr schon wieder versauern

Mahmoud Charr hat schon wieder Stress mit Don King
Mahmoud Charr hat schon wieder Stress mit Don King
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03. Januar 2022 - 17:02 Uhr

Mahmoud Charr wartet auf königlichen Vertrag

Ja gibt's denn das?! Für den Kölner Schwergewichts-Boxer Mahmoud Charr beginnt das neue Jahr exakt wie das alte. Wie vor einem Jahr soll Charr am 29. Januar in den USA zu einem "WM"-Kampf gegen Trevor Bryan in den Ring steigen. Und wie vor einem Jahr lässt dessen Promoter Don King – die berüchtigte Starkstrom-Locke – Charr versauern, indem er ihm den Kampfvertrag einfach nicht zuschickt. Den aber braucht der 37-Jährige, um das nötige P1-Visum für eine geschäftliche Tätigkeit in den USA zu beantragen. Charr reagiert – mit einem Brandbrief an den Weltverband WBA.

Charr pestet gegen WBA-Präsidenten

"Mendoza, sie haben mich gezwungen, einen dreckigen Pfad zu bestreiten! Ich werden den korrupten Club (die WBA, die Red.) verklagen", wettert Charr in dem Schreiben an WBA-Präsident Gilberto Mendoza jr., das dem Portal "Boxingscene.com" vorliegt. "Ich habe unseren Video-Call aufgenommen, in dem Sie versprochen haben, mich zu schützen! Sie haben gelogen, Ihr Vater (der 2016 gestorbene, langjährige WBA-Boss Gilberto Mendoza sr., d. Red.) ist beschämt, dass Sie sein Sohn sind, Sie sind es nicht wert, der Präsident einer solchen Organisation zu sein."

Rumms!

Gleiches Spiel wie letztes Jahr

Hintergrund: Januar '21 sollte Charr, damals amtierender, "regulärer" WBA-Weltmeister (ein zweitrangiger WM-Gürtel des Verbandes, d. Red.), seinen Titel in den USA gegen King-Schützling Bryan verteidigen. Ein von der WBA angesetztes Pflichtduell. King hatte sich die Veranstaltungsrechte ersteigert, schickte Charr dann aber nie einen Kampfvertrag zu.

Der bestens mit der WBA vernetzte King sorgte stattdessen dafür, dass der Verband aus Panama Bryan und den flugs aus dem Hut gezauberten Bermane Stiverne (ebenfalls ein King-Schäfchen) um den Titel kämpfen ließ. Die WBA erklärte Charr daraufhin zum "Weltmeister im Wartestand" (gibt's nur im Boxen), vertröstete den Kölner, indem ihm die Funktionäre versprachen, er dürfe auf jeden Fall gegen den Sieger des Duells Bryan vs. Stiverne kämpfen. (Den "hochklassigen" Kampf in Florida gewann übrigens Bryan durch T.K.o. in Runde 11.)

Charr legte einen Aufbaukampf gegen den Amerikaner Christopher Lovejoy (idealer Name für dessen boxerische Gefährlichkeit) ein, den er im Mai 2021 in Köln durch T.K.o. in der 2. Runde gewann.

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© picture-alliance/ dpa, Ronald Wittek

Ohne Vertrag kein Visum

2022 wiederholt sich das ganze Spielchen nun: Wieder hat King die Rechte an dem Kampf Bryan vs. Charr erworben, am 9. Dezember machte der 90-Jährige mit einer Summe von mehr als einer Million Dollar das entscheidende Gebot. Wieder ist am 29. Januar (genau wie 2021) offiziell ein Kampf Bryan vs. Charr angesetzt, dieses Mal in Ohio. Wieder wartet Charr nach eigener Aussage auf den Kampfvertrag, den er für das nötige US-Visum braucht.

Als verantwortlicher Promoter ist King eigentlich verpflichtet, die Papiere an Charr zu schicken, laut "Boxingscene" hätte er dies bis 29. Dezember tun müssen.

"Ohne einen unterschriebenen Vertrag von Don King, bekommt man kein P1-Visum und ich darf nicht kämpfen", zitiert das Boxportal den Deutschen.

Durch den Brief an die WBA hat Charr die Situation nun eskaliert. Mit dem Verband trägt der einstige WM-Herausforderer von Vitali Klitschko ohnehin schon einen Rechtsstreit aus. Dieser dürfte nun weitergehen. Dass Charr gegen Bryan in den USA kämpft, ist dagegen ziemlich unwahrscheinlich. Vielleicht ja im Januar 2023. (mar)