Anzeige! Kinder-Coach unter Verdacht

Eistanz-Trainer soll Kinder misshandelt und in die Nippel gekniffen haben

Medienbericht: Eistanz-Trainer unter Missbrauchsverdacht (Motivbild)
Medienbericht: Eistanz-Trainer unter Missbrauchsverdacht (Motivbild)
© picture-alliance / ASA, Philippe Millereau

08. November 2021 - 12:19 Uhr

Eistanz-Nachwuchs-Trainer im Fokus

Schwere Vorwürfe gegen den Bundestrainer des Eistanz-Nachwuchses. Wie die "Berliner Zeitung" (BZ) berichtet, soll Stefano C. (34) Kinder misshandelt und seine Aufsichtspflicht verletzt haben. Das soll in einem Fall zu einer Kopfverletzung geführt haben.

Jugendschutzbeauftragte des Berliner TSC fertigte Misshandlungs-Protokolle an

Eigentlich ist es seine Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu motivieren, sie zu trainieren und Spaß am Eistanz zu vermitteln. Stattdessen soll der Trainer sein Amt missbraucht haben. Wie die Zeitung berichtet, habe Stefano C. immer wieder Kinder misshandelt. Das hätten mehrere Nachwuchstalente des Berliner TSC, SCC Berlin und SC Berlin erzählt.

Die Kinder- und Jugendschutzbeauftragte des Berliner TSC fertigte zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 Protokolle dazu an, sie dokumentierte, was den Kindern widerfahren ist. Konkret sollen acht Schützlinge des Trainers betroffen sein.

Trainer Stefano C. soll Kinder als "Bastard" und "Pisser" beschimpft haben

Aus den Protokollen geht dem Bericht zufolge hervor, dass C. die Kinder misshandelt haben soll. Der 34-Jährige habe sie so fest in die Wange gekniffen, dass es wehtat und gefordert, sie sollten lächeln. Andere berichteten offenbar davon, dass ihr Trainer den "Nippeltwist" auf dem Eis und im Trainings-Raum bei Jungen angewandt habe. Dafür habe der Mann die Nippel seiner Schützlinge mit zwei Fingerknochen zusammengequetscht und gedreht. Er habe dabei immer wieder gelacht.

Damit nicht genug: Während eines Trainings im polnischen Toruń soll sich Talent Sophia schwer am Kopf verletzt haben. Das Mädchen sei auf der Eisfläche gestürzt und habe sich eine Schädelfissur von anderthalb Zentimetern Länge zugezogen, berichtet die "BZ". Der Trainer habe seine Aufsichtspflicht verletzt und sei nicht da gewesen, um zu helfen. Später habe das verletzte Kind erzählt, Stefano C. sei immer wieder aggressiv gewesen und habe Personen aus dem Team als "Bastard" oder "Pisser" bezeichnet.

Der Kinder-Trainer hat sich laut der Zeitung zu den Vorwürfen auf Anfrage nicht geäußert.

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Staatsanwaltschaft soll gegen Eistanz-Trainer ermitteln

Wie das Blatt berichtet, würden gegen den Nachwuchs-Bundestrainer der Deutschen Eislauf-Union "bei der Staatsanwaltschaft Berlin anlässlich mehrerer Anzeigen Ermittlungen wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen geführt." Das habe eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft bestätigt.

Auch Politiker des Berliner Abgeordnetenhauses sollen sich eingeschaltet haben. Es heißt, sowohl FDP-Politiker Stefan Förster, als auch SPD-Politiker Robert Schaddach hätten sich erkundigt, wie es um die "Kindeswohlgefährdung" durch Trainer Stefano C. stehe. Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport soll dazu geantwortet haben: "Dem Senat sind die Vorwürfe bekannt."

Stefano C. trat bei den Olympischen Spielen in Sotchi an

Stefano C. war selbst erfolgreicher Sportler: 2014 trat er bei den Olympischen Spielen in Sotchi und der Weltmeisterschaft an. 2012 wurde er deutscher Vizemeister im Eistanz. (dky)