Unbefleckte Empfängnis durch Parthenogenese

Anakonda bringt Nachwuchs ohne Befruchtung zur Welt

31. Mai 2019 - 16:29 Uhr

Der Nachwuchs entstand durch eingeschlechtliche Fortpflanzung

Die acht Jahre alte Anakonda Anna lebt seit ihrer Geburt im New England Aquarium in Boston. Von Anfang an teilte sie sich ausschließlich mit Weibchen ihr Terrarium. Deshalb staunten Tierpfleger nicht schlecht, als sie entdeckten, dass die Schlange Nachwuchs bekommen hatte. Möglich ist dieses Phänomen durch Parthenogenese, auch Jungferngeburt genannt. Wie diese Form der eingeschlechtlichen Fortpflanzung funktioniert, erklärt eine Biologin aus dem Aquarium in Boston im Video.

Die Babys sind Klone ihrer Mutter

Die meisten Schlangenbabys von Anakonda Anna kamen tot auf die Welt, doch zwei überlebten – und die sind putzmunter, wie Sie im Video sehen können. Die beiden sind praktisch Klone ihrer Mutter, da sie ihre gesamte DNA mit ihr teilen. Es kommt offenbar zur Parthenogenese, wenn die Weibchen vergeblich auf ein Männchen warten und das Bestehen ihrer Art gefährdet sehen. Trotz gleicher DNA entwickeln geklonte Anakonda-Babys ihren eigene Persönlichkeit.

Was steckt hinter Parthenogenese?

Bei der Parthenogenese, auch bekannt als "Jungfernzeugung" oder "Jungferngeburt", entsteht Nachwuchs aus unbefruchteten Eizellen. Sie kommt bei manchen Pflanzen und weiblichen Tieren wie Wasserflöhen, Blattläusen, Fischen oder Schlangen vor. Der unbefruchteten Eizelle wird durch bestimmte Hormone eine Befruchtung simuliert, wodurch sich die Zelle teilt und sich zu einem Organismus entwickelt.

Nach derzeitigem Wissensstand ist die Parthenogenese für höhere Säugetiere und Beuteltiere schwierig bis unmöglich, weil für die vollständige Entwicklung eines Embryos je ein männlicher und ein weiblicher Chromosomensatz zur Verfügung stehen muss.