Berlin: Kind (8) stürzt aus Hochbett in den Tod - Geldstrafe für Eltern

Ein Mädchen ist aus seinem Hochbett gestürzt und gestorben. Jetzt wurden die Eltern in Berlin verurteilt (Symbolfoto).
Ein Mädchen ist aus seinem Hochbett gestürzt und gestorben. Jetzt wurden die Eltern in Berlin verurteilt (Symbolfoto).
© Getty Images/iStockphoto, NoelUroz

13. September 2018 - 14:54 Uhr

Tragischer Unfall in Berlin-Lichtenberg

Sie wollten ihrer Tochter eine Freude machen und bauten ihr ein Hochbett. Knapp ein Jahr lang ging alles gut, dann stürzte die Achtjährige nachts in den Tod – die seitliche Sicherung war nicht angebracht. Welche Strafe soll man Eltern auferlegen, die ihr Leben lang mit der Schuld leben müssen, für den Tod des eigenen Kindes verantwortlich zu sein? Mit dieser Frage musste sich das Amtsgericht Tiergarten jetzt beschäftigen.

Mutter findet das Mädchen blutüberströmt

Das Mädchen aus Berlin-Lichtenberg stürzte laut "rbb24" in der Nacht zum 8. Februar dieses Jahres im Schlaf von der obersten Etage in rund 2,50 Meter Höhe. Dabei zersprang eine Duftlampe, die Scherben durchtrennten die Halsschlagader des Kindes. Ein Rettungsarzt konnte es reanimieren, kurz darauf starb es jedoch im Krankenhaus.

"Ich bin aufgewacht, weil es schrecklichen Krach gab", sagt die Mutter im Gerichtssaal. Sie habe ganz unten in dem dreistöckigen Bett geschlafen, die kleine Schwester des toten Mädchens in der Mitte. Der kleine Bruder der beiden Mädchen schlief in einem anderen Bett im selben Zimmer. Um die Kinder nicht zu erschrecken, habe sie ihre blutüberströmte Tochter in den Flur getragen und die Feuerwehr gerufen.

Das Urteil: Fahrlässige Tötung durch Unterlassen

Als das Mädchen im Krankenhaus starb, nahm das Jugendamt seine beiden Geschwister in Obhut. An der Wand des Zimmers fanden die Einsatzkräfte Material, um das Hochbett seitlich abzusichern. "Wir haben das alles noch geplant", zitiert "rbb24" den Vater, der sichtlich bewegt gewesen sein soll. "Zeit und Geld hatten uns noch gefehlt, es fertigzustellen", so der Arbeitslosengeld-Empfänger.

Das Urteil: 2.700 Euro Strafe wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen, aufgeteilt in 90 Tagessätze à 15 Euro. Straffrei hätten die Eltern nur ausgehen können, wenn es sich um ein Augenblicksversagen gehandelt hätte. Ab Oktober werden die Eltern wieder mit ihren anderen beiden Kindern zusammen in einer Wohnung leben können – unter Kontrolle des Jugendamts.