23. Mai 2019 - 6:50 Uhr

Fernzüge sollen zum Sparpreis mehrere deutsche Großstädte verbinden

Von den Autobahnen sind die grünen Fernbusse kaum mehr wegzudenken, nun will Flixbus auch die Bahnschienen erobern - mit dem 'Flixtrain'. Die Züge fahren jetzt zwischen mehreren deutschen Großstädten, erstmal sogar zum Schnäppchenpreis. Online nur schnell Namen und Telefonnummer angeben und ruckzuck ist das Ticket für 9,99 Euro gebucht. Das ist extrem günstig, aber gibt es einen Haken? Wir haben das Angebot gecheckt und eine Familie bei einer Fahrt begleitet.

Flixbus-Gründer verspricht: Flixtrains sind so schnell wie die Deutsche Bahn

Für Bahnreisende gibt es eine neue Alternative zu den Zügen der Deutschen Bahn. Aktuell pendelt der Flixtrain zwischen Köln und Hamburg, allerdings nur einmal täglich. Ab April kommt eine zweite Strecke dazu, und zwar Berlin-Stuttgart. Das Netz soll in Zukunft ausgebaut werden, Fahrgäste außerdem zahlreiche Umsteigemöglichkeiten in Fernbusse erhalten.

"Von Düsseldorf, Essen oder Köln ist man per Flixtrain ohne Umstieg genauso schnell in Hamburg wie mit dem ICE", verspricht Flixbus-Gründer André Schwämmlein. Aber klappt der Service schon reibungslos? Im Video sehen Sie, wie unsere Probefahrt mit Familie Zogu gelaufen ist. Etwas gibt es laut RTL-Reiseexperte Ralf Benkö zu beachten: "Man muss aufpassen, dass die Flixtrains nicht so zahlreich fahren wie Züge der Deutschen Bahn." Das bedeutet: Wenn es Verspätungen gibt oder Sie einen Zug verpassen, dann haben Sie unter Umständen ein Problem. "Denn Sie können nicht einfach den nächsten Zug nehmen, der ist nämlich vielleicht von der DB - und dann müssen Sie ein extra Ticket buchen", sagt Benkö.

Wie groß wird das Sparpreis-Kontingent der Züge sein?

23.03.2018, Hamburg: Der neue Fernzugs FlixTrain steht vor seiner Premierenfahrt auf dem Bahnhof Altona. Der Flixtrain ist pünktlich zu seiner ersten Reise von Hamburg nach Köln gestartet. Reisende zwischen den beiden Städten können nun dauerhaft mit
Mit Sparpreisen sollen die Flixtrains Kunden anlocken.
© dpa, Christian Charisius, chc axs

Mit Sparpreisen von knapp zehn Euro wird die Deutsche Bahn unterboten - jedoch bleibt zunächst offen, wie groß das Sparpreis-Kontingent sein wird. Die Züge stellt und betreibt wie beim HKX das Nürnberger Unternehmen BahnTouristikExpress, Flixbus übernimmt wie beim Bus nur den Vertrieb.

Auch auf der Strecke Berlin-Stuttgart über Hannover und Frankfurt fährt Flixbus nicht selbst. Das Bus-Unternehmen hatte die Zugverbindung im August wiederbelebt, nachdem der Betreiber Locomore sie im Mai wegen Insolvenz eingestellt hatte. Betreiber ist seither das tschechische Unternehmen Leo Express. Gefahren wird von Donnerstag bis Montag.

Ab Mitte April soll der Zug von Berlin nach Stuttgart täglich unterwegs sein. "Mit dem Zug sind wir plötzlich für Kunden relevant, für die wir bisher nicht interessant waren. Davon profitiert auch unser Fernbusangebot", sagt Flixbus-Gründer Schwämmlein. Auf der Strecke Berlin-Stuttgart hat Flixbus nach eigenen Angaben seit August mehr als 150.000 Zugtickets verkauft. Zum Vergleich: Die Bahn verkauft innerhalb eines halben Jahres etwa 70 Millionen Fahrkarten für ihre Intercity- und ICE-Züge.